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Sprockhövel: Gido Wahrmann entwirft Küchen-Messer-Set

Industrie-Designer Gido Wahrmann aus Sprockhövel entwirft Küchenmesser.

Industrie-Designer Gido Wahrmann aus Sprockhövel entwirft Küchenmesser.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Industriedesigner Gido Wahrmann aus Sprockhövel entwirft Küchenmesser. Worauf er dabei achtet und wie erfolgreich er mit seiner Nische ist.

Der diplomierte Industriedesigner Gido Wahrmann (40) aus Sprockhövel hat ein Küchen-Messer-Set entwickelt, das im April auf den Markt kommen wird. Der Sprockhöveler designte die Messer für den Hersteller Mono aus Mettmann.

Von der Idee bis zum fertigen Produkt dauerte es ein gutes Jahr. „Ich ging mit der Fragestellung an die Konzeption, wie wenig Volumen ein Messer haben kann, um dennoch perfekt damit arbeiten zu können“, erklärt Wahrmann. Ergebnis vieler Entwicklungsschritte ist ein markantes, zeitloses Design.

Gido Wahrmann aus Sprockhövel entwirft ein Küchen-Messer-Set für Mono

„Zuerst kommt die Recherche.“ Der Designer wertete den Wettbewerb am Markt aus: Welche Messer gibt es? Welche Materialien werden eingesetzt? Wofür werden Küchenmesser verwendet? Welche Eigenschaften muss das Werkzeug mitbringen? Und auch die Größe des Handgriffs kalkulierte Wahrmann. „Dafür gibt es extra Ergonomietabellen. Hätte meine Hand, die recht klein ist, als prototypische Hand hergehalten, dann wäre der Griff des Messers kleiner als er jetzt ist.“

In der Grob-Konzept-Phase „muss man komplett frei denken und ein bisschen rumspinnen. Da ist es erstmal egal, ob die Umsetzung der Idee überhaupt möglich wäre“, so der 40-Jährige. Erst danach heißt es wieder „auf den Teppich kommen“. Während der Konzeptionszeit beschlossen Designer und Hersteller vom ursprünglichen Plan, ein Kochmesser zu entwickeln, abzuweichen und stattdessen gleich ein dreiteiliges Messer-Set auf den Markt zu bringen. Nach einigen Prototypen aus dem 3-D-Drucker war es dann nach mehreren Monaten des Tüftelns so weit: Die Produktion ging in Serie.

Der Griff des Messers orientiert sich am Stealth-Design

Der Griff des Messers orientiert sich am so genannten Stealth Design (das heißt auf Deutsch Heimlichkeit), das in den 1970er-Jahren die Formgebung von Tarnkappenflugzeugen prägte. Statt runder, geschwungener Formen besticht das Griffdesign durch dreieckige beziehungsweise facettierte Flächen. Diese Flächen zeigen Durchbrüche und lassen das Messer so weniger massiv wirken, zudem spart man so Gewicht ein.

Die Klinge wird aus Sandvik-Stahl, einem schwedischen Hochleistungsstahl, produziert und auf 59 Rockwell gehärtet. „Rockwell“, so erklärt es der Designer, „ist eine Einheit für die Härte des Stahls. Je höher die Ziffer ist, umso härter ist das Material.“ Es gebe auch Messer mit einem Härtegrad von über 60, die dann aber recht spröde und wenig flexibel seien. Die Klinge der Serie „SK 59“ – der Name ergibt sich aus dem verwendeten Stahl – sei schnitthaltig, stabil, korrosionsbeständig und müsse selten nachgeschärft werden, seit sehr stabil und korrosionsbeständig.

Messer-Griff fühlt sich weder warm noch kalt an

Der Griff besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der sich weder warm noch kalt in der Hand anfühlt. Er wird an den so genannten Erl angespritzt, so wird die Fortführung der Klinge genannt. Für Wahrmann ein Zeichen von Wertigkeit, dass das Messer eine Einheit aus Klinge und Griff bildet. Produziert werden die Messer komplett in Solingen. Vor allem die besondere Form der Klinge, stellte die Messerschleifer anfangs vor eine große Herausforderung. „Wir wollten, dass sich die Form des Griffs in der Klinge widerspiegelt.“ Deshalb ist die Spitze des Messers in einem starken Winkel abgeschliffen.

„Das Design des Messers polarisiert“, weiß Wahrmann. „Man bildet sich beim ersten Blick eine Meinung.“ Die unterschiedlichen Reaktionen konnte er kürzlich auf der Frankfurter Messe „Ambiente“ beobachten, wo die Serie potenziellen Händlern vorgestellt wurde. Ab April wird das Messer-Set bestehend aus Koch-, Schinken- und Universalmesser im Fachhandel und im Mono-Onlineshop erhältlich sein. Im Set kosten die drei Messer 275 Euro, einzeln 115, 98 und 85 Euro.

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