Weihnachtsmarkt

Zu wenig Beteiligung: Weihnachtszauber gibt es nur Sonntag

Auf dem Weihnachtszauber in Sprockhövel sollten, wie hier 2016 wieder viele Kindergruppen auftreten. Doch viele Schulen und Kitas machen nicht mit. Der Weihnachtsmarkt stand damit kurz vor dem Aus.

Auf dem Weihnachtszauber in Sprockhövel sollten, wie hier 2016 wieder viele Kindergruppen auftreten. Doch viele Schulen und Kitas machen nicht mit. Der Weihnachtsmarkt stand damit kurz vor dem Aus.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Den Weihnachtsmarkt in Sprockhövel gibt es nur in einer Notbesetzung. Weil Kitas und Schulen nicht mitmachen, gibt es nur zwei Buden am neuen Ort

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Aus der Not eine Tugend macht gerade der Leiter des Stadtmarketings und Verkehrsvereins, Lutz Heuser. Eigentlich war alles klar. Wie in jedem Jahr sollte der diesjährige Weihnachtszauber mit vier Buden und Programm wieder vor der Sparkasse stattfinden. Bestellt hat Heuser alles. Aber plötzlich stellt sich heraus, dass die Beteiligung von Schulen und Kindertagesstätten so gering ist, dass man vier Buden gar nicht bespielen kann. Jetzt wird improvisiert. Am Sonntag, 8. Dezember, findet der Weihnachtszauber in abgespeckter Form von 13 bis 17 Uhr am neuen Kreisverkehr Wuppertaler Straße in Niedersprockhövel statt.

Shitstorm nach Verschiebung und Verkleinerung des Weihnachtszaubers

Kaum gab Lutz Heuser die Änderung bekannt, brach in den sozialen Netzwerken ein wahrer Shitstorm über ihn herein. „Einige, die selbst nichts auf die Beine stellen, sind im Meckern immer ganz groß“, stellt Heuser fest. Er versucht bei all’ dem Ärger gelassen zu bleiben. „Denn die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Börgersbruch haben monatelang für die Aufführung geübt und wären fürchterlich enttäuscht, wenn sie jetzt nicht zeigen dürften, was sie können.“

Außerdem habe sich die TSG bereit erklärt, mit den Schülern zu singen und zu tanzen, der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr spielt Weihnachtslieder und die Feuerwehr wird für Essen aus der Gulaschkanone sorgen. „Hinzu kommt ja auch noch, dass sich die Geschäftsleute darauf eingestellt haben, an dem verkaufsoffenen Sonntag zu arbeiten. Und ein verkaufsoffener Sonntag darf immer nur in Zusammenhang mit einem Fest stattfinden“, gibt Heuser zu bedenken.

Stadtmarketing wurde nicht über Absagen informiert

Eigentlich kann er es selbst noch nicht fassen, wie schief das in diesem Jahr gelaufen ist. „Wir haben uns seit Jahren immer einmal im Vorfeld getroffen: Die Zuständigen von Schulen, Kindertagesstätten und die anderen Mitstreiter“, berichtet Heuser. Dann habe man zusammen entschieden, dass man auf das Treffen im Vorfeld verzichten kann, weil jeder ohnehin wisse, was zu tun sei. Aber niemand habe ihm in diesem Jahr mitgeteilt, dass er nicht dabei sein würde. „Und die Vorbereitung auf eine solche Veranstaltung plant man ja viele Monate im Voraus, nicht erst in letzter Minute. Das weiß man doch.“

Irgendwie scheint der Wurm in der Veranstaltung zu sein. Die vergangenen beiden Jahre standen unter keinem guten Stern, obwohl man niemanden dafür verantwortlich machen kann. Heuser: „Der Weihnachtszauber fand immer zwei Tage um Nikolaus herum statt. In 2017 hat es ein riesiges Schneechaos gegeben. Da fiel innerhalb kürzester Zeit ein halber Meter Schnee, so dass wir die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abbrechen mussten. 2018 wurde Sturm vorausgesagt, da haben wir den Sonntag abgesagt. Und dann war an dem Tag das schönste Wetter.“

Weihnachtszauber soll es so 2020 nicht mehr geben

Aber Heuser steckt den Kopf nicht in den Sand, er macht das Beste daraus. „Bezahlen müssen wir die vier Buden und das bestellte Equipment sowieso. Das ist wie bei einem Glas Wein in einer Gaststätte. Ob Sie das Glas austrinken oder umschütten - zahlen müssen Sie.“ Auf jeden Fall soll es die Veranstaltung in der bisherigen Form im kommenden Jahr nicht mehr geben. Dann will das Stadtmarketing eine neue Veranstaltung ausprobieren, in der Hoffnung, dass es viele anspricht. Was auf jeden Fall bleibt, ist der Adventskalender der Sparkasse, bei dem an jedem Tag vor Weihnachten ein beleuchtetes Fenster geöffnet wird.

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