Stadtentwicklung

Altstadt-Konferenz sammelt Ideen für ein lebendiges Neviges

Neviges ist keineswegs nur trostlos, es gibt auch sehr hübsche Ecken: Eines der vielen Schmuckstücke in der Altstadt sind die Häuser rund um den Kirchplatz, aufgenommen vom Turm der Stadtkirche.

Neviges ist keineswegs nur trostlos, es gibt auch sehr hübsche Ecken: Eines der vielen Schmuckstücke in der Altstadt sind die Häuser rund um den Kirchplatz, aufgenommen vom Turm der Stadtkirche.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   Rund 60 Teilnehmer treffen sich in Neviges zur 1. Altstadt-Konferenz. Mit zahlreichen Aktionen will die Stadt mehr Leben in den Ortskern bringen.

Das gemeinsame Ziel: Mehr Leben in die Innenstadt von Neviges zu bringen. Dazu hatte Bürgermeister Dirk Lukrafka Vertreter aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Kirche und Kultur zur ersten Altstadt-Konferenz in den Pilgersaal nach Neviges eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern von Stadtverwaltung, Technischen Betrieben Velbert (TBV) und Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert tauschten rund 60 Teilnehmer zahlreiche Anregungen aus, um die Perle Neviges blank zu putzen. Dazu will die Stadt unter anderem einen eigenen Quartiersarchitekten beauftragen. Denn auch darin waren sich alle einig: Dieser Stadtbezirk hat Potential, nicht nur durch die touristischen Anziehungspunkte Schloss und Mariendom.

Große Foto-Folien sollen Schaufenster schmücken

Doch Touristen, die am Busbahnhof aussteigen, sehen vor allem eines: leere Schaufenster. Gassmann weg, Rossmann weg, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ganz davon abgesehen, dass hier das Angebot fehlt – so ein Anblick ist einfach deprimierend. Stadtplanerin Elisabete Lopes Marta, bei der Stadt Velbert zuständig für den Bereich Stadtentwicklung Neviges, schlug vor, an den Scheiben großflächig Folien mit Fotos anzubringen. Zum Beispiel Luftaufnahmen von Neviges oder auch historische Bilder.

„Besser die Räume mit Leben füllen“

Was Helmut Wulfhorst, zweiter Vorsitzender der Werbegemeinschaft, nicht glücklich findet: „Damit legt man erst richtig den Finger in die Wunde. So fällt erst auf, wie tot das ist.“ Er könne sich die Ladenlokale und Flächen besser als Galerie vorstellen. „Am besten, wenn da noch ein Künstler sitzt und etwas macht, da also Leben drin ist.“

Schlemmermeile und „Late Night Shopping“

Quicklebendig mutet der Veranstaltungskalender für das Jahr 2019 mit 149 Aktionen an – allerdings zählen dazu auch 50 Wochenmärkte. 48 Veranstaltungen gehören zum Thema Wallfahrt, Feste, Kirchenführungen, zwölf mal im Jahr steht an jedem ersten Freitag im Monat „Late Night Shopping“ an , sechs mal die Schlemmermeile „Meet & Eat“. Dann gibt es noch die Trödelmärkte, Konzerte und Mittelaltermärkte.

Kurzfristige Maßnahmen, um den Stadtkern attraktiver zu gestalten, stellten die TBV vor: So sollen alle 18 Abfallbehälter gegen anthrazitfarbene Modelle mit Zigaretteneinwurf ausgetauscht werden, auch über die Standorte werde man nachdenken. Verrostete Lampen sollen saniert, vertrocknete Beete neu bepflanzt werden. Lob gab es für die neue Treppe hoch zur Stadtkirche, hier wurde sandfarbener Naturstein eingesetzt.

Rosen nachpflanzen

Weitere Pläne: An den Stelen des Historischen Pfades werden Rosen nachgepflanzt, auch wollen die TBV Dreck und Grünspan an Beton-Sitzbänken und Mauern entfernen. Auch der große Domparkplatz könnte in Zukunft anders aussehen, hier sind die Planungen allerdings noch ganz am Anfang, so Arnd Sulimma, Sachgebietsleiter Verkehrsmanagement, Unterhaltung, Straßen. Ein Park & Ride-Parkplatz ist denkbar, auf jeden Fall wolle man den Domparkplatz „in Schuss bringen“.

„Schön wären jetzt kleinere Arbeitskreise“

Landschaftsarchitekt Martin Straßen, einer der Teilnehmer, hat die erste Altstadt-Konferenz recht gut gefallen: „Schön wären jetzt kleinere und damit arbeitsfähige Kreise zu den einzelnen Themen. Das ist aber wohl durch die Verwaltung auch so beabsichtigt, ich bin gespannt.“ Kleinere Vorhaben müssten in Zukunft schneller umgesetzt werden, regte Helmut Wulfhorst an: „Ran an die Schippe, statt ein halbes Jahr darüber nachzudenken, welche Schippe man kauft.“

>>>TREFFEN ALLE DREI MONATE

  • In Zukunft wollen sich die Akteure der Altstadt-Konferenz in einem Rhythmus von drei Monaten treffen.
  • Weitere Informationen gibt es im Internet auf velbert.de/buergerinfo/stadtentwicklung-und-klimaschutz/stadterneuerung/neviges.

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