Gastronomie

Antonio haucht „Berger Stübchen“ in Neviges neues Leben ein

Ein gutes Gespann: Antonio Monticciolo (l.) hat das „Berger Stübchen“ gepachtet, Papa Lino steht ihm mit Erfahrung und Tatkraft zur Seite.

Ein gutes Gespann: Antonio Monticciolo (l.) hat das „Berger Stübchen“ gepachtet, Papa Lino steht ihm mit Erfahrung und Tatkraft zur Seite.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Service

Neviges.  Ein Jahr lang hatte die Traditionsgaststätte „Berger Stübchen“ geschlossen. Jetzt zaubert Pächter Antonio Monticciolo Spezialitäten aus Italien.

Aus dem „Berger Stübchen“ wird das „Berger Stübchen da Monticciolo“. Nein, sie wollen nicht alles anders machen, bloß nicht. Gemütlich soll es bleiben, der alte Eichentresen ist noch da, und wer will, kann hier auch nach wie vor nur sein Pils trinken. Schade wäre es aber schon, wenn sich Gäste das entgehen lassen, was Familie Monticciolo ab Freitag, 19. Juli, so alles serviert: Neben Klassikern wie Pasta, Pizza und Salaten täglich wechselnde saisonalen Speisen. Das kann mal eine Dorade sein, Lammrücken – je nachdem, was der Markt hergibt. Über ein Jahr lang hatte die beliebte Traditionsgaststätte an der Jacob-Lüneschloß-Straße geschlossen, jetzt weht hier frischer Wind. Und wie: Eine ganze Familie freut sich auf Gäste aus Nah und Fern, sehr gern auch aus der direkten Nachbarschaft.

Die Anzeige im Internet entdeckt

Als Antonio Monticciolo (21) die Anzeige im Internet entdeckt hatte, da war es um ihn geschehen. Gerade die höhere Handelsschule für Wirtschaft und Verwaltung erfolgreich abgeschlossen, nebenbei immer ausgeholfen in Papas diversen Restaurants, konnte er sich einen drögen Büro-Job einfach nicht vorstellen. „Ich hab das hier gesehen, und ich wollte es haben.“ Was ihm besonders gefiel an dem Eck-Lokal: „Es ist klein, es ist rustikal. Ich wollte nichts machen, wo man fein den Tisch decken muss.“

Spezialitäten aus Kalabrien

Und Krabbensouflé an Zitronengras, das ist auch nicht sein Ding, lieber handfeste Küche aus Kalabrien, wie sie schon die Großeltern einst servierten. Die weilen zurzeit in der südlichen Heimat, sind stets drei Monate im Jahr in Deutschland. Und finden den Schritt ihres Enkels toll.

Jetzt musste nur noch Papa Lino überredet werden, seine Erfahrung als Zutat beizusteuern – das war ein Leichtes.

Der Pächter ist der Chef

Ich wollte mich ja eigentlich zurückziehen, hab ja schon genug gemacht im Leben, jetzt bin ich doch wieder mitten drin“, sagt der alte Gastro-Hase, der in Wuppertal das Parkschlösschen und die Villa Foresta führte und in Sprockhövel den „Spitzbub“. Aber, und das ist Papa wichtig: „Antonio ist der Chef, er hat das gepachtet.“ Antonio mit seiner Ausbildung könne auch viel besser rechnen „da ist er ziemlich deutsch.“

Beiden juckt es schon in den Fingern, gemeinsam los zu legen. „Es wird bei uns auch frische regionale Küche geben, im Frühling zum Beispiel Maischolle mit Spargel“, sagt Antonio Monticciolo. Was die zahlreichen jungen Familien im Neubaugebiet Jahnsportplatz freuen wird: „Wir finden Kinder toll, und die soll es ja hier ja reichlich geben.“ Der Kinderteller „Pizza Bambino“ sei erfahrungsgemäß der Hit: „Hört sich komisch an, Pommes und Würstchen auf Pizza, aber die lieben das.“ Zwei Mitbewerber, die sich auch für das Berger Stübchen interessierten, hat Antonio übrigens ausgestochen. Regine Höller, die sich um die Vermarktung gekümmert hat. „Die Hausbesitzerin hat ein Herz für junge Menschen.“ Und Antonio, dessen Fußballherz für den AC Mailand schlägt, für seine neue Heimat : „Ich ziehe um nach Neviges, ist so schön hier.“

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