Kegelclub

Die „Drenker Buben“ aus Tönisheide kegeln seit 50 Jahren

Haben immer viel Spaß: Die „Drenker Buben“kegeln in der Gaststätte „Am Schlagbaum“.

Haben immer viel Spaß: Die „Drenker Buben“kegeln in der Gaststätte „Am Schlagbaum“.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Seit 50 Jahren treffen sich die „Drenker Buben“ zum Kegeln. Der Sport hält die vergnügten Herren fit, auch das „Groschengrab“ will gefüllt sein.

Die verflixte Kugel will einfach nicht gerade rollen, springt entweder rechts oder links aus der Bahn. „Nicht die Hand drehen, schön locker bleiben“, rät Lothar Jäger. „Noch mal, das klappt bald so gut wie das Schreiben.“ Endlich fallen zwei Kegelpuppen, die „Drenker Buben“ sind zufrieden mit ihrem Greenhorn. Und können jetzt endlich weitermachen, denn auch nach 50 Jahren kegeln die Herren für ihr Leben gern.

Einst zusammen gebaut

Als 1969 in Tönisheide an der Straße „Auf der Drenk“ die schmucken Einfamilienhäuser entstanden, hätte wohl niemand gedacht, dass die „Drenker Buben“ 50 Jahre später Geburtstag feiern. So lange gibt es den Kegelclub in Tönisheide, der damals gegründet wurde, weil man seine neuen Nachbarn schließlich kennenlernen muss und nicht nur ackern kann. „Wir haben zusammen gebaut, auch mal einen zusammen getrunken. Dabei kamen wir dann auf die Idee, dass wir auch mal kegeln könnten“, erzählt Hans Möller (78), Mann der ersten Stunde bei den „Drenker Buben“. Die sind zwar in den Jahren von 14 auf sechs Kegler geschrumpft, was aber die gute Laune nicht trüben kann.

Gut Holz in der Gaststätte „Am Schlagbaum“

Eine vergnügte, eingeschworene Clique, die sich alle drei Wochen freitags in der Gaststätte „Am Schlagbaum“ an der Nevigeser Straße trifft, ihrer nunmehr dritten Kegelheimat. Ganz zu Anfang rollte die Kugel in der Gaststätte „Zur Erholung“, dann „Zum Jöngken“. Was sie neben der Geselligkeit am meisten schätzen: „Muskelschwund kriegst du hier nicht“, meint Rainer Hammes (71), geht tief in die Hocke, und wie an der Schnur gezogen rollt die Kugel über die Bahn. Dieses Mal lässt Lothar Jäger (78) die Puppen tanzen, er sucht die diversen Spielarten aus. Ob „Schräge sechs“, „Maikäfer“ oder „Fuchsjagd“: Bei jedem Kegelabend küren die „Drenker Buben“ auch ihren König. Spitzenreiter mit vier Titeln ist zurzeit Kurt Piotrowski, mit 67 Jahren der Jüngste der Buben.

Zehn Cent für die Schluckkasse

Karl-Heinz Todisco kann dieses Mal nicht mitmachen, es zwickt im Knie, aber zu Hause bleiben – nein, das geht gar nicht. „Wenn ich früher Frühschicht hatte, dann haben wir schon nachmittags gekegelt“, erzählt der 76-Jährige, der 34 Jahre lang Werkmeister bei Ford in Wülfrath war, und kramt zehn Cent aus dem kleinen Portemonnaie. „Darin sammel ich die ganze Woche Groschen.“ Denn wer gerade keine Runde gibt, der zahlt zehn Cent in die „Schluckkasse“.

Früher feierten sie am Ballermann

Für das Bierchen nebenbei ist die Schluckkasse prima, damit die „Drenker Buben“ aber auch ein Mal im Jahr sorglos auf Tour gehen können, zahlt jeder zu Anfang des Kegelspaßes 20 Euro in die Gemeinschaftskasse. „Früher sind wir immer nach Mallorca gefahren, Ballermann sechs“, erzählt Hermann Pfaffe (80) vergnügt. „Am Strand haben wir uns über Frauen unterhalten, später dann nur noch über Krankheiten. Ich hab dann gesagt: Dafür müssen wir nicht so weit fahren.“ Humor haben die „Drenker Buben“ alle, und seit einiger Zeit genauso viel Spaß im sauerländischen Attendorn. „Im Hanse-Hotel ist alles inklusive. Biggesee-Tour, Disco oder Zweimann-Kapelle, alles drin“, sagt Lothar Jäger und freut sich schon auf die nächste Bustour. „Eigentlich muss man gar kein Geld mehr mitnehmen“, meint auch Rainer Hammes ganz begeistert. Ganz klar, dass hier jeder gern das Groschengrab füllt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben