Toter Winkel

Die technischen Betriebe Velbert rüsten ihre Fahrzeuge auf

Landrat Thomas Hendele, Bürgermeister Dirk Lukrafka, Polizeihauptkommissar Ralf Schefzig und TBV Geschäftsführer Sven Lindemann stellen die Aktion Toter Winkel vor.

Landrat Thomas Hendele, Bürgermeister Dirk Lukrafka, Polizeihauptkommissar Ralf Schefzig und TBV Geschäftsführer Sven Lindemann stellen die Aktion Toter Winkel vor.

Foto: Alexandra Roth

Velbert.   Der elektronische Abbiegeassistent soll Unfälle verhindern. TBV und Verkehrwacht klären in der Aktion „Toter Winkel“ Schüler über Gefahren auf.

Motoren, große Autos, viel PS – Das lässt Männerherzen höher schlagen. Freudestrahlend setzen sich TBV-Vorstand, Bürgermeister und Landrat in das Führerhaus des nagelneuen Müll-Fahrzeuges, das gerade auf den Betriebshof am Lindenkamp gefahren ist. 26 Tonnen, 360 PS. „Aber darum geht es natürlich nicht“, erklärt Sven Lindemann, Vorstand der Technischen Betriebe Velbert (TBV). Das Besondere an dem Fahrzeug: Es hat einen Abbiege-Assistenten.

„Wir haben jetzt 17 Fahrzeuge mit dem Toten-Winkel-Assistenten ausgestattet“, so Lindemann. 14 Wagen wurden aufgerüstet, drei komplett neue Fahrzeuge angeschafft. Eine wichtige Veränderung, wie Bürgermeister Dirk Lukrafka findet: „Man hört ja immer wieder von Unfällen. Die Gefahr des toten Winkels ist riesig.

Schülern die Gefahr bewusst machen

In den Großfahrzeugen der TBV erfasst nun eine Kamera den Bereich direkt vor dem Führerhaus und den toten Winkel neben dem Fahrzeug. Über einen Bildschirm hat der Fahrer diesen Bereich dann während der Fahrt im Blick. Und trotzdem: „Schüler wissen oft gar nicht, wie groß der tote Winkel wirklich ist“, glaubt Lindemann. Deswegen sei die Zusammenarbeit mit der Verkehrwacht Mettmann entstanden.

In der Aktion „Toter Winkel“ bringen TBV und Verkehrwacht Schülern näher, wie gefährlich der Bereich um Großfahrzeuge herum im Straßenverkehr wirklich ist. Dabei wird den Schülern nicht nur vom toten Winkel erzählt. „Sie sitzen selbst im Wagen und sehen, was sie nicht sehen“, erklärt der Vorsitzende der Verkehrwacht Mettmann Ralf Schefzig. Besonders erstaunlich: „Da verschwinden teilweise ganze Schulklassen im toten Winkel.“ Und das sei auch vielen Erwachsenen nicht bewusst.

Unfälle mit dem Assistenten vermeidbar

Auch TBV-Fahrer Mehmet Demir hat schon Erfahrungen mit dem toten Winkel gemacht. „Meinen ersten Unfall hab ich genau deswegen gebaut“, sagt er. Damals habe er zum Glück „nur“ ein Auto übersehen, aber er ist sich sicher: „Das wäre mit dem Assistenten wahrscheinlich nicht passiert.“ Die neue Ausrüstung sei also eine sehr große Hilfestellung für ihn.

„Ich bin froh, dass wir mit den TBV einen neuen Partner gefunden haben“, bestätigt auch Tanja Smigoc von der Verkehrswacht Mettmann. Sie koordiniert die Aktion „Toter Winkel“ und betont, wie wichtig die Aufklärung in den Schulen sei. Mit den technischen Betrieben habe die Aktion erstmalig im Oktober letzten Jahres stattgefunden und „das war ganz toll“, sagt die Projektmanagerin.

Schüler und Lehrer erleben bei der Aktion, wie eingeschränkt die Sichtmöglichkeit von Lkw-Fahrern beim Abbiegen ist. Landrat und Schirmherr der Verkehrswacht Mettmann sind überzeugt von diesem Konzept: „Wenn man das nicht selbst gesehen hat, ändert man ja sein Verhalten auf der Straße ja nicht.“

>>>ABBIEGEASSISTENT NICHT GESETZLICH VORGESCHRIEBEN

  • Seit 2014 führt die Kreisverkehrswacht Mettmann gemeinsam mit der Kreispolizei die Aktion „Toter Winkel“ durch.
  • Ziel der Kreisverkehrwacht ist es, jede zweite Woche eine Aktion an einer Grundschule durchführen zu können. „Dafür brauchen wir Fahrzeuge“, sagt Tanja Smigoc.
  • Bisher besteht keine gesetzliche Pflicht zum Einbau von Abbiegeassistenten. Ralf Schefzig ist sich aber sicher: „Das wird kommen.“

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