Klassentreffen

Ehemalige I-Dötze treffen sich nach 80 Jahren

Hatten viel Spaß im Restaurant „Kleine Schweiz“: Die ehemaligen I-Dötze ais Neviges. Die strahlende Dame in der zweiten Reihe, die zweite von rechts, ist Leni Hauger.

Foto: Hauger

Hatten viel Spaß im Restaurant „Kleine Schweiz“: Die ehemaligen I-Dötze ais Neviges. Die strahlende Dame in der zweiten Reihe, die zweite von rechts, ist Leni Hauger. Foto: Hauger

Neviges.   Haargenau kann sich Leni Hauger an ihre Einschulung 1937 erinnern. 80 Jahre später haben die ehemaligen I-Dötze viel Spaß beim Klassentreffen.

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Wenn Post von „Leni aus dem Schwarzwald kommt“, dann wissen Hans, Günter und Werner, wo die Glocken hängen. Dann heißt es: Lokal aussuchen, Termin festzurren, bitte fertig machen zum Klassentreffen. Und das war in diesem Jahr ein ganz besonderes: 80 Jahre nach ihrer Einschulung kamen die ehemaligen I-Dötze aus der katholischen Schule im Restaurant „Kleine Schweiz“ zusammen.

Bewährtes MÄnner-Trio organisierte die Treffen

Und auch dieses Mal hat Leni Hauger, die seit 1957 im schönen Schwarzwald lebt, alle angeschrieben – und Hans Douven, Günter Wiesen und Werner Reipschläger haben sich wieder vor Ort um alles gekümmert. Seit ihrem Treffen zum 70. Einschulungs-Jubiläum kommt die Clique einmal im Jahr zusammen. „Früher haben wir uns alle fünf Jahre getroffen, aber dann sagten wir uns: Wir haben ja nicht mehr so viel Zeit“, erzählt Leni Hauger, die sich noch haarklein an den Einschulungstag im April 1937 erinnern kann.

„Die Hakenkreuz-Fahne wurde gehisst, wir mussten das Horst Wessel-Lied singen, natürlich mit erhobenem Arm. Das war für uns Kinder ganz schön anstrengend.“

Nach Bombenangriffen kamen auch Kinder aus Essen

Und dann wurde es richtig ernst, aber zum Glück hatte man ja schon im Kindergarten die allerwichtigste Frage geklärt: wer neben einem sitzt „Das war bei mir die Annemarie, das hatten wir vorher schon so abgemacht.“ Leider währte das Glück nur ein paar Tage: „Wir hatten uns die erste Reihe ausgesucht, aber da wurden dann die Kurzsichtigen hingesetzt. Annemarie blieb, ich musste nach hinten.“ Etwa 30 Kinder drückten die Schulbank, später waren es gut doppelt so viel: „Nach den schweren Luftangriffen 1943 und 1944 auf Essen kamen ja noch die Essener Kinder dazu.“ Doch das war weit nach der „Vermischung von katholischen und evangelischen Schülern“.

Unzählige Stunden im Luftschutzkeller verbracht

Wer rechts von der Hauptstraße wohnte, kam in die katholische Schule an der Weststraße, wer links wohnte, in die evangelische Schule an der Wilhelmstraße.

Genau erinnern kann sich Leni Hauger, die 1941 auf die „Höhere Schule“ wechselte, wie man die Realschule in Neviges damals nannte, auch an die unzähligen Stunden im Luftschutzkeller. „Wenn Düsseldorf, Wuppertal und vor allem Essen bombardiert wurden, flogen die ja alle über Neviges.“ Den großen Bunker an der Wilhelmstraße hat sie immer gemieden. „Da war ich nie drin, der war mir unheimlich.“

Schulgebäude zerstört: Unterricht fiel ein Jahr lang aus

Nach Kriegsende fiel der Unterricht von 1945 bis 1946 für ein Jahr lang aus – die Schule war nach einem Bombenangriff erheblich zerstört. „Das fand ich schrecklich, ich ging doch so gern zur Schule“, sagt die Nevigeserin, die 1948 eine kaumännische Lehre begann und Weihnachten 1956 heiratete. Bedingt durch den Beruf ihres Mannes, der in der Textilbranche tätig war, zog das Paar in den Schwarzwald.

Mit 83 Jahren zum zweiten Mal geheiratet

Trotz der vier Kinder fand Leni Hauger immer Zeit für ihre Leidenschaft: das Schreiben. „Ich war freie Mitarbeiterin beim Schwarzwaldboten.“ Als ihr erster Mann 1980 stirbt, krempelt Leni Hauger die Ärmel hoch, findet eine Stelle als Sekretärin – und später zum zweiten Mal ihr großes Glück: „Ich habe meinen Chef geheiratet, da war ich 83.“ Ihre zweite große Liebe kam auch mit zum Klassentreffen, zu dem Leni Hauger auch 2018 wieder alle anschreiben wird.

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