Gesellschaft

Ehepaare entscheiden sich meist für den Namen des Mannes

Bei der Namenswahl geht es traditionell zu. Die meisten Paare wählen den Namen des Mannes als Familiennamen.

Bei der Namenswahl geht es traditionell zu. Die meisten Paare wählen den Namen des Mannes als Familiennamen.

Foto: dpa

Velbert.   Nur acht Prozent der Paare in Velbert wählen den Namen der Frau als Familiennamen. Frauen entscheiden sich häufiger für einen Doppelnamen.

Bei rund drei Viertel aller Eheschließungen in Deutschland wird heute der Nachname des Mannes zum gemeinsamen Ehenamen. Das ist zwar viel, sieht man sich jedoch die Zahlen von vor rund 40 Jahren an merkt man welch eine Entwicklung stattgefunden hat, damals betrug der Anteil noch 98 Prozent.

Die Veränderung der vergangenen Jahrzehnte hat die Gesellschaft für deutsche Sprache zuletzt 2016 untersucht und dazu Daten von 174 Standesämtern deutschlandweit ausgewertet. Demnach scheint es auch beliebter geworden zu sein, sich für einen Doppelnamen zu entscheiden. Bundesweit machen etwa acht Prozent der Paare von der Möglichkeit Gebrauch, einen Doppelnamen zu wählen.

Nur ein Prozent der Männer in Velbert wählt einen Doppelnamen

In Velbert entscheiden sich dabei vor allem Frauen bei der Eheschließung dafür einen Doppelnamen anzunehmen (10 Prozent). Männer, die sich dafür entscheiden, zu ihrem Nachnamen auch den Namen der Ehefrau zu übernehmen machen in Velbert, mit weniger als einem Prozent, nur einen kleinen Teil aus. Häufiger kommt es hingegen vor, dass Männer nach der Eheschließung nur noch den Nachnamen der Frau tragen (acht Prozent).

Wahl wird oft mit der Tradition begründet

Die Gründe für Wahl des Familiennamens sind dabei sehr unterschiedlich. So führt die Gesellschaft für deutsche Sprache zum Beispiel an, dass eine Entscheidung für den Familiennamen des Mannes oft mit Tradition begründet werde. „Diese Argumentation wird meist von den Männern selbst genutzt, die es mitunter als ein Zeichen von Schwäche, von Unmännlichkeit empfinden, wenn sie den Namen ihrer Frau annehmen. Dieses Denken ist in den Köpfen vieler Menschen noch stark verwurzelt“, heißt es in einem Bericht der Gesellschaft.

Karriere und Namenwahl

Weiterhin sei ein Kriterium bei der Entscheidung, ob sich einer der Partner mit dem Namen bereits eine berufliche Karriere aufgebaut hat. In diesem Fall würde der Name fortgeführt, oder sich notfalls für einen Doppelnamen entschieden werden. Aber auch die Ästhetik stellt oft einen wichtigen Punkt dar: Welcher Name wird als schöner wahrgenommen oder klingt besser mit welchem Vornamen?

Dass es viele Möglichkeiten bei der Namenswahl gibt, war nicht immer gegeben. Bis zur Eherechtsreform 1976 musste in jedem Fall der Name des Mannes der Name der Eheleute werden. Ab 1957 wurde es für Frauen zumindest möglich, ihren Mädchennamen an den Namen des Mannes anzuhängen.

Erst seit 1991 dürfen beide Partner ihren Namen behalten

Dass beide Ehepartner nur ihren Namen behalten, ohne den Namen des anderen anzunehmen, ist erst seit 1991 nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts realisierbar. In Velbert machen nach Angaben der Stadt rund 14 Prozent der Paare, die sich 2018 vermählt haben, von dieser Variante Gebrauch.

Wer er sich nach der Entscheidung zum Doppelnamen doch anders überlegt, hat die Möglichkeit diesen zu widerrufen, einmalig. In diesem Fall wird nur noch der gemeinsame Familienname, auf den sich die Partner geeinigt haben, geltend gemacht.

>>>GEMEINSAMER DOPPELNAME IST UNMÖGLICH

  • Beim Standesamt Velbert kam es 2018 zu insgesamt 349 Eheschließungen.
  • Bisher können Eheleute keinen gemeinsamen Doppelnamen tragen.
  • Die Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. veröffentlich jährlich eine Liste der zehn beliebtesten Vornamen.
  • Zu sehen ist die Liste auf gfds.de

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