Stadtentwicklung

In Velbert fehlen Grundstücke für fast 400 Wohnungen

Obwohl die Einwohnerzahl schrumpft, werden zusätzliche Wohnungen benötigt.

Obwohl die Einwohnerzahl schrumpft, werden zusätzliche Wohnungen benötigt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Velbert.  Analyse des Wohnraumbedarfs bis 2035 im Planungsausschuss vorgestellt. Wohnungen in Einfamilienhäusern ebenso gefragt wie in Mehrfamilienhäusern

In Velbert werden bis zum Jahr 2035 Grundstücksflächen für fast 400 Wohnungen fehlen. Dies ist unter anderem das Ergebnis des „Handlungskonzeptes Wohnen“, das Gutachter der Firma Empirica in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses vorstellten.

Zusätzliche Gebiete aus Regionalplan werden wohl nicht gebraucht

Insgesamt werden in den nächsten 15 Jahren rund 1900 zusätzliche Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern gebraucht, für etwa 1500 werden Flächen vorhanden sein. Planungsamtsleiterin Heike Möller ist zuversichtlich, dass sich die nötigen zusätzlichen Grundstücke innerhalb des Velberter Siedlungsgebietes finden lassen. Sie gehe davon aus, dass die im Regionalplan als mögliche Wohnbauflächen vorgehaltenen Gebiete am Donnenberg, Wallmichrath und am Gutsweg nicht bebaut werden müssten. „In den letzten 20 Jahren sind neue Baugrundstücke vor allem im Innenstadtbereich erschlossen worden, auf schon ehemals bebauten Grundstücken“, so Heike Möller. Dies solle auch zukünftig möglich sein.

Der Trend geht zu kleineren Haushalten

Die Gutachter erstellten eine genaue Analyse des Velberter Wohnungsmarktes. Die Bevölkerung der Schlossstadt wird der Prognose zufolge in den nächsten 15 Jahren auf rund 79.000 schrumpfen. Die Zahl der Geburten werde deutlich niedriger sei als die der Sterbefälle, ohne Zuzüge in die Stadt würde der Schrumpfungsprozess noch deutlicher ausfallen. Allerdings werde die Zahl der Haushalte zumindest mittelfristig nicht so stark abnehmen, wie die Einwohnerzahl. Denn der Trend gehe zu kleineren Haushalten. Da die Quadratmeterzahl pro Person zunehme und der alte Bestand den Ansprüchen – auch energetisch – oft nicht mehr genüge, müssten Neubauten her.

Velbert ist zur Wohnstadt geworden

Die Gutachter haben sich angesehen, wer die Zuzügler in den vergangenen Jahren gewesen sind. Viele kamen aus dem Ausland nach Velbert, aber auch aus den umliegenden großen Städten, wie Wuppertal, Essen und seit neustem auch aus Düsseldorf. Es sind, so schilderte es Philipp Schwede von Empirica, vor allem junge Familien, die in Velbert eine neue Heimat gefunden haben. „Mittlerweile gibt es im Gegensatz zu früher deutlich mehr Auspendler als Einpendler. Das zeigt, dass Velbert auch zu einer Wohnstadt geworden ist“, führte Schwede weiter aus.

Attraktiv für junge Familien

Diese jungen Familie suchten vor allem Baugrundstücke und Wohnungen in sicheren Quartieren mit Spielmöglichkeiten für Kinder im näheren Umfeld.

Die Zahl der älteren Bürger wächst

Die Zahl der älteren Menschen in der Schlossstadt wird weiter zunehmen, daher wird auch der Bedarf an altengerechten Wohnungen steigen, dies würden vor allem Mietwohnungen sein. Dies könnten, so die Gutachter, einerseits Neubauten sein, es könnten aber auch Vermietern Anreize gegeben werden, Wohnungen aus ihrem Bestand barrierefrei umzubauen. Diese altengerechten Wohnungen sollten zentral in einem sicheren Umfeld liegen. Nach bundesweiten Untersuchungen wollen die meisten älteren Menschen auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Sie haben Interesse an einem Mehrgenerationenwohnen in der Nachbarschaft. Wichtig sei auch ein „Quartierspflegekern“, ein Pflegedienst im Quartier, auch betreute Wohngemeinschaften seien denkbar.

Günstiger Wohnraum wird weiter benötigt

Die Zahl von Menschen, die in Velbert auf Transferleistungen wie Hartz IV angewiesen sind, ist in den letzten Jahren gestiegen, die Zahl der preisgebundenen Wohnungen sinkt hingegen. Das Angebot derzeit sei ausreichend, man solle den Bestand an preisgünstigem Wohnraum aber auf jeden Fall halten.

Die rund 1900 Wohneinheiten, die bis zum Jahr 2035 in Velbert gebraucht werden, verteilen sich fast zu gleichen Teilen auf ein Ein-/Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser, wobei in letzteren der Anteil von Mietwohnungen bei rund 75 Prozent liegen sollte, der Rest sind Eigentumswohnungen.

Der Aussschuss beschloss, dass sich die Stadtverwaltung an die Handlungsempfehlungen halten und zugleich künftig eine Wohnraumbeobachtung installieren soll.

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