Jazz Matinée

Jon Boutin und seine Band begeistern in Neviges

Hauchten den Jazz-Legenden neues Leben ein: Jon Boutin und seine Band begeisterte in der Vorburg.

Hauchten den Jazz-Legenden neues Leben ein: Jon Boutin und seine Band begeisterte in der Vorburg.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Neviges.  Trompeter Jon Boutin und Band begeistern 300 Besuchern bei der Jazz Matinée am Schloss. Neben Klassikern spielten sie auch Eigenkompositionen.

Trockenes Wetter, angenehme Temperaturen und nicht zuletzt das wunderschöne Ambiente lockten wieder zahlreiche Musikfreunde zur Jazz Matinee in den Innenhof der Vorburg. In Liegestühlen oder auf Bierbänken genossen sie ein ganz besonderes Open Air Konzert anspruchsvollster Jazzkunst. Ein minimalistisches Schlagzeug, ein gigantischer Kontrabass, eine Jazzgitarre, eine Trompete und vier begnadete Musiker- mehr braucht es eigentlich nicht, um den rund 300 Besuchern der Jazz-Matinée an diesem Sonntagmittag einen fulminanten musikalischen Hochgenuss zu servieren.

Songs der Jazz-Legenden begeistern

Jon Boutin, ein junger, begnadeter US- Jazztrompeter und mindestens genauso guter Sänger und seine drei Mitstreiter Peter Koval, Wílfried Böcker und Nico Stollmann sind ein eingespieltes Jazz Quartett, das selbstverständlich und unangestrengt die großen Jazzklassiker von Frank Sinatra oder Nat King Cole interpretiert- aber mit genauso viel Spielfreude und Tiefe Eigenkompositionen vorstellt.

„I speak English, I am sorry“, begrüßt Jon Boutin die vielen, hauptsächlich älteren Zuhörer mit einem verschmitzten Lächeln, „but that does not matter, Music is an international language.“ Dann widmet er sich wieder ganz seiner Musik, „“When I fall in love“ von Nat King Call, sei „the most beautiful ballad“ fügt er vorab noch schnell an, taucht dann ab in den Rhythmus, in die Arrangements, snippt seicht mit den Fingern, überlässt allzu gern auch seinen musikalischen Gefährten ihre Soloparts, erfreut sich daran.

Besucher nippen an Weißweinschorlen

Es ist eine ganz zurückhaltende Leidenschaft, die diese vier Menschen unter dem kleinen schwarzen Dachzelt nach außen transportieren. Viele Besucher haben es sich in den grünen Liegestühlen gemütlich gemacht, genießen eine kalte Weißweinschorle, einen Kaffee, ein Bier, manche haben die Augen geschlossen und versinken in diesen so besonderen Moment, es ist friedlich und doch stimmungsvoll, kulturell anspruchsvoll aber nicht anstrengend. Die Temperaturen sind angenehm, der wolkenbehangene Himmel reißt ab und an auf, dann beginnen die Menschen zu blinzeln, holen ihre Sonnenbrillen hervor. „Pennies from Heaven“ wurde von Bing Crosby geschrieben, Jon Boutin aber orientiert sich in seiner Interpretation natürlich an der Coverversion von Frank Sinatra.

Klangvolle Eigenkomposition eines Klassikers

Dass er nicht nur ein großartiger Trompeter ist, sondern auch gesanglich zu den Großen gehört, beweist der smarte junge Mann mit dem dunklen Bart vor allem bei „Georgia in my mind“ von Ray Charles. „That Thing“ ist eine klangvolle Eigenkomposition und genau um diese Mischung von großen amerikanischen Klassikern mit selbstgeschriebenen Stücken geht es dem gebürtigen Amerikaner, der seit 2008 in Düsseldorf lebt und seitdem mehrfach auch anderes als Jazz gespielt hat: mit der Oil/Punkabend „Broilers“ hat er 2012 eine Toten Hosen Tournee begleitet, mit dem Grease-Musical war er zweimal auf internationaler Tournee.

Boutin leitet die „Big Band Friends“

Seit Anfang dieses Jahres ist Jon Boutin musikalischer Leiter der Düsseldorfer „Big Band Friends“ und arbeitet als Trompetenlehrer. Die meisten der Besucher wissen das alles nicht, es ist auch nicht wichtig. Sie genießen schlicht diese hochwertige Jazzdarbietung- gespickt mit Swing- und Blueselementen- an einem entspannten Sonntagmittag.

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