Kirche

Katholische Gemeinde in Velbert baut ein neues Pfarrzentrum

Der Entwurf des Büros „Heiermann Architekten“ (Köln) – hier das Modell – hat bei dem Wettbewerb den ersten Platz belegt.

Der Entwurf des Büros „Heiermann Architekten“ (Köln) – hier das Modell – hat bei dem Wettbewerb den ersten Platz belegt.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Pfarrgemeinde St. Michael und Paulus plant in Velbert ein neues Pfarrzentrum. Für das Projekt muss aber erst ein wichtiges Geschäft perfekt sein.

Die katholische Kirchengemeinde St. Michael und Paulus schickt sich an, einen großen Schritt in die Zukunft zu machen: Sie nimmt den Bau eines neuen Pfarrzentrums in Angriff. „Das ist ja schließlich für uns auch eine wichtige Perspektive“, sagt Christopher Frieling, der dem Kirchenvorstand angehört. Das Projekt habe ein Volumen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro und solle das bestehende, in den 1960er Jahren errichtete Pfarrzentrum Mittelstraße 7 a im hinteren Teil des Grundstücks gegenüber der Kita St. Marien ablösen bzw. ersetzen. Als Standort ist die Grünfläche direkt an der Mittelstraße vor der Kirche bzw. deren Sakristei ausgeguckt.

Erste Neubau-Überlegungen wurden bereits geraume Zeit vor der Fusion der beiden Pfarrgemeinden im Jahr 2010 angestellt, die die Stadtbezirke Velbert-Mitte und -Langenberg abdecken und aktuell rund 15 000 Gemeindemitglieder haben. „Das Raumkonzept passt nicht mehr.

Eine Etage ist an die Stadt vermietet

Hinsichtlich der Bausubstanz gibt’s starken Renovierungsbedarf. Die Bewirtschaftung ist einfach viel zu teuer“, zählt Ulrich Herz einige der Nachteile auf. Und weil die Flächen mittlerweile deutlich zu groß geworden seien, so der Pfarrer weiter, habe man schon vor Jahren eine Etage an die Stadt für die Ogata der Ludgerusschule vermietet.

Treppen sind hinderliche Hürden

Hinzu komme das Problem der Erreichbarkeit, der Saal sei beispielsweise in der ersten Etage. „Überall Treppen, ohne Treppensteigen geht nix.“ Es müsse jetzt eine „große Lösung für die Innenstadt“ her, das bedeute ein schlüssiges Gesamtkonzept für St. Marien und St. Joseph zusammen.

Künftig deutlich geringere Betriebskosten

Im Pfarrzentrum treffen sich etwa die kfd-, Jugend- und die Querflötengruppen, kommen auch die derzeit vier Chöre – angefangen von den Kindern bis hoch zu den Senioren – zusammen. Das Pastoralbüro als zentrale Verwaltung mit seinen fünf Mitarbeitern ist dort ebenfalls untergebracht. Das neue Gebäude soll auf jeden Fall behinderten- und seniorengerecht sein, eine Nummer kleiner ausfallen, eine höhere Energieeffizienz aufweisen und spürbar geringere Betriebskosten verursachen.

Erzbistum zieht bei dem Projekt mit

Allerdings: „Wir müssen etwa 30 Prozent Eigenmittel aufbringen“, erläutert der Pfarrer. Deshalb sei die Pfarrgemeinde dringend auf den Erlös durch die geplante Vermarktung eines Teil-Grundstücks von St. Marien mit dem leerstehenden Pfarrhaus vorne und eben dem alten Pfarrzentrum im hinteren Teil angewiesen. Die Kita bleibe davon unberührt. Gespräche mit Bauträgern und Investoren liefen bereits; nach Verkauf und Abriss sei dort eine der Umgebung angepasste Wohnbebauung möglich. Wie das morgen einmal ausschauen könnte, das ist zurzeit ebenfalls auf den Plänen der kleinen Ausstellung in St. Marien zu sehen (s. Info zum Text).

Ein wichtiges Votum ist schon klar und liegt vor: „Das Erzbistum hat seine Zustimmung gegeben, erkennt die Wichtigkeit unseres Projektes an und hat das bestätigt“, berichtete Christopher Frieling. Mehr noch: Es unterstütze die Pfarrgemeinde auch beratend und finanziell bei ihrem Vorhaben. „Es steht also fest, dass das Bistum das mitträgt.“

Auswahl ist Sache des Kirchenvorstands

Der Beschluss des Kirchenvorstands, das Ganze konkret anzugehen und in die Planung einzusteigen, fiel vor vier Jahren. Mit Unterstützung eines Projektplaners hat die Gemeinde jetzt einen Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich sechs Büros beteiligt und ihre Vorschläge eingereicht haben; Anfang Juli hat eine Jury nun nach erfolgter Vorprüfung über den ersten, zweiten und dritten Platz entschieden.

Jede Lösung hat ihren eigenen Charme

„Der erste kriegt aber nicht automatisch den Auftrag“, stellt Holger Beckmann klar. Vielmehr werde der Kirchenvorstand, dem er selbst auch angehört, seine Wahl unter den drei Erstplatzierten treffen, sobald konkrete Zahlen auf dem Tisch lägen und die Vermarktung perfekt sei. „Ich kann mich mit allen dreien anfreunden“, setzt Beckmann noch hinzu. „Jede Lösung hat ihren Charme“, merkt Herz an, und sagt auf Nachfrage zur Zeitschiene: „Wenn wir mal anfangen würden, wäre schon gut. Vielleicht Ende 2020.“

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