Kabarett

Komiker gelingt eine moderne Parodie auf Heinz Erhardt

Nicht nur Heinz Erhardt parodierte Andreas Neumann im Alldie-Kunsthaus. Zeitweilig hatte das Publikum den Eindruck, auch Ekel Alfred, Theo Lingen, Dieter Hallervorden und Louis de

Nicht nur Heinz Erhardt parodierte Andreas Neumann im Alldie-Kunsthaus. Zeitweilig hatte das Publikum den Eindruck, auch Ekel Alfred, Theo Lingen, Dieter Hallervorden und Louis de

Foto: Stefan Arend

Langenberg.   Andreas Neumann ließ in Langenberg den großen Heinz Erhardt auf der Bühne auferstehen. Dafür überführte er dessen Witz gekonnt in die Moderne.

Der zwölfjährige Loïc war unangefochten der jüngste von insgesamt 130 Gästen des Alldiekunst-Hauses am Samstagabend. Der Langenberger begleitete seine Oma zu Andreas Neumann, der Heinz Erhardt in „Einer für alle – alle für einen“ parodierte. Und Loïc hatte, wie auch alle anderen Gäste, sicht- und hörbaren Spaß: „Es gefällt mir gut, es ist witzig.“ Neumann überführte bei seinem Auftritt den Humor des großen Komikers Erhardt gekonnt in die Moderne.

Vor allem jedoch die Wortakrobatik kam sehr gut an. Schlag auf Schlag sparte Neumann nicht an Wortwitz und parodierte zunächst Heinz Erhardt so gekonnt, dass man zeitweilig vergessen konnte, dass auf der Bühne nicht das Original stand: „Haben sie einen Migrationshintergrund? Raufaser, gestrichen grün.“ Neumann baute viele aktuelle Themen ganz in Heinz-Erhardt-Manier ein, holperte in einem Elektromarkt durch HDMI- und Scart-Anschlüsse, wo er doch nur einen Flachbildschirm kaufen wollte: „Ein Flachbildschirm ist vernünftig, wenn das Programm schon keine Tiefe hat.“

Das Bühnenprogramm weckt Kindheitserinnerungen

Der Velberterin Susanne Peters gefiel der Abend: „Es ist so wie erwartet. Ich kenne Heinz Erhardt ja von früher. Ich finde es leicht verständlich und ich mag diese Versform.“ Diese hatte Neumann zuhauf mitgebracht: „Ein langer dicker Regenwurm geriet in einen Regensturm...“ Doch Peters fand auch die anderen Charaktere gut: So gab es Szenen aus der Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann, Jürgen von Mangers Tegtmeier war zu hören, Marcel Reich-Ranicki diskutierte als Flaschengeist mit Ekel Alfred (Tetzlaff) und etwa Theo Lingen. Auch Inge Meisel in ihrem typischen Dialekt fehlte nicht.

Und wer nicht gleich heraus hört, wer da spricht, bekam unauffällig Hilfe: „Nicht dass sie denken, ich hätte Honig im Kopf“, parodierte er Dieter Hallervorden als Polizisten. Und auch über sich selbst machte Neumann nette Scherze: „Bis gerade noch habe ich transpiriert, jetzt schwitze ich, und die Presse schreibt dann, der Künstler des Abends war doch nur ein Auslaufmodell.“ Die Inhalte waren an seine Figuren angepasst, die Dialekte wunderbar imitiert und auch nonverbal passte alles.

Das fand ebenfalls Iris Kotulla: „Es erinnert mich an meine Kindheit, das ist der Humor meiner Eltern, den ich so als Kind mitbekommen habe. Bei Heinz Erhardt hat man das Gefühl, dass er live auf der Bühne steht. Obwohl ich ihn nicht live kennengelernt habe. Man hat das Gefühl einer Zeitreise.“ Die Langenbergerin ist ein treuer Fan jeder Comedy-Veranstaltung, die im Alldie-Kunsthaus stattfindet: „Ich finde toll, dass es Alldie-Kunst gibt und dass das alles die Ehrenamtlichen so auf die Beine stellen.“

Bei Wortwitzen muss man höllisch aufpassen

Heinz Erhardt begleitet die Langenbergerin Ute Delarue schon ihr Leben lang, daher war es ihr ein Leichtes, Enkel Loïc anzustecken. „Diese Wortwitze und Wortspiele sind so…“ – „Überraschend“, ergänzt Elke Delarue und erläutert, wie gut ihr die Wortverschachtelungen gefallen. Heinz Erhardt nahm Silben und baute sie ganz plötzlich in neue Zusammenhänge. Doch dabei muss man höllisch aufpassen, wie Erhardt-Neumann auf der Bühne bewies: „… ich habe mich nicht geheiratet… Moment... ich habe mich nicht getraut.“

Hannelore Schmitz fand Heinz Erhardt immer schon gut: „Auch im Fernsehen. Diese Art von Humor fand ich klasse. Sonst wäre ich nicht hier. Der Parodist macht das gut, ich habe alle erkannt.“

Sogar Johannes Heesters singt ein Lied

Sehr angenehm überrascht war dagegen Hans Schirm aus Velbert: „Es gefällt mir sehr gut. Vor allem, dass er aktuelle Themen mit eingebaut hat.“ So auch der Langenberger Manfred Gerstendorf: „Es war super, ich wusste gar nicht, dass es nicht nur um Heinz Erhardt geht, sondern auch um die anderen Künstler. Ich bin ganz begeistert. Neumann bindet auch das Publikum und anderes Spontanes ein.“

Es war ein Abend, bei dem man all den großen Kabarettisten wieder begegnen konnte, so fehlten auch Louis de Funès und Hans Moser nicht, gar Johannes Heesters sang sein Lied. Ganz im Sinne von „Einer für alle – alle auf einmal.“

>> WEITERE KABARETTISTEN SIND IN LANGENBERG ZU GAST

  • Der nächste Kabarettist kommt am Freitag, 7. Juni, ins Alldie-Kunsthaus: Christian Ehring erheitert mit „Keine weiteren Fragen“.
  • Eine Woche später, am 14. Juni, lädt Hagen Rether mit seinem Programm „Liebe“ ins Historische Bürgerhaus nach Langenberg ein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben