Handel

Leerstand in Neviges mit aller Kraft bekämpfen

Die Schließung des beliebten Kaufhauses Gassmann im Januar 2019 schmerzt die Nevigeser besonders. Bisher ist noch kein Nachmieter gefunden.

Die Schließung des beliebten Kaufhauses Gassmann im Januar 2019 schmerzt die Nevigeser besonders. Bisher ist noch kein Nachmieter gefunden.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   Der Vorstand der Werbegemeinschaft wünscht sich im Kampf gegen den Leerstand mehr Hilfe durch die Stadt. Und hat dazu auch Vorschläge.

Wer vom Parkplatz Auf der Beek in die Innenstadt schlendert, der sieht als erstes die triste Schaufensterfront des ehemaligen Kaufhauses Gassmann, das im Januar seine Pforten schloss. Ein paar Meter weiter links der nächste Leerstand: die frühere Filiale des SOS-Teams, die Second-Hand-Mode wird seit Monaten in der Zentrale an der Bernsaustraße verkauft. Schon lange tot ist der Laden an der Ecke zur Kirchtreppe, vor mehr als zwei Jahren machte Rossmann dicht. 24 von insgesamt 129 Läden in der Nevigeser Innenstadt stehen nach Auskunft des Stadtsprechers Hans-Joachim Blißenbach leer. Eine Zahl, die den Vorstand der Werbegemeinschaft Neviges alarmiert. Er sammelt bereits Ideen, wie die Einrichtung einer Markthalle, um den Handel aufzufrischen, mehr Käufer nach Neviges zu locken. Bei der 2. Altstadtkonferenz am 22. Mai in der Glocke erhofft er sich verstärkt Unterstützung vom Fachbereich Wirtschaftsförderung.

Im Februar hatte die Stadt Velbert erstmals Vertreter aus den Bereichen Handel, Wirtschaft, Kirchen und Kultur zu diesem Treffen eingeladen. Auch Bürgermeister Dirk Lukrafka ist dabei, wenn „Nevigeser Akteure“, wie es in der Einladung heißt, ihre Ideen und Impulse für ein lebenswertes Neviges einbringen. „Die Resonanz beim ersten Mal war prima, jetzt freuen wir uns darauf, dass die wirklich wichtigen Dinge in den Vordergrund gestellt werden“, sagt Helmut Wulfhorst, zweiter Vorsitzender der Werbegemeinschaft.

Wirtschaftsförderung müsse mehr Präsenz zeigen

Und dazu zählt für ihn und den 1. Vorsitzenden Thomas Bellers, dass bald ein tragfähiges Nutzungskonzept für das Schloss Hardenberg auf die Beine gestellt werde. Mindestens genauso wichtig sei es jedoch, die Negativ-Entwicklung in der Innenstadt zu stoppen. Hier müsse der Fachbereich Wirtschaftsförderung einfach mehr Präsenz zeigen. „Die Suche nach Nachmietern, die Gespräche mit den Immobilien-Besitzern, das alles sind Probleme, die kann man nicht vom Schreibtisch in Velbert-Mitte aus lösen“, so Wulfhorst. Das Team des Fachbereichs sei groß genug, da könne sich durchaus auch jemand vor Ort kümmern.

Eine Anlaufstelle für Interessenten

Helmut Wulfhorst, ein gebürtiger Nevigeser, der sein Städtchen liebt, wünscht sich, dass der Fachbereich Wirtschaftsförderung einen Stützpunkt in der Altstadt einrichte, eine Anlaufstelle, wo die Fäden zusammen laufen, Kontakte geknüpft werden können. „Zum Beispiel ein kleines Büro, stundenweise geöffnet, muss ja nicht jeden Tag sein. Aber man muss mit den Menschen vor Ort reden, das ist wichtiger, als Leerstandsmanagement per Computer-Programm“, so Wulfhorst, und er fügt hinzu: „Wir erwarten ja kein Hexenwerk. Und wir sind auch bereit, da Hilfestellung zu leisten, zum Beispiel, Interessenten mit gewerblichen Vermietern zusammen zu bringen.“ Man nehme jede Anregung gern auf, so sagte Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach zu dem Vorschlag, in Neviges eine Dependance des Fachbereichs Wirtschaftsförderung einzurichten.

Auch der beschlossene Weggang der Franziskaner betrübt den Nevigeser Wulfhorst. „Klar, es gibt eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Aber in diesem Fall sollte schon auch die Stadt das Gespräch suchen, wie es ab Januar hier weitergeht. Neviges ist ja kein unbekannter Wallfahrtsort. Und ehrlich, ohne die Franziskaner, das kann ich mir nicht vorstellen.“

>>BESSERE STROMVERSORGUNG GEWÜNSCHT

  • Die Werbegemeinschaft Neviges (WGN), eine Interessensvertretung von Handwerk und Handel, organisiert jeden 1. Freitag im Monat den Feierabend-Markt „Meet and eat.“ Nächster Termin ist der 7. Juni. Um mehr Stände auf den Brunnenplatz zu locken, wünscht sich die WGN eine bessere Stromversorgung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben