Verkehr

Radler geben Stadt schlechte Noten

Viel Lob gibt es von den Radlern für den Panoramaradweg – fast alles andere wird kritisiert.

Viel Lob gibt es von den Radlern für den Panoramaradweg – fast alles andere wird kritisiert.

Foto: WAZ FotoPool

Velbert.   Velbert landet bei ADFC-Test ganz weit hinten. Praktiker fordern breite Radstreifen, geöffnete Einbahnstraßen und Teil-Freigabe der Fußgängerzone.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als familienfreundliche Stadt ist Velbert bekannt, für den Ruf einer fahrradfreundlichen Kommune muss sie sich scheint’s noch abstrampeln. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat die Ergebnisse seines Fahrradklimatests 2012 veröffentlicht. Mit einer Schulnote von 4,23 landete Velbert auf Platz 230 von 252 bewerteten Städten. Besonders kritisiert wurden u. a. Ampelschaltungen und Winterdienst. Zudem wurde die Wegführung an Baustellen von den Befragten bemängelt.

Viel Lob für den Panoramaradweg

Dabei ist beileibe nicht alles schlecht. Lothar Franke, Betreiber des Fachgeschäfts „Bike special parts“, ist passionierter Mountainbiker und findet die Wege in Velberts Natur „einfach grandios. „Der Panoramaradweg ist einfach großartig, aber einige Radwege sind echt bescheiden.“ Zudem kämen die Autofahrer mit den Radfahrern nicht zurecht. Radfahrer hingegen, die „den Straßenverkehr gewohnt sind, kommen mit der Verkehrslage auch gut klar.“ Die hügelige Topographie sei hingegen kein Ausschlusskriterium, fahrradfreundliche Stadt zu werden.

Arnd Sulima, Sachgebietsleiter bei den Technischen Betrieben Velbert, sieht das Testergebnis des ADFC eher gefasst. „An der Ampelschaltung sind wir dran, wir wissen, dass wir da noch einiges verbessern können.“ Zudem weist er darauf hin, dass „kleinere Maßnahmen, wie Gehwege auch für Radfahrer freizugeben, zum Tagesgeschäft gehören.“ Begehungen mit dem ADFC hätten an kritischen Stellen stattgefunden. „Der ADFC weiß schließlich am Besten, wo der Schuh drückt.“ Die Stadt sei bemüht, das Angebot für Radfahrer attraktiver zu gestalten. So solle der Panoramaradweg um Schleifen ergänzt werden, die es den Radfahrern ermöglichen, auch durch Velbert hindurchzufahren.

Beate Hoffmann, Vorsitzende des ADFC Niederberg, hingegen fordert, dass sich die Stadt stärker für die Zufriedenheit ihrer Radfahrer engagieren sollte. Sie weist darauf hin, dass entsprechende Angebote von den Radlern auch gut angenommen würden. So der Panoramaweg. Hoffmann regt an: „Wenn wir überall Radstreifen in ausreichender Breite hätten, auf denen sich die Radfahrer vielleicht durch vermehrte Tempo-30- Zonen sicher fühlen, würden bestimmt auch mehr Menschen Fahrrad fahren.“ Zudem glaubt sie, dass auch „geöffnete Einbahnstraßen für gegenläufigen Fahrradverkehr“ das Ganze einfacher und attraktiver machen könnten. Und Beate Hoffmann plädiert dafür, die Fußgängerzone zumindest an gewissen Tageszeiten freizugeben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (9) Kommentar schreiben