Handel

Seit einem Jahrhundert verkauft Markmann in Nierenhof

Bernd und Birge Quante führen Möbel Markmann seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Bernd und Birge Quante führen Möbel Markmann seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Paul Markmann begann mit einem Lebensmittelgeschäft, später sattelte er auf Möbel um. Heute sind hier hochwertige Möbel aus Holz im Angebot.

Da wird das ganze Jahr gefeiert: Seit 100 Jahren gibt es das Möbelhaus Markmann in Nierenhof. Im März des Jahres 1919 begründete der Unternehmer Paul Markmann in der Bonsfelder Straße 97 einen Lebensmitteleinzelhandel. Schon elf Jahre später stellte er auf Möbel um. Bis heute ist das Möbelhaus Markmann ortsteilprägend am Verkehrskreuzungspunkt Essen/Hattingen/Velbert.

Zum 50-jährigen Jubiläum wurde in der Tageszeitung im Jahre 1969 voll des Lobes über die Unternehmerfamilie des Möbelhauses geschrieben. So wurde der Unternehmergeist des Gründers hervorgehoben, der das Zeitalter des Autos kommen sah. Er ahnte die Zukunft der ländlich gelegenen Einkaufszentren und verließ sich auf die günstige Lage an den Verbindungsstraßen Essen-Langenberg-Wuppertal und Hattingen-Langenberg.

Auf 2500 Quadratmetern alles rund um Naturholzmöbel

In der zweiten Generation übernahm Schwiegersohn Wilhelm Quante mit Frau Lotte die Geschicke des Möbelhauses. 1949 wurde das Möbelgeschäft am heutigen Standort, Kohlenstraße 2-8, eröffnet und stetig weiterentwickelt. Quante setzte schon damals auf Qualität und nicht auf beliebige Massenware. Heute bietet das Haus auf und 2500 Quadratmetern alles rund um das Thema Naturholzmöbel.

Das war nicht immer so. Anfangs wurde ein Vollsortiment von Möbeln angeboten, immer in hoher Qualität. Benötigte der Kunde zu seinem Möbel die passenden Ergänzungen wie Tische, Stühle, Hocker oder Regale, so wurden diese in der eigenen Werkstatt, die eine Schreinerei, eine Spritzlackiererei und eine Poliererei umfasste, hergestellt. Schon damals wurde Individualität groß geschrieben.

Skandinavische Möbel inspirierten Bernd Quante

Mit dem Bau des Nierenhofer Busbahnhofs wurde das Möbelhaus 1969 erweitert. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 1600 Quadratmetern fand sich eine Großauswahl von Einrichtungsgegenständen jeder Stilart. Das sollte sich ändern, als Sohn Bernd Quante 1981 in das Unternehmen eintrat und bereits zwei Jahre später erste Angebote im Massivholzbereich, inspiriert durch skandinavische Möbel, einführte. 1985 erfolgte die komplette Umstellung des Vollsortiments auf Massivholzmöbel. Neben den Hauptbereichen Schlafen und Wohnen hat sich das Möbelhaus Markmann auf Tische und deren biologische Oberflächen sowie charaktervolle Polstermöbel spezialisiert.

30 Prozent eigene Entwicklungen

Individualität und Typenvielfalt werden nach wie vor groß geschrieben. „Wir legen sehr viel Wert auf die Eigenmodelle, die wir selbst entwickelt haben und bauen lassen“, so Bernd Quante. „Über das gesamte Sortiment“, ergänzt Ehefrau Birge Quante, mit der er gemeinsam seit 1989 das Möbelhaus leitet. Rund 30 Prozent des Sortiments bestehen inzwischen aus Eigenentwicklungen. So finden sich an der großen Kreuzung in Nierenhof viele verschiedene Massivholzmöbel aus unterschiedlichen Holzarten mit biologischen Oberflächen. Wohl auch noch die nächsten 50 Jahre.

>>>DIE CHRONOLOGIE DES GESCHÄFTES

  • Am 19. März 1919 gründete Paul Markmann ein Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft.
  • 1930 wurden die Lebensmittel zugunsten von Möbeln aufgegeben.
  • 1949 wurde Möbel Markmann in die Kohlenstraße 2 verlegt und ausgebaut, Tochter Lotte und Schwiegersohn Wilhelm Quante übernehmen die Leitung.
  • 1969 wird der Busbahnhof in Nierenhof gebaut.
  • 1981 tritt Bernd Quante in das Familienunternehmen ein und stellt 1985 komplett auf Massivholzmöbel um.
  • 2019 feiert das Möbelhaus Markmann mit Jubiläumsangeboten das 100-jährige Bestehen.

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