Musik- und Kunstschule

Velbert: Theater in den den Zeiten der Corona-Pandemie

Durch Pexiglasscheiben getrennt nehmen Aileen Rolke (r.)  und Karolina Tritt ein Hörspiel auf.

Durch Pexiglasscheiben getrennt nehmen Aileen Rolke (r.) und Karolina Tritt ein Hörspiel auf.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  In der Musik- und Kunstschule können die Ensembles nach langer Unterbrechung nun endlich wieder proben. Wenn auch ganz anders als vor Corona.

„Hilfe, Hilfe, ich kann nicht schwimmen!“ – „Halt dich nur fest!“. Dramatische Szenen spielen sich ab im Pavillon der Musik- und Kunstschule in Velbert. Doch in Gefahr ist abgesehen von den Charakteren des Hörspiels niemand.

Aileen und Karolina sind Mitglieder im Ensemble MiniArt unter der Leitung von Ute Kranz. Sie helfen gerade dabei zwei Stimmen für ein Hörspiel einzusprechen. „Wir nehmen alle Stimmen einzeln auf,“ erklärt Ute Kranz. Am Ende werde dann alles zusammengeschnitten zu vollständigen Dialogen. Denn anders geht es im Moment leider nicht. Beim Sprechen sind die drei mit Plexiglasschreiben von einander getrennt.

Für die Akustik von Vorteil

So langsam gewöhnt man sich aber an solche Anblicke und außerdem hat die Anordnung so auch für die Akustik der Aufnahme Vorteile. „Eigentlich war das Hörspiel als Theaterstück geplant,“ berichtet Ute Kranz. Doch als dann die Kontaktbeschränkungen kamen, hat das Ensemble kurzerhand umdisponiert. In der Zwischenzeit wurde für das Hörspiel sogar Online geprobt.

Die Gruppe wurde aufgeteilt

Aileen und Karolina helfen allerdings heute nur aus, denn eigentlich ist das Hörspiel das Projekt eines anderen Ensembles für ältere Jugendliche. Nachdem die Aufnahmen abgeschlossen sind, geht es dann zu ihrer eigenen Probe gemeinsam mit ihrer Freundin Meyra. Die Gruppe wurde aufgeteilt, so treffen sich nun immer drei Kinder zur Schauspielprobe in der Aula der Musikschule.

„Theater ist Bewegung“

Auf dem Weg dorthin erläutert die erfahrene Theaterpädagogin: „Theater ist Bewegung, die Kinder sollen einen kreativen Umgang mit dieser seltsamen Situation lernen.“ Deswegen war es ihr wichtig, dass sich bei der Probe auch alle mehr oder weniger frei im Raum bewegen können. Zusammen mit ihrer Gruppe hat sie dann festgestellt, dass sich die Kulisse doch ideal für eine Weltraumstation einigt. „Das bot sich einfach an.“

Aus den Fugen geraten

Der Trick an der Geschichte ist folgender. In dem Stück soll ein Film entstehen, in dem alle Einzelgruppen zu sehen sind. In ihrem Theaterfilm ist die Zeit aus den Fugen geraten und so agieren die Gruppen parallel auf derselben Raumstation. Im Laufe der kurzen Zeit haben die Kinder ein Drehbuch zusammengestellt. Die Geschichte an sich ist mehr oder weniger improvisiert, die Kinder spielen das, was ihnen gerade in den Sinn kommt. So passiert es dann auch mal, dass ein riesiger Hase Löcher in die Raumstation gräbt und ein Oktopus als Haustier gehalten wird. So ist die Improvisation für die Kinder zwischen zehn und vierzehn ein großer Bestandteil der Probe.

Rund um die Raumstation

Dabei dürfen wiederkehrende Motive in der Improvisation aber nicht aus dem Auge gelassen werden. Bei ihrem Spiel haben die Kinder sichtlich Spaß. Es wird wild in der Aula rumgelaufen, mal wird der Tonfall lauter, mal leiser. „Theater mit Abstand“, taufte Ute Kranz das Projekt inoffiziell. Am Ende bleibt es spannend, wie die Geschichte rund um die Raumstation und die Zeit zu Ende geht

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