Kinderuni

Velberter Klinikum öffnet in den Ferien die Kinderuni

Dr. Alexis Müller-Marbach, Chefarzt der Gastroenterologie, Hepatologie und Palliativmedizin, erklärt, wie eine Sonographie gemacht wird. Die Kinder, die an der Kinder-Uni des Helios Klinikums teilnehmen, hören aufmerksam zu.

Dr. Alexis Müller-Marbach, Chefarzt der Gastroenterologie, Hepatologie und Palliativmedizin, erklärt, wie eine Sonographie gemacht wird. Die Kinder, die an der Kinder-Uni des Helios Klinikums teilnehmen, hören aufmerksam zu.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Das Velberter Klinikum öffnet in den Herbstferien wieder die Kinderuni. Die Teilnehmer lernen den Alltag im Krankenhaus kennen.

Was haben saure Drops und Ferrero Rocher mit dem menschlichen Körper zu tun? Diese Frage hat sich noch keines der Kinder gestellt, die an der Kinderuni im Helios Klinikum Niederberg teilnehmen. Aber tatsächlich kann man diese Süßigkeiten nicht nur als Trostschokolade nach Verletzungen, sondern auch als wunderbares Modell für den Blutkreislauf verwenden. „Die Drops sehen aus wie die roten Blutkörperchen“, erläutert Dr. Gabriele Kischel-Augart, „die weißen haben die Form von Ferreros.“

Nadine Formicola vom Marketing und der Unternehmenskommunikation leitet die Kinderuni und steht auch in diesem Jahr wieder vor einem vollen Saal. „Viele melden sich lange im Voraus an“, erzählt sie, deshalb kenne man einige Gesichter noch vom letzten Mal. Andere, wie die kleine Sophie, sind aber diesmal zum ersten Mal mit dabei. „Ich wollte nur mal gucken“, erzählt sie ein wenig schüchtern.

Jedes Kind bekommt einen Studentenausweis

„Am ersten Tag sind die meisten noch ziemlich zurückhaltend“, spricht Formicola aus Erfahrung und lacht, „Ab morgen bricht hier dann aber das Chaos los.“Jessica Behrenswerth hat die Aufgabe, die Kinder zu begrüßen, ihnen ein Quiz auszuteilen und ihre Studentenausweise auszustellen. Dann beginnt sie mit einer Einführung in den Krankenhausalltag, denn da gehört viel mehr dazu als nur der Umgang von Arzt und Patienten.

„Welche Bereiche gehören denn noch dazu?“, fragt sie. Die Küche fällt den meisten noch schnell ein, bei den Technikern wird es schon schwieriger und von der Logistik hat bisher noch niemand gehört. „Wer will denn alles einmal Arzt werden?“, fragt sie dann in die Runde und bekommt ein halbes Dutzend Finger zur Antwort. Sophie zeigt nicht auf, dafür aber ihre Sitznachbarin die neunjährige Mia. „Ich möchte Tierärztin werden“, verkündet sie stolz.

Ein Vortrag fällt aus, weil der Arzt gebraucht wird

Bei den Leiterinnen wird es bald darauf ein wenig stressig. Ein Notfall hält einen der Ärzte auf, so dass er seinen Vortrag vorerst nicht halten kann. „Wir sind eben ein Akutkrankenhaus“, erläutert Formicola, „da gehen die Patienten natürlich vor.“ Ein wenig Stress ist bei so einer Kinderuni also immer dabei, doch die Leiterinnen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

Dr. Gabriele Kischel-Augart darf ihren Vortrag über den Kreislauf einfach schon früher halten und steht kurz darauf am Rednerpult. „Das ist meine Oma“, freut sich der kleine Jonathan. Auch Mia hat Verwandte im Arztgewerbe. „Meine Großmutter arbeitet als Lehrerin für Krankenschwestern“, erzählt sie stolz. Von ihr hat sie schon einiges gelernt und brennt darauf, ihr Wissen zu zeigen.

Komplizierte Inhalte anschaulich darstellen

Gabriele Kischel-Augart hat verstanden, wie eine Kinderuni funktionieren soll, und schafft es, komplizierte Inhalte in möglichst anschaulicher Form zu verpacken. „Den Kreislauf kann man sich wie eine Holzeisenbahn vorstellen“, erzählt sie, „Da läuft es nur rund, wenn man auch einen Motor hat, der alles antreibt.“ Die Kinder wissen sofort, was dieser Motor im Körper ist. „Das Herz“, schallt es durch den Raum

„Es ist erstaunlich, wie viel die Kinder schon wissen“, findet auch Nadine Formicola, man sollte nie unterschätzen, wie schnell sie Sachverhalte verstehen. Im Verlauf der Kurzvorträge lernen die Kinder einiges über Blutkörperchen, was ein Gastroenterologe ist und dass der Kreislauf eigentlich doch keine Holzeisenbahn, sondern eine verschlungene Carrerabahn ist. Auch Mia darf endlich ihr Wissen beweisen und demonstriert die stabile Seitenlage. „Dann kannst du ja meinen Job übernehmen“, lacht Gabriele Kischel-Augart bewundernd.

Exkursionen und Stationen

Später wird es aber noch einmal richtig spannend, denn nach den Kurzvorträgen finden verschiedene Exkursionen statt. Dann dürfen die jungen Studenten bei den verschiedenen Stationen vorbeischauen und einige Geräte sogar einmal selbst ausprobieren.

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