Heimat

Vorerst kein Neandertaler als Ampelmännchen im Kreis

In mehreren Städten sind eigens entworfene Ampelmännchen an Überwegen zu sehen: , Karl Marx in Trier, Mainzelmännchen in Mainz, Elvis in Friedberg, die Bremer Stadtmusikanten in Bremen und Theodor Fontane in Neuruppin, der Entwurf von Äffle und Pferdle (links oben) in Stuttgart wurde abgelehnt

In mehreren Städten sind eigens entworfene Ampelmännchen an Überwegen zu sehen: , Karl Marx in Trier, Mainzelmännchen in Mainz, Elvis in Friedberg, die Bremer Stadtmusikanten in Bremen und Theodor Fontane in Neuruppin, der Entwurf von Äffle und Pferdle (links oben) in Stuttgart wurde abgelehnt

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Kreis Mettmann.  Mettmanner Kreisverwaltung rät davon aus rechtlichen Gründen ab. Neandertalstädte Erkrath und Mettmann sind dagegen, Velbert dafür.

Es ist eine schöne Idee, die aber vorerst nicht realisiert wird: Auf ausgewählte Fußgängerampeln im Kreis sollte ein Neandertaler das Signal für Stopp und Gehen geben statt des üblichen Ampelmännchens. Doch die Kreisverwaltung rät zum derzeitigen Zeitpunkt davon ab, wie sie jetzt in einer Vorlage dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus für die nächste Sitzung am 2. September mitteilte.

Die Idee zu dem Ampelmännchen mit Lokalkolorit hatte die Fraktion UWG-ME im vergangenen November. Solche besonderen Ampelmännchen gibt es beispielsweise im Ruhrgebiet mit Bergleuten, mit Mainzelmännchen am ZDF-Standort in Mainz oder mit Karl Marx in seiner Geburtsstadt Trier. Der Kreisausschuss hatte die Verwaltung um Prüfung des Vorschlags gebeten.

Neandertal-Städte lehnen das Steinzeitmännchen ab

Der Kreisverwaltung kommt nun zu dem Ergebnis, dass die Idee nicht umsetzbar ist. Rechtliche Gründe und vor allem die Ablehnung der Städt Erkrath und Mettmann sprächen dagegen, heißt es. Die beiden Städte, an denen der Fundort des Neandertalers liegen, wollen das Ampelmännchen nicht haben. Den Erkrathern fehlt, so die Begründung, der „unmittelbare Bezug zum Neandertal“ und auch Mettmann lehnt es ab. Dabei bezeichnet sich die Kreisstadt als „Neandertal-Stadt“, Erkrath nennt sich „Fundort des Neanderthalers“.

Velbert zeigt sich aufgeschlossen

Die umliegenden Städte des Kreises Mettmann haben hingegen weniger Probleme mit dem Ampelmännchen aus der Steinzeit. So hat der Velberter Bürgermeister Dirk Lukrafka sieben Ampelanlagen im Stadtgebiet, die in der Nähe zum Wanderweg am Neanderlandsteig liegen, für das neuen Männchen vorgeschlagen, auch Heiligenhaus schlug eine Anlage vor. Mit Ja stimmten zudem Hilden und Monheim. Ablehnung kam auch aus Ratingen. Hier, so die Begründung der Stadt, sei die Verbundenheit mit dem Neandertaler nicht besonders ausgeprägt. Ähnlich argumentierten auch Haan und Langenfeld. Die Fußgängerampel, die unmittelbar vor dem Neanderthal-Museum in Mettmann steht, untersteht Straßen.NRW. Der Landesbetrieb lehnt den Austausch ebenfalls ab.

Die Rechtslage verbietet den flächendeckenden Austausch

Zu den Ablehnungen kommt die Rechtslage. Laut Straßenverkehrsordnung ist der Austausch nur in Einzelfällen zulässig. Ein flächendeckender Austausch im gesamten Kreisgebiet sei also nicht möglich.

Die Kreisverwaltung schlägt nun vor, noch einmal mit den Neandertal-Städten Erkrath und Mettmann sowie mit dem Landesbetrieb Straßen. NRW zu verhandeln, um zumindest in unmittelbarer Nähe des Neanderthal Museums die Männchen austauschen zu können. In einem zweiten Schritt könnte dann mit den Städten gesprochen werden, die sich für den Neandertaler ausgesprochen haben.

Austausch an einer Ampel kostet rund 70 Euro

Die Kreisverwaltung schätzt die Kosten für den Austausch der Schablonen pro Ampel auf rund 70 Euro. zusätzlich fielen Kosten für die Erstellung des Designs und der Schablonenvorlage an.

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