Brandgefahr

Landwirte in und um Warstein fürchten sich vor Feldbränden

Die Feuerwehr Rüthen löscht eine brennende Rundballenpresse auf einem Feld zwischen Langenstraße und Eickhoff.

Die Feuerwehr Rüthen löscht eine brennende Rundballenpresse auf einem Feld zwischen Langenstraße und Eickhoff.

Foto: Feuerwehr Rüthen / WP

Warstein/Kreis Soest.  Wegen der anhaltenden Trockenheit wächst die Feldbrand-Gefahr in und um Warstein weiter. Viele Landwirte sind in Sorge und mahnen zu Vorsicht.

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Zahlreiche Feldbrände in den vergangenen zwei Wochen in Warstein und dem Kreis Soest beunruhigen die heimischen Landwirte massiv. „Es ist überall sehr trocken und der kleinste Funken reicht aus, um ein Feld zu entzünden“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. Habe ein Feld erst mal Feuer gefangen, dann breite sich der Brand in Windeseile aus.

Die Ursachen der Feldbrände könnten unterschiedlich sein, sagt Lehmenkühler. Auf der einen Seite gehe eine gewisse Gefahr von den Erntemaschinen wie Mähdreschern und Pressen aus. Ein Stein, der ins Mähwerk gelange, könne schon einen kleinen Funken auslösen, der dann bei der aktuellen Trockenheit zum Brand werden könne.

Zwischen Rüthen und Menzel war erst am 25. Juli ein Mähdrescher bei Erntearbeiten in Flammen geraten und komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften stundenlang im Einsatz.

Warnung vor Zigarettenkippen und Glasscherben

Auf der anderen Seite habe es in den vergangenen zwei Wochen in der Region aber viele Feldbrände gegeben, ohne dass ein Erntefahrzeug in der Nähre gewesen sei – etwa als am selben Tag ein Feld in Suttrop großflächig abgebrannt ist. „Hier muss die Ursache woanders liegen“, sagt Lehmenkühler.

Er bittet deshalb Autofahrer und Spaziergänger um erhöhte Vorsicht. „Bitte werfen Sie keine Zigaretten aus dem Auto. Selbst ein noch grün aussehender Graben leitet das Feuer schnell weiter auf die benachbarten Felder“, sagt Lehmenkühler.

Eine weitere Gefahr seien Glasscherben in der Landschaft. Eine Scherbe einer achtlos weggeworfenen Flasche wirke wie ein Brennglas, so der Landwirt. Ebenfalls am 25. Juli, dem bislang heißesten Tag des Jahres, hatte der Boden einer Glasflasche einen Flächenbrand in Belecke ausgelöst.

Brandgefahr auch nach der Ernte nicht gestoppt

Viele Felder seien zwar schon abgeerntet, die Feldbrandgefahr aber sei deshalb nicht gestoppt. Auch Getreidestoppeln würden bei der aktuellen Trockenheit die Flammen schnell weiterleiten, mahnen die Landwirte.

Feldbrände seinen aber nicht nur eine Gefahr für Bauern, so Lehmenkühler. „Ein Brand kann auch auf benachbarte Häuser übergreifen“, sagt der Vorsitzende des Kreisverbands. Nur durch den Einsatz der Feuerwehr und der Landwirte, die mit Grubbern Schneisen in die Felder gezogen hätten, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern, habe dieses bis jetzt vermieden werden können.

Landwirte nutzen Güllefass als Wassertank

So waren die Flammen etwa beim bisher größten Feldbrand dieses Jahres im Kreis Soest – am Wochenende in Werl – in Richtung von Wohnhäusern getrieben worden. Häuser und Menschen kamen aber nicht zu Schaden. Beim Brand der Rundballenpresse in Soest am Mittwoch unterstützten Landwirte die Einsatzkräfte, in dem sie ein Güllefass als Wassertank zweckentfremdeten.

Darum wäre ein weiterer Dürresommer so gefährlich

„Unser besonderer Dank gilt hier im Kreis Soest den Feuerwehren“, so Lehmenkühler. Bei allen Feldbränden seien sie schnell zur Stelle gewesen, hätten eine hervorragende Arbeit geleistet und Schlimmeres verhindert.

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