Spendenübergabe

So soll Menschen mit Prader-Willi-Syndrom geholfen werden

Die Süßenbach-Sozial-Stiftung fördert Menschen mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom. Wolfgang Süßenbach (3.v.l.) hat einen Scheck im Wert von 2.000 Euro an Dr. Norbert Hödebeck-Stuntebeck (2.v.l.) überreicht, der seit 1998 für mittlerweile 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit PWS spezialisierte Wittekindshofer Angebote aufgebaut hat.

Die Süßenbach-Sozial-Stiftung fördert Menschen mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom. Wolfgang Süßenbach (3.v.l.) hat einen Scheck im Wert von 2.000 Euro an Dr. Norbert Hödebeck-Stuntebeck (2.v.l.) überreicht, der seit 1998 für mittlerweile 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit PWS spezialisierte Wittekindshofer Angebote aufgebaut hat.

Foto: René Lehringer

Belecke/Oberhausen.  Spende von 2000 Euro an die Süßenbach-Sozial-Stiftung in Warstein kommt 70 Kindern und Erwachsenen zu Gute. Das soll mit dem Geld passieren.

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„Wenn es solche Angebote vor 25 Jahren gegeben hätte, hätte unser Sohn und unsere Familie eine bessere Chance gehabt“, erklärte Wolfgang Süßenbach beim Besuch der Wittekindshofer Hauswohngemeinschaft in Oberhausen. In den sechs Doppelappartements leben junge Erwachsene mit Prader-Willi-Syndrom. Diese seltene angeborene Behinderung hatte auch der Sohn von Wolfgang Süßenbach, der 1994 im Alter von 30 Jahren an den Folgen der mit dem Prader-Willi-Syndrom verbundenen Esssucht und der Stoffwechselbesonderheiten gestorben ist.

„Die Lebenserwartung lag früher zwischen zwanzig und dreißig Jahren. Heute begleiten wir Menschen, die bei guter Gesundheit auf die Sechzig zugehen“, erklärt Dr. Norbert Hödebeck-Stuntebeck, der seit Ende der 90er Jahre in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof spezialisierte Angebote für Menschen mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom (PWS) aufbaut und dabei eng vernetzt mit Experten aus der ganzen Welt zusammenarbeitet.

Stiftung in Erinnerung an den Sohnes gegründet

Die Eheleute Rita und Wolfgang Süßenbach aus Belecke haben nach dem Tod ihres Sohnes Olaf und in Erinnerung an seinen im Kleinkindalter verstorbenen Bruder Martin 2007 die Süßenbach-Sozial-Stiftung gegründet. Zu den Zielen gehört die Förderung von Angeboten für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom.

„Wir kennen und unterstützen den Wittekindshof seit vielen Jahren. Die Angebote haben uns von Anfang an sehr gut gefallen und werden ständig weiter entwickelt, um Menschen mit Prader-Willi-Syndrom Entwicklungschancen zu bieten“, freut sich Wolfgang Süßenbach, der den Förderscheck im Wert von 2000 Euro zusammen mit seinem Sohn Jürgen und weiteren Vorstandsmitgliedern an den Wittekindshofer PWS-Projektleiter Hödebeck-Stuntebeck übergeben hat.

Schutz vor Übergewicht aufbauen

Nachdem Wolfgang Süßenbach in den vergangen Jahren die Wittekindshofer PWS-Angebote in Bad Oeynhausen, Lübbecke und Gronau kennengelernt hatte, hat er zusammen mit seinen Vorstandskollegen jetzt die Wohngruppe und die PWS-Wohnungen in Herne sowie die Hauswohngemeinschaft in Oberhausen besucht.

„Menschen mit Prader-Willi-Syndrom brauchen viel Unterstützung, um trotz Esssucht kein lebensgefährliches Übergewicht zu entwickeln und mit ihren innerpsychischen Konflikten so umzugehen, dass das Zusammenleben mit anderen Menschen gelingt. Auf der anderen Seite haben sie oft große Alltagskompetenzen und wünschen sich eine eigene Wohnung“, erklärt René Lehringer, der als stellvertretender Geschäftsbereichsleiter für Wittekindshofer Angebote in Herne und Oberhausen verantwortlich ist.

Diese Faktoren helfen den Betroffenen

Die 2000 Euro der Süßenbach-Sozial-Stiftung kommen den über 70 Kindern, Jugendlichen und Erwachsene in den PWS-Wohngruppen und PWS-Hauswohngemeinschaften in Ostwestfalen, im Münsterland und im Ruhrgebiet zugute. „Gesunde Ernährung, Bewegung und Lernen, Verantwortung zu übernehmen, hat zentrale Bedeutung im Wittekindshofer PWS-Konzept. Ein gutes Lernfeld dafür ist die Aufzucht, Pflege und Ernte von Kräuter- und Gemüsepflanzen.

Die ersten Gewächshäuser, Hochbeete und Balkonkästen sind gekauft, die ganz nebenbei auch Hof und Gärten verschönern“, freut sich Hödebeck-Stuntebeck, der mehrere Wünsche für Gartenzubehör der PWS-Wohnangebote vorliegen hat, die Dank der Süßenbach-Sozial-Stiftung jetzt erfüllt werden können.

Prader-Willi-Syndrom im Fokus 

Die Süßenbach-Sozial-Stiftung wurde 2007 von den Eheleuten Rita und Wolfgang Süßenbach aus Warstein zum Gedenken an ihre beiden früh verstorbenen Söhne Martin und Olaf gegründet. Als Stiftungszweck wurde die Förderung von Einrichtungen und Angeboten für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom sowie sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in der Satzung festgelegt. Die Stiftung wurde durch die Bezirksregierung Arnsberg und das Finanzamt Lippstadt als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.

Das Prader-Willi-Syndrom ist eine seltene Behinderungsform, die auf einer Veränderung des 15. Chromosoms beruht. Sie führt zu einer leichten bis mittelgradigen geistigen Behinderung, Esssucht, Stoffwechselbesonderheiten und zum Teil stark ausgeprägtem herausfordernden Verhalten. Bei starkem Übergewicht kommen auf die Betroffenen vielfältige, auch lebensbedrohende gesundheitliche Probleme hinzu.

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