Auftakt

Wattenscheid startet mit der Prinzenwahl in die neue Session

Sarah I. (M.) nimmt Abschied vom rot-weißen Ornat und wird in den Prinzessinnenclub aufgenommen.

Sarah I. (M.) nimmt Abschied vom rot-weißen Ornat und wird in den Prinzessinnenclub aufgenommen.

Foto: Gero Helm / FFS

Wattenscheid.  Abschied und Neubeginn liegen im Wattenscheider Karneval nah beieinander.. Abordnungen aller elf Vereine erleben einen launigen und langen Abend.

Die Treppenaufgänge mit roten und weißen Luftballons geschmückt, erste Besucher in ihrer Vereinstracht und ein proppevoller großer Saal im Wattenscheider Rathaus: Der Festausschuss Wattenscheider Karneval, FWK, hatte zur Prinzenwahl gerufen, und alle Vereine des Verbandes schickten ihre Delegationen zum Start in den Saalkarneval.

Als „Hausherr“ schlug allerdings Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (SPD) zunächst ernste Töne an. Mit Blick auf den judenfeindlichen Anschlag vor der Synagoge in Halle/Saale mahnte er: „Wir müssen uns gegen diesen Hass wehren. Es gilt jetzt dringend, die Demokratie zu verteidigen“, und rief zu einer Schweigeminute für die Opfer auf. Auch FWK-Präsident Franz Seidl stellte zur Begrüßung fest: „Wir dürfen solchen Vorfällen keinen Raum in der Gesellschaft lassen.“

Der Saal war diesmal so voll, dass nicht einmal Raum für die Vorführungen von Tanzmariechen oder Garde gewesen wäre. So konnte Laura in den Farben der Günnigfelder Karnevals-Gesellschaft Gü.Ka.Ge nur den Einmarsch der weiteren FWK-Vorstandsmitglieder, des scheidenden Prinzenpaares in Gala, aber eben zivil, und der Adjutanten anführen.

Großer Dank an viele Unterstützer

Präsident Seidl richtete vorab herzliche Grüße und großen Dank an Bürgermeisterin Gaby Schäfer (SPD), „immer mit einem offenen Ohr und uns eine verlässliche Hilfe“ und deren Mann und Bundestagsabgeordneten Axel, „unsere Stimme in Berlin“ sowie die Mitglieder aus Bezirksvertretung und Rat. Die allerdings zum Teil auch in Doppelfunktion als Mitglieder in einem der FWK-Vereine. Er vergaß auch nicht das Team der Bezirksverwaltungsstelle, das unentgeltlich wiederum diesen Abend erst mit möglich machte.

Entlassurkunde für die Regenten der vergangenen Session

Es wurde förmlich, der Bezirksbürgermeister übergab Marc Westerhoff und Sarah Markhoff, den Regenten des Karnevals der vergangenen Session, die Entlassurkunde, der Präsident dankte den Repräsentanten des Karnevals für „Extra-Urlaub, Extra-Zeit und sicher auch viel Geld“, dies sie in den zwei Jahren eingesetzt und aufgebracht hatten.

Die ewig lange Schlange der Abordnungen aus den Vereinen führte der Prinzessinnenclub an, der Sarah I. in seine Reihen aufnahm. Und für die Gü.Ka.Ge freute sich deren Vorsitzender Hans Henneke, dass Marc I. als nun Ex-Prinz wieder die Leitung der Sitzungen übernehmen kann.

Wattenscheid und Bochum gemeinsam

Die zwei Rednerlisten, schließlich galt es nach dem Abschied des alten auch noch das neue Paar zu begrüßen, erweiterten die Karnevalsfreunde der Herner KG, aus Hattingen-Holthausen und des BSV Westenfeld. Bernd Lohof, Präsident des Bochumer Festausschusses und Vizepräsident des Bundes Ruhr-Karneval, überraschte die Saalgäste und erinnerte, dass er mit Axel Schäfer und Franz Seidl das erste Dreigestirn im Bochumer Karneval 1999 gebildet hatte.

„Das zeigt doch wohl nur zu deutlich, dass Wattenscheid und Bochum im Karneval eine Gemeinschaft sind“, meinte er unter Applaus, und Franz Seidl legte nach, dass mit der „Queen Mum“ der Wattenscheider Prinzessin Sarah, Mutter Manuela ebenfalls 2017/18 im Dreigestirn regierte.

„Selbst beim Frisör wart ihr dabei“

Persönlich fasste die scheidende Prinzessin „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ ihren Dank an ihre Adjutanten Reinhard und Carsten ab: „Ihr wart überragend, selbst beim Frisör mit dabei.“ Auch Peter und Erika Oper als Wirtsleute des Kolpinghauses an der Saarlandstraße wurden mit warmen Worten und Applaus bedacht. FWK-Präsident Seidl erinnerte allerdings auch daran: „Prinzenpaar bleibt ihr ein Leben lang.“

Der Prinzenwahl durch „Pritschen-Signal“ der elf Vereinsvertreter ging traditionell eine launige Vorstellung der Kandidaten voraus. Erst der fünfte fand Gnade vor der Jury und stach damit Manfred Molszich, Axel Schäfer („vielleicht Weinkönig?“), Daniel Craig alias James Bond und eben Peter Opfer aus, man war sich einig, in Bodo I. Neumann den Richtigen gefunden zu haben.

Erstmals mit einer Adjutantin

Der nahm dankend an und präsentierte umgehend seine Prinzessin Alexandra I. Hegenberg vor, die wir in der Samstagausgabe irrtümlich als „Hegemann“ vorgestellt haben. Die gönnte sich dann sogar den Luxus, der ihrer Vorgängerin Sarah noch versagt geblieben war, und stellte mit Ruth Wentingmann erstmals eine Adjutantin den für die Session assistierenden Michael Kolarczik und Frank Salewski zur Seite.

Außerdem machte sie mit der Aufforderung „Jubel!“ deutlich, dass sie aus den Reihen der „Späten Mädchen“ stammt. Und dieser Ruf in den zwei Jahren der gerade startenden Session sicher öfter zu hören sein wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben