Umwelt

600 Rheinschiffe verpesten täglich die Luft in Wesel

Rolf Blommen (l.) und Ludger Hovest setzen auf eine umweltfreundlichere Schifffahrt. Foto:Erwin Pottgießer

Rolf Blommen (l.) und Ludger Hovest setzen auf eine umweltfreundlichere Schifffahrt. Foto:Erwin Pottgießer

Wesel.   Vor allem, wenn Westwind ist, steigen die Abgaswerte. Die SPD fordert die Umrüstung von Diesel auf umweltfreundliche Alternativen.

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An schönen Tagen genießen hunderte von Ausflüglern an der Promenade die Aussicht auf den Rhein. Dass sie dabei genauso viel Abgase und Feinstaubpartikel einatmen als säßen sie am Fahrbahnrand einer viel befahrenen Autobahn, ist den meisten dabei wohl nicht bewusst.

Seit die hohen Bäume an der Rheinpromenade gefällt wurden, macht sich das Problem auch sichtbar an der Westfassade des Welcome-Hotels bemerkbar. Nach und nach nahm sie eine schwarze Farbe an. Sie musste bereits gestrichen werden, sagt Rolf Blommen von der SPD-Fraktion.

Flüssigerdgas statt Diesel

Zusammen mit Fraktionschef Ludger Hovest möchte er, dass Bürgermeisterin Ulrike Westkamp nun die Initiative ergreift und die Bürgermeister und Oberbürgermeister der Rhein-Anrainerkommunen Emmerich, Wesel, Duisburg, Düsseldorf, Leverkusen und Köln an einen Tisch holt. Sie sollen wiederum in Berlin aktiv werden, damit Binnenschiffe mit Hilfe von Förderprogrammen auf alternative Betriebssysteme umgestellt werden können. Flüssigerdgas statt Diesel könnte die Devise heißen. In Duisburg und Mannheim werde momentan die Infrastruktur dafür geschaffen.

Immerhin passieren Tag für Tag 600 Schiffe die Hansestadt. Die Belastung durch sie sei wahrscheinlich genauso groß wie in der Weseler Innenstadt, meint die SPD.

Bäume sofort nachpflanzen

„Dieselmotoren sind große Dreckschleudern“, sagt Ludger Hovest. Kreuzfahrtschiffe stießen soviel Abgase aus, wie sie in einer ganzen Kleinstadt vorhanden seien. Einen Weg, an Land etwas für bessere Luft zu tun, hat der Sozialdemokrat schon ausgemacht. Es müssen sofort wieder Bäume gepflanzt werden, wenn welche abgeholzt wurden. Wenn der Ereigniswald in der Aue bald voll ist, sollen weitere Flächen freigemacht werden - am besten unmittelbar angrenzend, auf der Halbinsel, an deren Ende der Surferstrand ist.

In Wesel sind bei Westwind vor allem die Innenstadt sowie die Ortsteile Flüren und Bislich von den Abgasen betroffen. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, könnte Deltaport für die Binnenschiffer ebenfalls eine Anlage für Flüssigerdgas installieren, deutschlandweit am Rhein wäre es laut Hovest dann die dritte. Wenn die Nachfrage nach emissionsarmem Treibstoff steigt, wäre man hier gewappnet. Seehäfen wie Rotterdam haben die Zeichen bereits erkannt und rüsten um. In Mannheim wird eine kombinierte Betankungsanlage für Lkw und Binnenschiffe im kommenden Jahr fertig.

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