Marienthaler Abende

A Cappella vom Feinsten im Hamminkelner Kulturdorf

„Rock 4“ begeistert bei den Marienthaler Abenden.

„Rock 4“ begeistert bei den Marienthaler Abenden.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Das erste Mal in der Saison muss das Konzert von der Wiese ins Zelt verlegt werden. Das tut der guten Stimmung bei „Rock 4“ keinen Abbruch.

Am dritten Kulturabend in Marienthal war es soweit: Regen! Die Bühne draußen blieb darum leer, doch im Kulturzelt wurde es voll. Vor der Bühne tummelten sich knapp 400 Gäste und wussten sich die Zeit bis zum Start der Show von „Rock 4“ gut zu vertreiben. Smartphone checken, Selfie in den Sitzreihen machen und dann das Gerät ausschalten oder einen netten Smaltalk mit den Sitznachbarn halten – Möglichkeiten gab es viele.

Wer Lust auf Wein, Bier und Leckereien hatte, der konnte sich vor der Show und in der Pause an der kleinen, feinen Gastro erfreuen, die vom Marienthaler Bürgerverein stets freundlich und mit viel Leidenschaft wöchentlich auf die Kulturwiese gebracht wird.

Los ging der A-Cappella-Reigen mit „In the air tonight“ (Phil Collins). War das eine Anspielung auf den Regen, der stetig auf das Zeltdach tropfte? Das Tropfgeräusch, das vom Himmelswasser verursacht, als leiser Soundteppich vernehmbar war, wurde gleich zu Beginn von lautem und frischem Applaus durchbrochen. „Dankeschön, das war das beste Lied des Abends“, ließ Leadsänger Luc Devens das Publikum wissen und lachte verschmitzt die Gäste an.

„Rock 4“, das sind neben Luc Devens Lukas Blommers (der Mann mit Hut), Luc Nelissen (der Lockenkopf) und Miklos Nemeth (der Bassmann mit Brille). Nach 2009 und 2014 waren sie dieses Jahr zum dritten Mal als Top-Act bei den Marienthaler Abenden und wurden dieser Rolle auch gerecht.

Diesmal hieß das Programm „Best of Rock 4“: „Wir haben Lieder ausgesucht, die wir gerne singen möchten“, frotzelte Luc Devens, dem es leicht fiel mit dem Publikum zu kommunizieren. Ob das jedoch die Lieder sind, die das Publikum auch gerne hören wollte, würde sich also noch im Laufe des Konzertabends herausstellen.

Zur kurzweiligen und gekonnten Aufführung kamen unter anderem Melodien und Songs von Sting und The Police, von den Eagles (Hotel California), Adele (Rolling in the deep), Leonard Cohen (Hallelujah) und Coldplay (Viva la Vida). Und Zückerchen gab’s auch: „Vielleicht singen wir auch noch was aus unserer Queen-Show. Aber das müsst ihr euch verdienen“, kündigten die vier singenden Holländer, die auch den moderativen Wortwitz beherrschten, an. Mit „Killerqueen“ von Queen lösten sie ihr Versprechen ein.

Die Jungs können einfach gut singen – ob hohes Falsett oder tiefer Bass – und treiben so manchen Schabernack mit dem Publikum, den sie zum internen Geheimnisverrat stilisierten: „Wenn wir plötzlich holländisches Deutsch reden, dann ist hier auf der Bühne oder in der Show was schief gelaufen. Das merkt ihr dann aber nicht, weil wir ja so süß und niedlich Deutsch mit holländischem Akzent sprechen!“

Das Finale ging mit frenetischen Applaussalven zu Ende. Am Anfang hatten Rock 4 dem Publikum in Marienthal versprochen: „Das wird ein schöner Abend!“ und am Ende konnte man sagen: „Recht gehabt!“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben