Literatur

Ahoi, Pinipa! Autoren aus Wesel waren wieder fleißig

Martin Grolms und Annika Kuhn sind die Erfinder von Pinipa und ihr eigener Verlag

Martin Grolms und Annika Kuhn sind die Erfinder von Pinipa und ihr eigener Verlag

Foto: MG

Wesel.  Mit der Marmeladenglaspiratin legen Martin Grolms und Annika Kuhn ihr viertes Kinderbuch vor. Es ist spannend und umweltfreundlich

Als Martin Grolms noch ein Weseler Junge war, wanderten Aale bei feuchtem Wetter vom Auesee durch die Wiesen zum Rhein. Der 43-Jährige strahlt, als er davon erzählt. Wasser und Wetter, nasse Lebensräume aller Art und somit auch das Klima sind die Themen für das neue Pinipa-Abenteuer für Kinder im Grundschulter. Autor Grolms will es zusammen mit Grafikerin Annika Kuhn (36) jetzt an den Start bringen. Die beiden Weseler leben inzwischen mit ihren drei Kindern in Aachen.

Spielerisch und spannend

Pinipa ist die unsichtbare Freundin des Mädchens Greta, für sie erkundet sie die Welt. Spannendes lesen und dabei nebenbei spielerisch lernen, das ist die Idee der Abenteuer. Und Pinipas Schöpfer haben gründlich recherchiert, damit auch alles stimmt, was die Marmeladenglaspiratin – bei Bedarf wird das Glas zum U-Boot – so erlebt.

Ausgangspunkt der Reise ist ein See, der dem Auesee verdächtig ähnelt. Von dort aus schippert das Glas in einen Bach, Pinipa begegnet Eisvogel, Wasseramsel, Flusskrebs & Co. Auf ihrem Weg zum Meer erlebt sie einen Fluss, später Brackwasser und schließlich das Meer mit seinem Salzwasser und seinen Kreaturen.

„Wie schwer ist eine Schönwetterwolke?“, fragt Annika Kuhn, die die Geschichten zauberhaft illustriert hat. „Sie hat 1,5 Millionen Liter Wasser. Aber das verstehen Kinder nicht.“ So erfährt Pinipa, dass sie mit dem ganzen Nass ein Jahr lang jede Woche baden könnte. „Baden, das ist eine Wirklichkeit, die die Kids kennen.“

Pinipas Abenteuer, die Marmeladenglaspiratin, ist das vierte im Gruhnling-Verlag erschienene. Ein Selbstverlag. Nicht, dass sich keine anderen Kinderbuchverlage für die Geschichten interessiert hätten. Sie wollten aber das Konzept umwerfen.

Was es denn sei, ein Vorlese-, ein Sach- oder ein Bilderbuch?, wollte einer wissen. Andere schlugen Änderungen vor, das Format sei unwirtschaftlich. Und vor allem: Jungen als Helden verkauften sich besser. „Wir haben uns bewusst für ein mutiges Mädchen entschieden“, erläutert Martin Grolms. Das Duo ließ sich nicht reinreden.

Umweltschutz auch beim Papier

Überhaupt: Wer Kindern etwas von Umwelt und Klimaschutz erzählen will, muss mit gutem Beispiel voran gehen. Davon sind die beiden überzeugt. „Wir hatten erst eine Druckerei um die Ecke, doch die verweigerte uns die Auskunft, woher das Papier kommt“, sagt Annika Kuhn. Jetzt druckt der Gruhnling-Verlag dort, wo das Papier aus nachhaltiger regionaler Forstwirtschaft stammt und die Farben umweltfreundlich sind.

Die Druckerei arbeite mit Wasser- und Windenergie. „Das ist teuer, aber das ist es uns wert.“ Und: Die Bücher sind nicht mehr eingeschweißt. Wer die Möglichkeit einer trockenen Lagerung hat, kann auf die Folie verzichten.

Autoren setzen auf Crowd Funding

Pinipa kann bald mit ihrem Marmeladenglas ablegen. Das Buch ist geschrieben und liebevoll illustriert. Allerdings müssen noch die Druckkosten von 6000 Euro aufgebracht werden.

Martin Grolms und Annika Kuhn setzen auf Crowd Funding: Wer bis zum 1. Dezember das Buch bereits bestellt – wahlweise Postkarten mit Pinipa darauf – hilft, die Druckkosten aufzubringen (www.startnext.de/pinipa4).

„Bekommen wir das Geld nicht zusammen, wird es zurück überwiesen“, versprechen die beiden. Bislang hat es noch immer geklappt, Pinipa hat ihre Fangemeinde.

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