Tiere

„Alle lieben den Kromfohrländer“ – auch in Wesel

Dorothea Bierwirth (links) mit ihrem Kromfohrländer Bootsmann. Sie lässt den Hund von Ulla Frederiksen aus Dänemark  begutachten.

Dorothea Bierwirth (links) mit ihrem Kromfohrländer Bootsmann. Sie lässt den Hund von Ulla Frederiksen aus Dänemark begutachten.

Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Der erste Tag dieser Hunderasse ging in der Niederrheinhalle über die Bühne. Halter aus zahlreichen Bundesländern und aus Dänemark waren dabei.

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Weißbraunes Fell, seelenvolle, dunkelbraune Augen in einer symmetrischen Maske und putzige Kippohren – so sieht ein Kromfohrländer aus. Die Anhänger dieser noch sehr seltenen Hunderasse trafen sich zum ersten „Tag des Kromfohrländers“ in der Niederrheinhalle.


Maria Funck aus Oberhausen und Gesche Blankenagel aus Voerde haben ihn für den Rassezuchtverein der Kromfohrländer organisiert, um Haltern eine Plattform zu bieten, zu sehen welche Tiere für die Zuchtzukunft wichtig werden könnten und das Vereinsgefühl zu stärken, aber auch um Neuhaltern ohne Ausstellungserfahrung die Angst zu nehmen.

Rund 2000 Kromis leben in Deutschland

Denn zwar werden die Vierbeiner hier im Ring vorgeführt, begutachtet und beurteilt, jedoch geht es dabei um nichts. Es sei eine reine „Spaßausstellung“ betont Maria Funck – und Gesche Blankenagel ergänzt: „Wir haben hoch prämierte Tiere hier, aber Titel zählen bei uns nicht.“

„Alle lieben den Kromfohrländer“ – das sei vielmehr Motto des Tages, so Funck weiter und zählt schnell die einnehmendsten Eigenschaften der Rasse auf: „Weil der so menschenbezogen ist, absolut auf seine Menschen fixiert. Er hat kaum Jagdtrieb und tut alles, um seinen Menschen zu gefallen.“

Doch trotz dieser positiven Eigenschaften sind die Kromfohrländer eine sehr kleine Rasse.

Gezüchtet wird ausschließlich hobbymäßig und mit 2000 Tieren leben die meisten in Deutschland.

Diese Hunde sind noch eine recht junge Rasse

Weitere 1000 verteilen sich auf die skandinavischen Länder, Holland, Belgien, Schweiz und die USA. Das mag allerdings auch daran liegen, dass die „Kromis“, wie Liebhaber sagen, noch eine recht junge Rasse sind.

In der Nachkriegszeit sind sie im Siegerland aus der Verpaarung einer Foxterrierdame mit einem Griffonrüden entstanden und wurden erst 1955 durch den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und der Federation Cytologique Internationale (FCI) anerkannt. Heutzutage kommen nur um die 200 Kromi-Welpen im Jahr auf die Welt.

„Das heißt, die Hunde sind sehr, sehr gefragt“, weiß Wolfgang Nohse, Zuchtwart des Rassezuchtvereins.

Dass dem Verein daran gelegen ist, die Rasse bekannt zu machen und vor allem Neuhaltern von Rassehunden den Einstieg in Ausstellungs- und Zuchtbetrieb attraktiv zu gestalten, erscheint unter diesen Vorzeichen verständlich. So gibt es bei der Veranstaltung in der Niederrheinhalle sogar die Möglichkeit, vor der eigentlichen Vorführung im Ring das Präsentieren des Hundes zu proben.

Paul Nothelle aus Dorsten und Norbert Niechoj aus Mülheim sind extra dafür da. Sie zeigen Anfängern, wie sie ihren Liebling am besten in Szene setzen. Schnell wird dabei klar, dass der Mensch dabei mehr falsch machen kann als der Hund. Denn er ist dafür verantwortlich, das Tier ins rechte Licht zu rücken.

200 Kromi-Welpen im Jahr in der ganzen Welt

Dynamisch soll der Gang sein, aber auch nicht zu schnell – ein leichter Trab ist ideal. Gut sei auch, wenn es eine gewisse Einheit zwischen Vorführer und Vierbeiner gibt. „Es muss wirklich der Hund vorgeführt werden“, betont Niechoj. Außerdem soll der Hund sich möglichst nicht hinsetzen, wenn er begutachtet wird.

Ebenso liegt es in der Verantwortung des Menschen, dass er sich ins Maul schauen lässt. Denn Zahnstand, Muskulatur und Körperbau werden genauso beurteilt wie die Farbe des Fells, die Form der Rute oder der Stand der Ohren. Je enger dies am vom FCI festgelegten Standard ist, desto besser.

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