Kriminalität

Altenpflegerin versteckt in Wesel eine Kriegswaffe im Keller

Wurde von der Polizei sichergestellt: Das Sturmgewehr AK-47 –  auch Kalaschnikow genannt.

Wurde von der Polizei sichergestellt: Das Sturmgewehr AK-47 – auch Kalaschnikow genannt.

Foto: (Symbolbild) Walter Buchholz / FFS

Wesel.  Weselerin (43) wurde verurteilt, weil sie unerlaubt eine Kalaschnikow samt Munition lagerte. Dies sei ein Erinnerungsstück an den Opa, sagte sie.

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Stellen Sie sich mal vor, Sie räumen ihren Keller auf und finden rein zufällig eine scharfe Kriegswaffe samt zwei Magazinen und zusätzlich noch 90 Patronen Ersatzmunition.

So erging es dem Bewohner einer Doppelhaushälfte, der am 13. Januar 2018 in dem gemeinsam mit den Nachbarn genutzten Keller eine Kalaschnikow inklusive Zubehör entdeckte. Er ging logischerweise umgehend zur Polizei, die die Kriegswaffe samt Munition sicherstelle und gegen die Besitzerin Anzeige erstattete.

Nun stand die 43-jährige ehemalige Altenpflegerin wegen eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in Wesel vor Gericht und wurde dafür zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt.

Das Sturmgewehr AK-47, eine Schnellfeuerwaffe aus der ehemaligen Sowjetunion, sei ein Erinnerungsstück an ihren Großvater, ließ die Angeklagte über ihren Anwalt ausrichten. „Sie hat sich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht“, dass das verboten sein könnte“, so der Verteidiger.

Lebensgefährte war gegen die Waffe

Das sah das Schöffengericht etwas anders, wie der Richter erläuterte: „Um zu erkennen, dass das eine Knarre ist, mit der man jemanden erschießen kann, muss man nicht gerade Einstein sein.“

Außerdem gab es in der Ermittlungsakte einen Vermerk der Kripo, der für die Verurteilung wohl mit mitentscheidend war: Der Lebensgefährte der 43-Jährige hatte seiner Partnerin deutlich klar gemacht, dass er die Kriegswaffe nicht in seinem Haus haben wolle.

Daraufhin wählte die Altenpflegerin offenbar das „Versteck“ in dem gemeinsamen Keller der Doppelhaushälfte – allerdings wohl ohne sich Gedanken zu machen, dass die Kalaschnikow dort irgendwann einmal entdeckt werden könnte.

Gewehr funktionierte nur eingeschränkt

Darüber, wie gefährlich das Schnellfeuergewehr sei, hatten Verteidiger und Staatsanwältin sowie der Richter unterschiedliche Auffassungen: „Die war ja schon total verrostet, meine Mandantin hätte die gar nicht bedienen können“, erklärte der Anwalt.

Dagegen bezogen sich der Richter und auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft auf die Untersuchungsergebnisse von Waffenexperten der Polizei: Diese stellten zwar eine Störung der automatischen Nachladung fest, einzeln eingelegte Patronen konnte man aber sehr wohl abfeuern.

Die nicht vorbestrafte Angeklagte brach während der Verhandlung in Tränen aus. Man konnte aber das Gefühl haben, dass sie irgendwie auch froh war, dass die gefährliche Waffe nun nicht mehr in ihrem Haus lagert. Denn wenig überraschend stimmte die 43-Jährige sofort und erleichtert zu, als der Richter vorsichtshalber nachfragte, ob sie damit eingestanden sei, dass die Kalaschnikow samt Munition für immer eingezogen bleibe.

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