Gutes tun

Am 23. November startet die Wunschbaumaktion der NRZ Wesel

Viele, viele Weihnachtswünsche haben die Kinder auf Karten geschrieben

Viele, viele Weihnachtswünsche haben die Kinder auf Karten geschrieben

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Zum Auftakt kommt das NRZ-Mobil von 10 bis 12 Uhr auf den Weseler Wochenmarkt. Wer mag, kann hier die Wunschzettel der Kinder abholen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Erste Lichterketten und Kerzen erscheinen an den Häusern. Die Adventszeit steht vor der Tür – Kinder beginnen, über ihre Wunschzettel nachzudenken. Es sind nicht wenige darunter, die kaum etwas zu erwarten haben – Kinderarmut ist fast alltäglich geworden, auch in Wesel. NRZ, Caritas, Internationaler Bund und Diakonie arbeiten auch in diesem Jahr wieder zusammen: NRZ-Leser mit Herz haben im vergangenen Jahr insgesamt 200 Jungen und Mädchen einen Wunsch erfüllt.

Am 23. November stehen wir wieder von 10 bis 12 Uhr mit dem NRZ-Mobil auf dem Wochenmarkt in Wesel, wer mitmachen will, kann hier die Wünsche der Kinder auf Karten abholen und erfüllen. Erzieherinnen haben die Kinder ausgewählt - sie wissen, wer wirklich bedürftig ist.

Im Rahmen unserer Aktion werfen wir einen Blick auf den Alltag von Weseler Kindern. In der Gemeinschaftsgrundschule Innenstadt beispielsweise. Lachen dringt durch die geschlossene Tür zum Klassenzimmer der 1b.

So einfach kann Integration funktionieren

Hier ist Leben, die Erstklässler wuseln durcheinander, spielen, kichern oder quasseln einfach. Manchmal mit Hand und Fuß – kein Problem. Während andernorts wichtige Strategien überlegt werden, wie die vielen Menschen, die zu uns gekommen sind, ins Bildungs- und Arbeitssystem, ja in die Gesellschaft integriert werden können, gehen die Jüngsten die Sache auf direktem Weg an. Eine kleine Kurdin lernt in dieser Klasse, ein syrischer Junge, zahlreiche Deutsche, eine Asiatin, ein Pole, ein Türke. Ein Blick auf die spielenden Schüler zeigt: Die Kinder haben sehr viel mehr Dinge, die sie verbinden, als solche, die sie voneinander unterscheiden.

„Die Sprache ist kein Problem“, erläutert Schulsozialarbeiterin Alessa Bensemann (Diakonisches Werk). Die meisten Flüchtlingskinder sind ungeheuer wissbegierig und neugierig, „sie fordern die anderen, stellen viele Fragen“. Manchmal solche, über die sich die deutschen Kinder noch gar keine Gedanken gemacht haben. Diese Neugier steckt an. Und umgekehrt: Wer die deutsche Sprache beherrscht, erzählt anderen Kindern, was ihn bewegt. Egal, ob sie anfangs gar nichts verstehen, „die reden einfach weiter“, sagt Bensemann und lacht. „Die Sprache lernt sich auf diese Weise schnell“, sagt Bensemann, spielend sozusagen.

So unterschiedlich wie die Herkunft der Kinder sind auch die finanziellen Mittel ihrer Familien. Wer was hat, das zählt für die Kleinen noch nicht. Sie leben spontan, verschenken ihre Zuneigung nach anderen Kriterien. Auf die Vorweihnachtszeit freuen sich alle Mädchen und Jungen hier, während sie beim Schmuddelwetter ihre Spiele aus dem Schrank holen oder schonmal Sterne basteln. Die Zeit, in der es nach Keksen und Kerzen duftet, bezaubert alle. Wieder etwas, das die Kinder gemeinsam haben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben