Umwelt

Bienen-Seuche: Imker im Kreis Wesel sind nach Fall gewarnt

Symbolbild: Imker im Kreis Wesel waren nach dem Fall in Rheinberg gewarnt. Glücklicherweise scheint sich die Seuche nicht ausgeweitet zu haben.

Symbolbild: Imker im Kreis Wesel waren nach dem Fall in Rheinberg gewarnt. Glücklicherweise scheint sich die Seuche nicht ausgeweitet zu haben.

Foto: Kerstin Bögeholz

Wesel/Kreis Wesel.  Nach einem Faulbrut-Fall in Rheinberg hoffen Imker im Kreis, dass sich die Seuche nicht ausbreitet. Erkrankte Bienen müssen oft getötet werden.

Es war der erste Fall der Amerikanischen Faulbrut (AFB), der in diesem Jahr den Kreis Wesel traf: In einem Bienenstand in Rheinberg wurde die für Bienen ansteckende Krankheit festgestellt. Ein Sperrbezirk wurde eingerichtet. Bislang sind beim Kreis-Veterinäramt keine weiteren Meldungen eingegangen, sagt die stellvertretende Leiterin Dr. Susanne Diekmann. Da die betroffenen Bienen aus dem Münsterland zugekauft waren, ist sie optimistisch, dass es dabei auch bleibt. Auch die weiteren im Sperrbezirk untersuchten Bienen seien zunächst klinisch unauffällig gewesen.

Die Amerikanische Faulbrut ist für Menschen ungefährlich, auch der Verzehr von Honig ist kein Problem. Allerdings übertrage sich die anzeigepflichtige Krankheit über Sporen weiter, so Dr. Diekmann. Symptomatisch sind die absterbenden Bienenlarven, die sich in eine braune, fadenziehende Masse verwandelten. Die Krankheit ist keine neue Bedrohung für Bienenvölker, sie grassiere das ganze Jahr, Fälle gebe es bundesweit, so Dr. Diekmann, die auf eine Übersicht des Friedrich-Löffler Instituts verweist. Dort tauchen im Oktober auch Fälle aus Bayern, Hessen und Brandenburg auf, in diesem Sommer gab es auch Fälle in Kleve und Essen.

Neue Imker informieren

Die Imker im Kreis waren nach der Meldung aus Rheinberg alarmiert, so auch Stefan Findt, Vorsitzender beim Imkerverein Hamminkeln-Wesel. Unmittelbar nach der Nachricht des Kreises habe er die anderen Vereinsmitglieder informiert und davor gewarnt, Bienenvölker aus Rheinberg aufzunehmen. „Das ist für uns sehr nah.“

Es komme vor, dass Imker im Winter gemeinsame Stellplätze für ihre Bienenvölker nutzten. Habe ein Imker aus dem Sommer mehr Jungvölker übrig, sei es auch üblich, dass untereinander verkauft oder getauscht werde. „Dadurch kann sich die Krankheit verbreiten“, sagt Findt. Denn: Nur wenn Bienen in einen anderen Kreis wechseln, muss ein Gesundheitszeugnis ausgestellt werden, erklären Dr. Diekmann und Stefan Findt.

Stefan Findt aus Wesel ist seit acht Jahren Imker, hat sechs eigene Völker und ist Bienensachverständiger. Im Verein konnte der Imker in den vergangenen vier Jahren einen Mitgliederzuwachs beobachten, inzwischen sind es 99 Mitglieder. Daher sei es auch sehr wichtig, neue Imker über die Amerikanische Faulbrut zu informieren.

Hygiene und Gesundheitszeugnis

Im Gegensatz zu der Varroamilbe ist die Amerikanische Faulbrut eine Bedrohung, vor der sich Imker nur bedingt schützen können. Es sei wichtig, Hygienevorschriften einzuhalten und beim Zukauf auf das Gesundheitszeugnis zu achten, so Dr. Susanne Diekmann. Trotzdem können sich die Bienen aber infizieren. Ein anderes Problem nennt Findt: Im Ausland werde die Seuche mit Antibiotikum behandelt, die Sporen aber blieben so im Honig. „Wir haben 90 Prozent Importhonig in Deutschland“, erläutert Findt.

Bienen würden etwa die nicht entleerten Honiggläser in Containern riechen und sich beispielsweise so infizieren. Die Erkrankung kann für die Imker weitreichende Folgen haben: Es gibt zwar die Möglichkeit, die Völker mit dem sogenannten Kunstschwarmverfahren zu sanieren – die Bienen werden von den Waben entfernt, in gesäuberte, neue Kisten verlagert und ausgehungert, damit sie danach wieder neu brüten können. Zu dieser Jahreszeit sei das Verfahren aber schwierig anzuwenden, weil sich die Bienen jetzt nicht mehr davon erholen könnten: „Kein Volk kann das jetzt noch kompensieren“, sagt Dr. Susanne Diekmann. Die Konsequenz: Die Bienenvölker werden getötet.

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