Nahrungsmittel

Apfelernte in Wesel-Obrighoven – ein anspruchsvolles Obst

Erntehelferin Teresa Kerber pflückt behutsam die reifen Äpfel – sie werden abgedreht, damit der Stiel an der Frucht bleibt. Foto:Markus Weissenfels

Erntehelferin Teresa Kerber pflückt behutsam die reifen Äpfel – sie werden abgedreht, damit der Stiel an der Frucht bleibt. Foto:Markus Weissenfels

Wesel.   Apfelernte auf dem Hof Heinen in Wesel – die süßen bis säuerlichen Früchte verlangen eine sorgfältige Behandlung, damit sie lecker bleiben.

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Es schüttet. Teresa Kerber und ihre Kollegen ernten behutsam Pinova auf dem Feld von Peter Heinen in Obrighoven. Die Erntehelferin prüft die Ware sofort. „Faulstellen, deutliche Macken – die Krähen picken gern an den Äpfeln – oder zu kleine Früchte werden aussortiert“, erläutert Peter Heinen. In diesem Jahr gab es auch ein Wespenproblem, die Insekten haben viele Äpfel angefressen. Das werden Mostäpfel, ebenso wie das Fallobst. Am kommenden Montag kommt die Saftpresse, dann sollen vier Tonnen davon verarbeitet werden, Kindergartenkinder dürfen dabei zuschauen.

Äpfel muss man behandeln wie Eier

Äpfel sind empfindlich. „Sie dürfen sie nicht werfen oder schütten“, sagt Heinen, „Äpfel muss man behandeln wie Eier, nicht wie Kartoffeln.“ Und: „Nicht abrupfen sondern vorsichtig drehen. Der Stiel soll am Apfel bleiben.“

Acht Sorten baut Peter Heinen in Obrighoven an, die meisten kaufen die Verbraucher zum Direktverzehr. „Die Früchte müssen makellos sein, so wollen es die Kunden“, sagt er. Und zwar bis ins Frühjahr hinein. Pinova beispielsweise, hält bis in die Spargelsaison, auch Jonagold ist lang haltbar. Vorausgesetzt, die Lagerung stimmt.

Kühl und sauerstoffarm lagern

Peter Heinen erläutert, dass Äpfel ein lebendiges Produkt sind. Sie haben einen Stoffwechsel, verbrauchen Sauerstoff und sie reifen weiter. Das Geheimnis ist, sie möglichst kühl zu lagern, „dann schlafen sie“. Auf dem Hof Heinen gibt es spezielle Kühlräume dafür, einer hat um die drei Grad, der andere ist rund ein Grad kalt. Wer den Reifeprozess daheim verzögern möchte, legt das Obst am besten in den Kühlschrank.

Die Profis gehen weiter: Auf 1,2 Prozent wird der Sauerstoffgehalt in den Kühlhallen heruntergeregelt. „Weniger würde dafür sorgen, dass die Alkoholproduktion einsetzt“, erläutert Heinen. Die Werte werden überwacht und bevor ein Mensch die Kühlräume betritt, müssen sie gelüftet werden – sonst besteht Lebensgefahr.

Die Ernte ist durchwachsen

Drei Hektar Apfelland hat der Erdbeer-, Spargel- und Apfelhof Heinen, gut 5000 Bäume wachsen darauf. Ist die Ernte 2017 gepflückt, werden rund 100 Tonnen zusammengekommen sein. „Es hätten 20 mehr sein können, aber viele Kollegen haben gar nichts oder nur 20 Prozent. Ich bin zufrieden“, sagt Heinen.

Vom Baum über den Ofen ins Café

Fast alle seiner Äpfel gehen in den Direktverzehr. Fast: 150 Kilo der Obrighovener Ernte verarbeiten Monika Buschmann und Juniorchefin Sonja Moritz von „Buschmanns Kuchenkiste“ in Schermbeck pro Woche. Derzeit Jonagold, „der Boskop braucht noch etwas“, sagt Monika Buschmann. Blechweise wandert der Apfelkuchen jeden Morgen aus ihrer Backstube, dazu Apfelwein-Eierlikörtorte. 14 Cafés und Restaurants stehen auf iher Kundenliste. Und es wird nichts weggeworfen. Über die Schalen freuen sich die Schweine eines Nachbarbauern.

Rezept: Ein Apfelkuchen vom Blech

  • Die Zutaten: Monika Buschmann verrät ein einfaches Apfelkuchenrezept: 180 Gramm Zucker, 4 Eier, 200 Gramm Butter, 400 Gramm Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver und soviel Apfelschnitze, wie auf das Blech passen. Dazu Streusel oder Mandeln.

  • Die Teigzutaten vermengen und auf dem Blech verteilen, die Äpfel darauf geben, Mandeln oder Streußel darauf streuen. Bei 180 Grad im Backofen etwa 45 Minuten lang backen.

  • Als Äpfel für den Kuchen eignet sich nicht nur Boskop. Peter Heinen mag seinen Apfelkuchen am liebsten mit Topas, einem säuerlich-würzigen Apfel. Monika Buschmann verarbeitet aktuell Elstar, manchmal auch Jonagold.

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