Urteil

Arbeitsgericht Wesel bestätigt Kündigung von Dellbrügge

Im Arbeitsgericht Wesel wurde das Urteil verkündet.

Im Arbeitsgericht Wesel wurde das Urteil verkündet.

Foto: WEISSENFELS, Markus / WAZ FotoPool

Hamminkeln.  Dietlind Dellbrügge hat den Prozess gegen die Stadt Hamminkeln verloren. Das Arbeitsgericht Wesel gab der Verwaltung Recht.

Die Zahl der Anwesenden gestern Nachmittag im Saal 2 des Weseler Arbeitsgerichts war überschaubar, als Richterin Vieg das Urteil im Prozess zwischen der Stadtverwaltung Hamminkeln und ihrer Vorstandsbereichsleiterin Dietlind Dellbrügge verlas: Die Beweisaufnahme hat zur Überzeugung der Kammer ergeben, dass die verhaltensbedingten Vorwürfe gegenüber der Klägerin zu Recht erhoben worden sind.

Die Kammer verkündet ein Urteil mit dem Inhalt, dass das Arbeitsverhältnis der Klägerin aufgrund der fristgemäßen Kündigung mit dem 31. Dezember diesen Jahres sein Ende finden wird.

Langer Streit

Weder Bürgermeister Bernd Romanski noch Klägerin Dietlind Dellbrügge waren ins Arbeitsgericht gekommen. Dabei endete mit dem Urteilsspruch ein lange währender Streit zwischen der Verwaltung und der früheren Bereichsleiterin. Wie berichtet waren bei der letzten Verhandlung am 8. Oktober der Beigeordnete Robert Graf und der Personalratsvorsitzende Stefan Seesing als Zeugen vernommen worden.

Im Rahmen der Sitzung hatte sich Dietlind Dellbrügge noch einmal mit allen Mitteln gegen ihre Kündigung gewehrt, hatte mehrfach neben ihrer Anwältin auch selbst das Wort ergriffen. Sie verzichtete damals auf einen Vergleich, plädierte gleichzeitig für eine Weiterbeschäftigung bei der Stadt. Sie habe niemals den Vorsatz verfolgt, den Bürgermeister zu diskreditieren, beteuerte Dellbrügge damals und beklagte, in der Verwaltung niemals angehört worden zu sein.

Massive Anfeindung

Die Gegenseite, in Person von Bürgermeister Romanski und seinem Anwalt, hielt in der Verhandlung jedoch am Vorwurf des Mobbings fest. Es sei zum einen eine massive Anfeindung, zum anderen so kurz vor der Kommunalwahl auch eine Gefährdung für das Amt gewesen.

Romanski war überzeugt davon, dass der Ruf des Bürgermeister in der Öffentlichkeit und bei den Parteien geschädigt werden sollte. Für Romanski sei eine Weiterbeschäftigung undenkbar, auch um das Klima im Rathaus nicht zu schädigen.

Innerhalb eines Monats kann Berufung eingelegt werden

Auch Richterin Vieg konnte sich damals eine weitere Zusammenarbeit der beiden Prozessgegner kaum vorstellen: „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.“ Innerhalb eines Monats kann Dietlind Dellbrügge nun noch Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen und in Berufung gehen. Sicherlich ist auch noch zu klären, in welcher Höhe der Klägerin noch Lohn zusteht.

Denn von den insgesamt sechs von der Stadtverwaltung ausgesprochenen Kündigungen hat die Kammer lediglich der letzten stattgegeben, die anderen aber abgewiesen. Und bis wirklich Gras über den Rechtsstreit gewachsen ist, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben