Hamminkeln. Die Abgeordneten Charlotte Quik und Bernd Reuther schreiben nach den jüngsten Bahn-Unfällen an Bahn-Chef Richard Lutz. Das fordern die Politiker.

Wegen der tödlichen Unfälle an den Bahnübergängen auf der Strecke zwischen Hamminkeln und Bocholt haben die Hamminkelner Landtagsabgeordnete Charlotte Quik (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther (FDP) jetzt einen gemeinsamen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Dr. Richard Lutz, geschickt. Auf der Bahnstrecke des „Bocholters“ war es in den vergangenen Jahren zu mehreren tragischen Unfällen an Bahnübergängen mit tödlichen Ausgängen gekommen. Zuletzt an Fronleichnam war am unbeschrankten Bahnübergang Döringer Feld eine 78-jährige Frau mit ihrem Auto verunglückt und noch an der Unfallstelle verstorben.

Das war nicht der erste tödliche Unfall in jüngster Zeit an dieser Bahnstrecke. Im vergangenen Jahr hatte es am ebenfalls unbeschrankten Bahnübergang in Dingden-Lankernbrok einen tödlichen Unfall mit einem Zug gegeben, damals war eine 44 Jahre alte Radfahrerin gestorben. Im Jahr 2020 waren am gleichen Übergang drei Menschen gestorben, nachdem ihr Auto vom Regionalexpress erfasst worden war. Die Vorfälle und die Gesamtthematik seien der Deutschen Bahn bekannt, heißt es in dem Schreiben.

Bahnübergänge in Hamminkeln: Bitte um Prüfung einer schnelleren Sicherung

Seit mehr als zehn Jahren forderten Anwohner und die lokale Politik, Bürgerinnen und Bürger und auch die Stadtverwaltung eine Sicherung. Im Jahre 2022 sei ein Kompromiss zwischen der Stadt Hamminkeln und der Bahn geschlossen worden, betonen Quik und Reuther weiter. Unter anderem sollen Bahnübergänge – darunter der, an dem sich der jüngste Unfall ereignete – geschlossen werden. Trotz der Vorfälle, so wurde es in der Hamminkelner Ratssitzung nach dem jüngsten Unfall berichtet, werde die Bahn das Planrechtsverfahren nicht beschleunigen.

Die Umsetzung des Kompromisses solle erst in fünf oder sechs Jahren erfolgt sein. Trotz der in diesem Abschnitt geltenden Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde und erfolgender Hupsignale konnte der jüngste Unfall nicht verhindert werden. Die lange Zeitschiene für die Sperrung der Übergänge sei vor Ort der Öffentlichkeit nicht vermittelbar, was auch nachvollziehbar sei – auch vor dem Hintergrund des Unfalls vom Fronleichnamstag, so die Politiker.

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Vor diesem Hintergrund bitten Quik und Reuther den Chef der Deutschen Bahn um eine Prüfung dahingehend, ob Änderungen an der Zeitschiene zur Sicherung der Übergänge vorgenommen werden könnten. Das würde zur „Entschärfung dieser tickenden Zeitbombe“ beitragen. Für Gespräche stünden die beiden Abgeordneten jederzeit zur Verfügung.