Tiere

Auch die Weseler Landwirte fürchten den Wolf

Sie leben besonders gefährlich. Schon 25 Schafe soll der Wolf am Niederrhein gerissen haben.

Sie leben besonders gefährlich. Schon 25 Schafe soll der Wolf am Niederrhein gerissen haben.

Foto: Jürgen Theobald

Wesel.   Sollte der Wolf sich weiter auf den Schafweiden bedienen, befürchten die Bauern, dass hier die Weidetierhaltung komplett aufgegeben werden könnte.

Die Angst vor dem Wolf geht auch unter Weseler Landwirten um. Am Rande des Besuchs auf dem Lühlshof in Obrighoven (siehe Bericht oben) meldete sich Martin Gimken aus Bislich zu Wort und forderte die Stadt Wesel auf, sich ein paar Gedanken zu diesem Thema zu machen. „Schutzzäune halten keinen Wolf auf“, sagte er und verwies auf die elf toten Damhirsche in Hünxe, die von einem zwei Meter hohen Zaun umgeben waren.

Und er warnte vor der Gefahr, dass die Weidetierhaltung komplett aufgegeben werde, wenn sich der Wolf hier auf Dauer ansiedele. „Dann kommt irgendwann der Viehwagen und bringt die Schafe zum Schlachter“, mahnte Gimken. Hobbyzüchter könnten nicht - wie etwa in der Lüneburger Heide - ihre Tiere abends reinholen und morgens wieder rauslassen. Dazu hätten sie auch gar nicht die nötigen Stallungen.

Teure Herdenschutzhunde

Gerrit Korte, Bezirks- und Kreisgeschäftsführer der Kreisbauernschaft, gab zu bedenken, dass die Kostenfrage für die nötigen Wolfsschutzzäune noch immer nicht geklärt sei. Auch bei der zuständigen Stelle, der Landwirtschaftskammer in Münster, gebe es noch Unklarheiten. Praktikabler wären Herdenschutzhunde. Die seien allerdings mit 3000 bis 5000 Euro recht teuer und für eine Herde müssten zwei dieser Vierbeiner her. Diese Hunde verteidigten aber ihre Schafe derart, dass sie zähnefletschend am Zaun stünden, wenn andere Hunde vorbeigingen.

Korte verwies auf den grünen Umweltminister von Schleswig Holstein, Jan Philipp Albrecht. Der vertrete ganz klar die Position, die auch die Landwirte auf dem Lühls­hof vertreten: Auffällige Wölfe müssen abgeschossen werden. Und dass die im Kreis aktive Wölfin eine Problemwölfin ist, steht für die Bauern außer Frage. „Das hat mit normaler Natur nichts mehr zu tun“, findet Reinhard Buchmann.

Der Kreis als Ansprechpartner

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp riet den Landwirten, mit dem Kreis ins Gespräch zu kommen. Dies sei wichtig, zumal der Wolf kreisweit unterwegs sei.

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