Glyphosat

Auch im Kreis Wesel kommt Glyphosat zum Einsatz

Auch auf den Feldern im Kreis Wesel kommen Unterkrautvernichter zu Einsatz.

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul

Auch auf den Feldern im Kreis Wesel kommen Unterkrautvernichter zu Einsatz. Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul

Kreis Wesel.   Das Pestizid ist schon lange in der Diskussion. Die NRZ hat bei Experten nachgefragt, wie der Unkrautvernichter in der Region genutzt wird.

Einst galt es als fortschrittliches Wundermittel in der Unkrautvernichtung, mittlerweile ist sein Ruf allerdings umstritten: Glyphosat. Ob es nun tatsächlich krebserregend ist oder nicht, weiß offenbar keiner so genau – das ruft natürlich mediale Diskussionen auf den Plan. Aber wie verwenden Landwirte im Kreis Wesel das Mittel und was sind die Vorgaben durch das Bundesland? Die NRZ hat stichprobenartig nachgefragt.

Kartoffelbauer Dieter Schulte-Bunert aus Drevenack verwendet den Unkrautbekämpfer, allerdings nicht in großen Mengen, wie er selbst sagt. Er besprühe sein Feld partiell, so dass er das Mittel letzten Endes nur alle fünf Jahre benutze. Er verweist auf den geringeren Zeitaufwand und das Geld, das die Landwirte mit Glyphosat sparen. Denn bei Benutzung des Mittels müsse deutlich weniger gepflügt werden. „Im Grunde geht es da auch um betriebswirtschaftliche Aspekte“, stellt der Landwirt klar, der aber auch gleichzeitig darauf hinweist, dass bei einem Verbot des Glyphosats „die Welt nicht untergeht“. Schließlich seien die Ackerbauern davor auch schon ohne klargekommen. Aber: „Die Landwirtschaft würde ein probates Mittel verlieren.“

Keine Nahrungsquellen mehr

Auch Heinz-Wilhelm Hecheltjen, der in Hamminkeln Erdbeeren, Spargel und Äpfel anbaut, benutzt die Chemikalie, will damit aber zum Jahresende aufhören. Denn das Glyphosat hinterlasse nach der Anwendung keine Nahrungsquelle mehr für die Tiere in freier Wildbahn. Der Landwirt bekämpfe mit dem Mittel vor allem das Unkraut direkt an den Obstbäumen, aber: „Glyphosat macht alles weg, was grün ist.“ Deshalb will Hecheltjen ab dem kommenden Jahr auf chemische Unkrautvernichter zurückgreifen, die deutlich selektiver vorgehen. Schlussendlich sei aber vor allem die Dosis des eingesetzten Glyphosats entscheidend, führt der Bauer aus.

Und genau die ist bereits von der Landesregierung eingeschränkt worden, weiß Bernhard Rüb, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer NRW. Aktuell sei in Nordrhein-Westfalen die Benutzung von Glyphosat alle zwei Jahre bei einer Menge von 2,5 Litern pro Hektar erlaubt. Genaue Statistiken über die Benutzung gebe es indes nicht, erklärt der Sprecher, der der Chemikalie das Aus prognostiziert. „Dann müssen wir wieder auf alte Mittel zurückgreifen. Früher ging es ja schließlich auch.“ Gleichzeitig weist Rüb darauf hin, dass nicht nur Landwirte Glyphosat verwenden, auch beispielsweise die Deutsche Bahn befreie so ihre Gleise von Unkraut.

Verzicht auf die Chemikalie

Der Weseler Kommunaldienstleister ASG (Abfall, Straßen,Grundflächen) hingegen kommt bei der Bekämpfung von Unkraut auf Wegen und an Straßen ohne das Mittel aus. Unerwünschtem Grün rücken die Mitarbeiter mithilfe von Heißluft oder heißem Wasser zu Leibe, erklärt Betriebsleiter Ulrich Streich. In geringem Umfang werden Herbizide verwendet, jedoch kein Glyphosat.

In Hamminkeln benutzt der städtische Bauhof seit Jahren weder Glyphosat noch andere Pestizide, so Mitarbeiter Rainer Melthing: „Wir entfernen das Unkraut per Hacke oder rupfen es raus.“

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