Beschäftigung

Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Wesel

Die Arbeitslosenquote im Kreis Wesel ist auf 6,9 Prozent gesunken. Die besten Chancen haben diejenigen, die eine Ausbildung vorweisen können.

Die Arbeitslosenquote im Kreis Wesel ist auf 6,9 Prozent gesunken. Die besten Chancen haben diejenigen, die eine Ausbildung vorweisen können.

Kreis Wesel.   Arbeitsagentur zieht Bilanz für 2017: Weniger Jobsuchende, mehr offene Stellen. Doch nicht alle Gruppen profitieren gleich vom Aufschwung.

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Das Jahr 2017 war ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt im Kreis Wesel – und das wird voraussichtlich 2018 so bleiben. Dieses Resümee zieht Barbara Ossyra, Chefin der Weseler Arbeitsagentur: „Der positive Trend der Vorjahre hat angehalten. Die Unternehmen suchen Verstärkung und melden so viele offene Stellen wie noch nie“. Allerdings profitieren nicht alle Jobsuchenden gleichermaßen von dem Aufschwung – Ältere und Menschen ohne Ausbildung haben es schwerer. Qualifizierung bleibt daher ein wichtiges Thema für 2018.

Im Kreis Wesel waren im Jahresdurchschnitt 16 539 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Großteil davon (11 869 Menschen) sind Kunden des Jobcenters, beziehen also eine Grundsicherung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent und ist um 0,2 Prozentpunkte gesunken.

Eine stabile wirtschaftliche Lage und eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften sorgen für Verbesserungen in kleinen Schritten, erklärte Barbara Ossyra. Besonders Fachkräfte werden gesucht. Die Nachfrage ist gegenüber 2016 erneut gestiegen, die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen im Kreis nahm um 341 auf 15 955 zu, davon waren 95 Prozent sozialversicherungspflichtig. 2013 waren noch 12 065 offene Stellen gemeldet.

Qualifizierung ist wichtig für Jobsuchende

Die Langzeitarbeitslosigkeit (mehr als ein Jahr) entwickelte sich nach der Statistik der Arbeitsagentur rückläufig und sank im Jahresschnitt um 5,4 Prozent. Diese Kunden betreuen die Mitarbeiter besonders intensiv, so Barbara Ossyra, ein Spezialteam bemühe sich um eine ganzheitliche Integrationsberatung.

Auch wenn die Zahlen positiv klingen – es gibt Gruppen, die es weiter schwerer haben, eine feste Beschäftigung zu finden. 57 Prozent der Arbeitslosen im Kreis Wesel können keine Berufsausbildung aufweisen, unter den Kunden des Jobcenters sind es sogar 66 Prozent. Qualifizierung und Aus- oder Weiterbildung ist daher das A und O. Die Mitarbeiter versuchen, Arbeitslose zu motivieren, so Peter Greifenhofer, Teamleiter in der Geschäftsstelle Dinslaken, der versichert: „Da gibt es keine Altersgrenzen“.

In einigen Branchen werden verstärkt Fachkräfte gesucht, zum Beispiel in der Pflege, im Sanitärhandwerk, in der Gastronomie oder im verarbeitenden Gewerbe. Dennoch werde bei jedem Bewerber individuell geschaut, welcher Beruf für ihn infrage komme, so Barbara Ossyra.

Fördermaßnahmen werden fortgesetzt

Für Fördermaßnahmen wurden 2017 über 21 Mio. Euro investiert, 6645 Personen nahmen an Maßnahmen teil oder erhielten Zuschüsse beispielsweise für eine Existenzgründung. Dass die Angebote erfolgsversprechend sind, leitet Peter Greifenhofer aus der Bilanz für die Förderung beruflicher Weiterbildung und der Initiative zur Flankierung des Strukturwandels ab. Unter denjenigen, die einen Job gefunden haben, lag die Verbleibequote bei nach sechs Monaten noch bei 84 Prozent.

Qualifizierung und Förderung werden daher auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt bleiben, laut Planung sollen erneut rund 5750 Personen davon profitieren. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen werden stabil bleiben, glaubt Barbara Ossyra, so dass auch 2018 mit einer weiter rückläufigen Arbeitslosenquote zu rechnen ist.

>>Integration Point kümmert sich um Flüchtlinge

Ein Schwerpunkt für die Arbeitsagentur ist auch die Integration von Flüchtlingen. Hier seien Sprachkurse zunächst die wichtigste Maßnahme, damit die Menschen in eine Qualifizierung, ein Praktikum und später in einen Job finden, sagt Agenturchefin Barbara Ossyra.

2061 arbeitssuchende Flüchtlinge verzeichnete die Arbeitsagentur (für die Kreise Kleve und Wesel) im Jahr 2017. Im Integration Point von Agentur und Jobcenter des Kreises Wesel werden die Flüchtlinge betreut. 172 Personen konnten 2017 in eine Arbeit vermittelt werden, 108 Menschen fanden in eine Ausbildung.

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