Berufungsverhandlung

Auto aus Wut auf Jäger demoliert: Hünxer erneut verurteilt

Ein 65-jähriger aus Hünxe wurde erneut verurteilt, weil er das Auto einer Jägerin ramponierte.

Ein 65-jähriger aus Hünxe wurde erneut verurteilt, weil er das Auto einer Jägerin ramponierte.

Foto: Foto: MÜLLER

Hünxe/Duisburg.  Weil ein Wildschwein bei einer Treibjagd seinen Gartenzaun beschädigt hat, demoliert ein 65-Jähriger das Auto einer Treiberin.

Weil er sauer darüber war, dass bei einer angemeldeten Jagd eine flüchtende Wildsau den Kurs auf seinen Garten nahm und den Zaun ramponierte, rächte sich ein 65-jähriger Mann aus Hünxe am 27. Januar 2018 auf seine Weise: Er lädierte das Auto einer Treiberin. Davon jedenfalls war das Landgericht Duisburg in zweiter Instanz überzeugt und verurteilte den Mann wegen Sachbeschädigung.

Schon das Amtsgericht Wesel hatte am 19. November 2018 keine Zweifel an der Schuld des 65-Jährigen gehabt und ihn zu einer Geldstrafe von 6400 Euro (80 Tagessätze zu je 80 Euro) verurteilt. Nachdem das Wildschwein seinen Gartenzaun beschädigte, hatte sich der Mann auf die Suche nach der Jagdgesellschaft gemacht. Er fand allerdings zunächst nur deren Autos. Mit einem Stock schlug er auf den Wagen einer Treiberin ein, beschädigte Motorhaube und Seitenspiegel. Dann nahm er einen herumliegenden dicken Holzklotz auf und warf ihn in die Windschutzscheibe.

Angeklagter stritt Attacke auf das Auto der Jägerin ab

Der Angeklagte zog gegen dieses Urteil in die Berufung. Er habe nichts getan, das müsse jemand anders gewesen sein, behauptete er. Immerhin gab er zu, am Tatort gewesen zu sein und später – über den ramponierten Zaun hinweg – mit der Autobesitzerin gesprochen zu haben. Die Tat selbst hatte niemand beobachtet. Aber Zeugen waren sicher, dass nur ein Mensch in der Nähe des Tatortes gesichtet worden war, der zufällig große Ähnlichkeit mit dem Angeklagten gehabt hatte.

Gericht senkte die Geldstrafe für 65-Jährigen

Die Besitzerin des Autos hatte sich zudem darüber gewundert, dass der Mann, als sie ihm vorwarf, ihr Auto beschädigt zu haben, seltsam reagiert habe. „Er hat nicht etwa gefragt, was denn überhaupt passiert sei, sondern sich darüber beschwert, dass sein Zaun kaputt war.“

Die Berufungskammer verwarf das Rechtsmittel des Angeklagten. Allerdings senkte sie die Geldstrafe auf 40 Tagessätze, weil sie die Angaben des Angeklagten als Teilgeständnis des bislang nicht vorbestraften Mannes verstehen wollte. Zudem hätten die Jäger durch ihr Verhalten einen gewissen Anlass zu der Tat gesetzt, hieß es in der Begründung. Die Tagessatzhöhe wurde angesichts geänderter Einkommensverhältnisse des 65-Jährigen auf 50 Euro gesenkt, so dass er nun nur noch 2000 Euro an die Staatskasse zahlen muss.

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