Tierschicksale

Babyboom: Tierheim Wesel muss mehr als 100 Katzen versorgen

Junge, wildlebende Katzen landen immer wieder in Tierheim und müssen vermittelt werden.

Junge, wildlebende Katzen landen immer wieder in Tierheim und müssen vermittelt werden.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  Meist muss das Tierheim Jungtiere aufpäppeln. Es gibt es aber auch ältere Katzen wie die Seniorin, die vergessen in einem leeren Haus lebte.

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Manche Tiere werden einfach vergessen – das Weseler Tierheim hat jetzt einen besonderen Fall: Als die neuen Eigentümer das Haus betreten, stoßen sie in einem der Räume auf ein Sofa – und tief in seinem Inneren auf eine alte Katze. Das Tier hat sich ein Loch in die Polster „gegraben“ und blickt nun mit großen Augen in die fremden Gesichter.

Es stellte sich heraus, dass die Katze einem alten Ehepaar gehörte. Durch eine Katzenklappe konnte die Freigängerin das Haus betreten, wann immer sie wollte. Und diese Gewohnheit behielt sie offenbar auch bei, als ihre Bezugspersonen verstarben und das Haus von den Angehörigen zum Verkauf angeboten wurde.

Erst als die neuen Eigentümer ihr gerade erworbenes Haus in Augenschein nehmen und die Katze in ihrem Polsterversteck entdecken, wird ihnen klar, dass das Tier in den stillen, verlassenen Räumen über längere Zeit alleine gelebt haben muss.

Zuhause für die Katzen-Seniorin gesucht

Jetzt ist die Überlebenskünstlerin im Tierheim Wesel. Dort stellt man erleichtert fest, dass sie gut genährt ist, weil sie auf ihren Streifzügen durch die Gärten auf Mäusejagd gehen konnte und offenbar eine geschickte Jägerin ist. Die Blutungen aus einem Fellknubbel, die auch den Findern schon auffielen, werden gestillt und tiermedizinisch abgeklärt. Der etwa 13 Jahre alten Katze geht es den Umständen entsprechend gut, jetzt möchte das Tierheim ein liebevolles Zuhause mit Möglichkeiten zum Freigang für die Samtpfote finden.

Mehr als 100 Katzen versorgt das Tierheim Wesel derzeit, darunter sind zahlreiche Jungkatzen und Babys. Die erst wenige Tage alten Tiere werden grundsätzlich nicht im Tierheim versorgt, sondern von den Mitarbeitern mit sehr viel Pflegeaufwand in den eigenen vier Wänden betreut.

Tierheim muss die Katzenbabys erst aufpäppeln

Erst wenn die Katzenbabys einen bestimmten Fütterungsstand und damit gesundheitliche Stabilität erreicht haben, dürfen sie in das Tierheim mit seinen artgerecht gestalteten Katzenzimmern mit Kratzbäumen und Spielmöglichkeiten umziehen.

Das Tierheim Wesel freut sich über jede Katze, die gut vermittelt wird und so den Platz für einen neuen Notfall frei macht.

Denn die nächste Geburtswelle wildlebender Katzen steht bereits im Spätsommer an. Schon jetzt stößt das Tierheim mit seinen Aufnahmekapazitäten an seine Grenzen und ist dringend auf die Bereitschaft von Tierfreunden angewiesen, die einer oder mehreren Katzen ein schönes Zuhause schenken möchten.

Das Tierheim Wesel, An der Lackfabrik 4, ist täglich außer mittwochs in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr geöffnet. Alle weiteren Informationen gibt es unter 0281/56699 oder im Internet unter www.tierheim-wesel.de

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