Tötungsdelikt

Bedrohung und Randale: Nachbarn hatten Angst vor 28-Jährigem

In Hamminkeln-Brünen lebte der 28-Jährige, der am Voerder Bahnhof eine Frau getötet haben soll.. Dort ist er wegen seiner Ausraster aufgefallen.

In Hamminkeln-Brünen lebte der 28-Jährige, der am Voerder Bahnhof eine Frau getötet haben soll.. Dort ist er wegen seiner Ausraster aufgefallen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Hamminkeln.  Der Mann, der in Voerde eine Frau vor den Zug gestoßen haben soll, ist schon in Brünen mehrfach ausgerastet. Anwohner berichten von Aggressionen.

Der 28-jährige Mann, der am Samstag eine 34-jährige Frau in Voerde vor einen Zug gestoßen haben soll, lebte in Brünen – und er war dort bereits wegen seiner Ausraster aufgefallen. Mehrfach habe er betrunken randaliert und Menschen bedroht, berichten Nachbarn. Sie hatten Angst vor dem mutmaßlichen Täter und fragten sich, warum er nicht längst hinter Gittern saß. „Musste erst etwas passieren?“, fragt ein Nachbar, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Der Verhaftete und sein Bruder lebten in einem heruntergekommenen Haus an der Durchgangsstraße des Dorfes. Etwa seit einem Jahr, schätzt der Nachbar. Der Ältere soll vor einigen Wochen weggezogen sein. Häufig sei der 28-Jährige betrunken gewesen, der Nachbar vermutet, dass auch Drogen im Spiel waren. „Das konnte nicht nur Alkohol sein“, sagt er. In dieser Zeit habe es häufiger Ärger mit dem aggressiven Brüder-Duo gegeben, knapp zehn Vorfälle von Ruhestörung, Sachbeschädigung, Bedrohung und Gewalt habe er mitbekommen, schätzt der Brüner.

28-Jähriger trat die Tür eines älteren Ehepaares ein

An ein Ereignis kann er sich noch besonders gut erinnern: Ende März traten der 28-Jährige und sein 32-jähriger Bruder abends auf Autos an der Straße ein, darunter auch der Wagen des Nachbarn. Dann traten und schlugen sie die Tür eines Hauses an der Rohstraße ein. In dem Haus lebte ein jesidisches Ehepaar, laut Polizeibericht waren die beiden 88 und 98 Jahre alt. Die Brüder bedrohten die Senioren.

Angeblich habe der Sohn des Paares den 28-Jährigen verklagen wollen, so der Nachbar. Er ging dazwischen, berichtet er, hielt die beiden fest. Die Polizei kam später dazu, nahm die alkoholisierten Männer in Gewahrsam. Bei der Festnahme wehrte sich der 28-Jährige und verletzte einen Beamten leicht. Am nächsten Tag kamen die Brüder frei.

Er drohte: „Ich mach dich kaputt“

Ein weiterer Hamminkelner hat diesen Abend ebenfalls noch vor Augen – auch er will seinen Namen lieber nicht veröffentlicht wissen. Er kam mit seinem Traktor die Straße hinunter und sah den 28-Jährigen auf die Autos eintreten. Dann sprang der Randalierer auf den Trecker, versuchte, die Scheibe einzuschlagen und rief „Ich mach dich kaputt“, schildert der Mann. Es gelang ihm, den Angreifer vom Fahrzeug zu schubsen.

Von Drohungen erzählt noch ein weiterer Nachbar: Er soll einmal gesagt haben: „Ihr werdet euch noch umgucken“.

Mehrfach war die Polizei da, berichten Anwohner, und hat den Mann mitgenommen – und am nächsten Tag sei er wieder da gewesen. „Der Jüngere war der Schlimmere, der war aggressiver“, sagt ein Brüner der NRZ. Einige Nachbarn hätten sich abends nicht mehr herausgetraut.

Diskussionen um Vorfälle mit dem 28-Jährigen

Noch Ende Juni sorgte der 28-Jährige in der Brüner Ortsmitte für Aufsehen: Er schrie betrunken vor einer Gaststätte herum und verletzte zwei Polizisten bei der Festnahme derart, dass sie dienstunfähig waren.

In einer Brüner Facebookgruppe wurde der Vorfall und die zurückliegenden Ausraster heftig diskutiert – auch die Frage, ob der Mann eine Gefahr für sich selbst und andere ist. „Niemand kann doch sagen, wie kurz seine Zündschnur ist, bis der mal vollkommen ausrastet“, schrieb damals ein der Kommentatoren.

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