Soziales

Betreutes Wohnen in der Weseler Doelenstraße startet bald

Zuletzt Restaurant, früher mal Möbelgeschäft und bald wird hinter dieser Fassade barrierefrei gewohnt. Foto:Lars Fröhlich

Zuletzt Restaurant, früher mal Möbelgeschäft und bald wird hinter dieser Fassade barrierefrei gewohnt. Foto:Lars Fröhlich

Wesel.   Die künftigen Bewohner im Erdgeschoss des Hauses arbeiten alle in einer Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe oder der Spix in Wesel.

Seit Monaten sind die Handwerker im ehemaligen Restaurant Nido und der Sportsbar in der Doelenstraße aktiv. Es wird gebohrt und gehämmert, Wände werden eingezogen, Badezimmer eingebaut und vieles mehr. Noch sieht es nicht danach aus, dass hier tatsächlich am nächsten Freitag zehn Mieter über den Verein BetreuWo - Wesel einziehen. Doch der Investor, die Firma Lister Tor aus Amsterdam, signalisiert immer wieder, dass am 1. September alles fertig ist, sagt Marc Lichte vom Vereinsvorstand. Zusammen mit Birgit Melchers, ebenfalls Vorstand, führt er durch die düsteren, noch unbeleuchteten Räume, in denen die Milchglasfenster noch ausgetauscht werden müssen. Dabei erinnert alles an einen Rohbau.

30 bis 40 Quadratmeter groß sind die Appartements mit Küche, Wohn- und Schlafraum, Badezimmer sowie Abstellraum für die Mieter im Alter zwischen 19 und 43 Jahren. Sie haben alle eine Behinderung und arbeiten in einer der beiden Werkstätten der Lebenshilfe oder der Sozialpsychiatrischen Initiative Xanten (SPIX). Ein selbstbestimmtes Leben wird ihnen hier ermöglicht, mit einem 24-Stunden-Hintergrunddienst. Wer möchte, trifft sich im Gemeinschaftsraum mit barrierefreier Küche, die der Investor installiert, sowie auf der überdachten Terrasse. Hinzu kommen ein Hauswirtschafts- sowie ein Abstellraum, die zusammen genutzt werden können. Wer lieber alleine ist, zieht sich in seine Wohnung zurück.

Direkt aus dem Elternhaus

Viele der neuen Mieter verlassen erstmals das Elternhaus, um nun selbstständig zu leben. Im Mehrfamilienhaus in der Doelenstraße sind sie willkommen, sagt Marc Lichte. Die Nachbarschaft sei sehr aufgeschlossen und sieht eine Aufwertung des Wohnviertels durch die neuen Mieter. BetreuWo - Wesel unterstützt sie im Rahmen der Eingliederungshilfe und mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Die Mietverträge sind mit dem Investor geschlossen. Hinzu kommt der Betreuungsvertrag mit BetreuWo - Wesel. Der Verein gibt dem Investor die Garantie, dass bei einem Auszug ein neuer Mieter nachrückt. Das dürfte kein Problem sein, denn die Nachfrage ist groß. „Der Bedarf ist riesig“, sagt Birgit Melchers. „Doch es gibt zu wenig Investoren, die sich bereit erklären, so etwas zu machen.“ Durch diese Wohnform erreiche man bei den Betroffenen ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Persönlichkeitsentfaltung.

>>>KLEINES JUBILÄUM

Seit fünf Jahren bietet der Verein BetreuWo -Wesel ambulante Hilfen für Menschen mit einer geistigen, körperlichen und erworbenen Behinderung an. Bei der Doelenstraße handelt es sich um das dritte Wohnprojekt in Wesel, nach der Viktoria- und der Gelißstraße. Die Projekte sind so gestaltet, dass Teilhabe und Inklusion möglich sind. Deshalb gibt es eine individuell zugeschnittene Betreuung sowie einen Ansprechpartner vor Ort, der rund um die Uhr da ist.

Das kleine Jubiläum wird am Freitag, 8. September, um 16 Uhr im Schützenhaus Fusternberg, An der Rundsporthalle 10, gefeiert.

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