Betuwe

Betuwe-Kritiker in Wesel suchen Fachanwalt

Wenn die Betuwe gebaut wird, befürchten Anwohner starke Belästigungen durch Lärm und andere Emissionen. 

Wenn die Betuwe gebaut wird, befürchten Anwohner starke Belästigungen durch Lärm und andere Emissionen. 

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Bürgerinitiative denkt über eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss nach, wenn er denn gefallen ist. Beim Lärmschutz gibt es noch Lücken.

Gut 50 Aktive und Interessierte der Bürgerinitiative „Betuwe-Linie - So nicht“ diskutierten während der Mitglieder-Versammlung den aktuellen Stand des Verfahrens und die Debatte um eine mögliche Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss.

Die Weseler Bürgermeisterin Ulrike Westkamp drückte ihre Freude über die Ankündigung der Bahn aus, die alte Lippebrücke im Zuge des Streckenausbaus zu erneuern.

Sicherheitsaspekte weitgehend geklärt

„Bei der Sicherheit ist die Kuh vom Eis“, meinte Gert Bork, Vorsitzender der Bürgerinitiative, bis auf das Ereignis in Meerbusch vom Dezember 2017, wo ein Regionalexpress auf einen Güterzug aufgefahren war „und die Feuerwehr da eineinhalb Stunden lang nicht hinkam“. Da warte man noch auf Rückkopplung, ansonsten seien alle anderen Aspekte von der Feuerwehr geklärt worden.

Lücken beim Schallschutz und Erschütterungen

In Sachen Schallschutz gebe es am Weseler Bahnhof, in der Feldmark und in Blumenkamp noch drei mehrere hundert Meter lange Lücken, bei denen die Bahn Geld sparen wolle und sich das „so hingerechnet“ habe, sagte Bork. Was die Frage der Erschütterungen angeht, behaupte die Bahn nach wie vor, dass es dadurch keine Schäden an den Häusern gebe. „Aber sie sagt auch: Bei allen Häusern näher als 30 Meter müssen wir danach die Erschütterungen messen - warum messen sie das denn nicht vorher ?“, Bork fragte eher rhetorisch.

Und auch, was die Zugzahlen anbetrifft, gebe es noch Klärungsbedarf, da sich die Bahn nur an Zahlen des Bundesverkehrsministerium halte. „Die Niederlande haben aber andere Zahlen - die erwarten etwa doppelt so viele Züge wie in Deutschland.“

Von der Landesregierung im Stich gelassen

Die Landesregierung lasse die Initiative „schmählich im Stich. Wüst und Laschet wollen nicht mit uns sprechen“, so Bork, der aus seiner Enttäuschung keinen Hehl machte, nachdem „der NRW-Ministerpräsident mir persönlich zugesichert hat, sich zu kümmern“.

Anschließend ging es um die aktuellen Erfahrungswerte der Anwesenden, die von der Deutschen Bahn wegen ihrer Grundstücke kontaktiert wurden. Dabei äußerten die Anwesenden eine Spanne von drei Euro bis 120 Euro pro Quadratmeter, die die Bahn da angeboten haben soll. Allerdings lagen die meisten genannten Angebote schon länger zurück.

Initiative sucht kompetenten Rat beim Fachanwalt

Ein wichtiger Punkt war die Debatte darüber, ob die Initiative eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Betuwe anstrengen soll und in welcher Form - ob als Sammelklage, als Verbandsklage oder wie auch immer - sie durchgeführt werden soll. Letztendlich einigte man sich darauf, dass der Vorstand nach einem Fachanwalt Ausschau hält, der die Initiative in der Frage beraten kann.

Mitglieder bestätigen ihren Vorstand

Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes wurde der bei den Neuwahlen in seinen Ämtern bestätigt. Vorsitzender der BI bleibt Gerd Bork, sein Stellvertreter weiter Frank Schulten. Kassierer ist Helmut Trittmacher, Schriftführerin Hanne Eckhardt. Zu Beisitzern wurden Ruth Freßmann, Horst Münnich und Norbert Ackermann gewählt. Kassenprüfer sind Helmut Gangelhoff und Sven Wegertz.

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