Baumfällungen

Brief an Minister: SPD ärgert sich über Kahlschlag in Wesel

Ludger Hovest und Rolf Blommen halten den Kahlschlag an der Reeser Landstraße für überflüssig.

Ludger Hovest und Rolf Blommen halten den Kahlschlag an der Reeser Landstraße für überflüssig.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Sozialdemokraten kritisieren die Rodungen an der Reeser Landstraße und fordern ein Umdenken beim Landesbetrieb Straßen NRW.

In der vergangenen Woche hatte sich schon Sozialdemokrat Norbert Meesters beschwert, nun legen seine Parteikollegen Ludger Hovest und Rolf Blommen nach: Der Kahlschlag an der Reeser Landstraße zwischen Herzogenring und Alte Delogstraße wird auch von den Bürgern mit „Erschrecken und Unverständnis“ zur Kenntnis genommen, schimpft die SPD.

In einem Schreiben an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst fordert Hovest, dass Straßen NRW solche radikalen Fällaktion künftig unterlässt und für Ersatzpflanzungen sorgt.

Begründet hatte der Landesbetrieb die Baumfällungen mit der Verkehrssicherheit. Doch den Sozialdemokraten geht das Ausmaß der Aktion eindeutig zu weit. Angemeldet worden war im August die Entnahme von vier Bäumen. Eine Birke sollte auf dem jetzt fast kahlen Grünzug gefällt werden. Die Birke steht noch – doch viele andere, besonders junge Gewächse fielen der Säge zum Opfer.

Kahlschlag sorgt an mehreren Stellen für Ärger

„Wie die Axt im Walde“ ärgert sich Hovest. Rolf Blommen verweist darauf, dass Straßen NRW mit seinen Radikalschnitten bereits an mehreren Stellen im Land unangenehm aufgefallen ist. Auch im Raum Wesel, zum Beispiel an der B 70 und B 473.

Außerdem sei der Rückschnitt rechtswidrig, so Blommen. Er zitiert ein Urteil des Bundesgerichtshofes, nach dem die Entfernung aller Bäume aus der Nähe von Straßen nicht gerechtfertigt sei, denn der Verkehr müsse „gewisse Gefahren, die (...) auf Gegebenheiten oder Gewalten der Natur beruhen, als unvermeidbar hinnehmen“. Nur wenn Anzeichen übersehen oder verkannt worden sind, liege eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor.

Baumfällungen widersprechen dem Klimaschutz

Dass nicht standsichere Bäume gefällt werden, sehen die Sozialdemokraten ein – doch sie bezweifeln, dass dies bei allen Bäumen der Fall war. Auch dass Straßen NRW nicht wie alle Bürger an die Baumschutzsatzung gebunden ist, halten sie für „nicht mehr zeitgemäß“. Blommen: „Wir diskutieren über den Klimaschutz und die billigste Klimaanlage wird niedergemacht“.

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