Bergbau

Bürgerinitiative Salzbergbaugeschädigter möchte mehr Infos

Die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW bereitet sich auf den Runden Tisch beim Kreis Wesel vor.

Foto: Erwin Pottgießer

Die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW bereitet sich auf den Runden Tisch beim Kreis Wesel vor. Foto: Erwin Pottgießer

Wesel.  Betroffene wollen sich vernünftig auf den Runden Tisch beim Kreis Wesel vorbereiten, um die Einrichtung einer Schlichtungsstelle zu erreichen.

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Die Landschaft zwischen Xanten und Rheinberg hat sich in den letzten Jahren verändert. Dort, wo einst Kühe auf saftigen Wiesen grasten, befinden sich vielerorts seichte Seen.

Grund dafür sind flächendeckende Bergsenkungen. Was die Wildvögel erfreut, führt bei Immobilienbesitzern zu großem Ärger. Wer jedoch für vermeintliche Salzbergwerksschäden an seinem Haus Regressansprüche geltend machen will, braucht als Einzelkämpfer einen langen Atem oder eine breite Unterstützung.

Die bietet die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW. Über 1000 Betroffene aus dem Kreis Wesel haben sich inzwischen dieser Bürgerinitiative angeschlossen. Nun lud der Verein seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Gindericher Pfarrheim.

Torsten Schäfer ist jetzt der neue Vorsitzende

Der Ort gegenüber der seit eineinhalb Jahren bestehenden Baustelle Marienstraße konnte passender kaum gewählt sein, fand der Vorsitzende Wilhelm Fischer: „Hier wird deutlich, dass nicht der Kanal abgesackt ist, sondern das gesamte Gelände und davon sind wir alle betroffen. Bei einer Veranstaltung in Büderich vor 300 Leuten haben wir gefragt, wer Bergbauschäden an seinem Haus hat und alle haben aufgezeigt.“

Das Problem: Die Solvay und deren mit der Schadensregulierung beauftragtes Tochterunternehmen Cavity sehen sich nicht als Verursacher. „In Gesprächen liefern sie uns Argumente, die weder Hand noch Fuß haben. Aber wir haben nun mal Bergsenkungen, das ist Fakt“, erzürnt sich Fischer.

Unter Federführung des Kreises soll am 12. April in Wesel ein erster Runder Tisch mit Vertretern von Solvay und Cavity stattfinden.

So richtig zufriedenstellend ist das für die Initiative aber nicht, wie der im Laufe der Versammlung zum neuen Vorsitzenden gewählte Torsten Schäfer sagt: „Wir haben bislang keinerlei weitergehende Informationen vom Kreis bekommen, kennen weder die komplette Zusammensetzung noch die Tagesordnung.“

Immerhin ein erster Achtungserfolg

Dennoch ist der Runde Tisch ein erster Achtungserfolg, aber nach wie vor fehlt die von der Initiative vehement geforderte Schiedsstelle für den Salzbergbau. Der Grund dafür ist, dass der Bergbaubetreiber einer solchen Schlichtungsstelle bislang ablehnend gegenüber steht. Damit das nicht so bleibt, fordern viele Mitglieder, den Druck zu erhöhen.

Dr. Heinz-Gerd Schott etwa spricht sich für deutlich mehr Öffentlichkeitsarbeit aus. Die kostet Geld, der Verein verzichtet aber nach wie vor darauf, Mitgliedsbeiträge zu erheben.

Schott: „Die Frage ist, ob wir mit einem Kassenbestand von 3500 Euro kampagnenfähig bleiben können. Wenn wir regelmäßig wahrgenommen werden möchten, brauchen wir die Öffentlichkeit und das kostet Geld.“ Wilhelm Fischer möchte hingegen mit Blick auf den Kreis Wesel als federführende Behörde den Ball flach halten: „Wir werden unsere Aktivitäten weiterführen, allerdings mit der gebotenen Diplomatie. Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, die Harmonie mit dem Kreis sei nicht gegeben.“

Am Schluss gab Torsten Schäfer den Mitgliedern noch einen wichtigen Ratschlag: „Wer Schäden an seinem Haus hat, muss sie der Cavity melden, ansonsten besteht die Gefahr der Verjährung.“

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