SPD-Politiker

Rainer Keller ist tot: Tiefe Trauer in Wesel und im Kreis

| Lesedauer: 7 Minuten
Rainer Keller: Tiefe Trauer nach Tod des SPD-Abgeordneten

Rainer Keller- Tiefe Trauer nach Tod des SPD-Abgeordneten

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Keller aus Wesel ist völlig überraschend am Donnerstag gestorben. Viele Begleiter zeigen sich schockiert.

Beschreibung anzeigen

Wesel.  Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Keller aus Wesel ist völlig überraschend gestorben. Emotionale Reaktionen in Berlin und seiner Heimat.

  • Der SPD-Politiker Rainer Keller aus Wesel ist am Donnerstag völlig überraschend gestorben. Er wurde nur 56 Jahre alt.
  • Der Sozialdemokrat war im September 2021 für seinen Wahlkreis im Kreis Wesel in den Bundestag eingezogen.
  • Viele Menschen aus der Bundespolitik und seiner Heimat zeigten sich am Freitag geschockt über den plötzlichen Tod von Rainer Keller.

Betroffenheit, Trauer, Anteilnahme: Der völlig unerwartete Tod des SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Keller hat am Freitag unzählige Reaktionen hervorgerufen – nicht nur in der Stadt Wesel und im Kreis, sondern auch im politischen Betrieb in Berlin. Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter des Sozialdemokraten äußerten sich geschockt, im Bundestag wurde eine Schweigeminute abgehalten. „Wir sind tief bestürzt über seinen plötzlichen Tod“, sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas zuvor in einer Rede. „Mit Rainer Keller verlieren wir einen überaus engagierten Kollegen.“ Olaf Scholz drückte ebenfalls sein Mitgefühl aus. „Rainer Kellers unerwarteter Tod schmerzt: Er wird uns fehlen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden“, schrieb der Kanzler bei Twitter. (Lesen Sie hier den Nachruf: Zum Tod von Rainer Keller – einer der sagte, wofür er stand)

Trauer um SPD-Politiker Rainer Keller: Im Kreis Wesel und bundesweit

Im Kreis Wesel ist die Trauer besonders groß: Schließlich vertrat Keller, der im September 2021 etwas überraschend als Direktkandidat in den Bundestag eingezogen war, die Menschen aus zehn Kommunen. Zu seinem Wahlkreis gehörten Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Schermbeck, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten. Im Bundestag war der ausgebildete Krankenpfleger und Notfallsanitäter unter anderem Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Über Parteigrenzen hinweg waren die Reaktionen in seiner Heimat emotional. Große Betroffenheit zeigten etwa die beiden anderen Abgeordneten aus dem Wahlkreis, Sabine Weiss von der CDU und Bernd Reuther von der FDP. „Wir waren politische Konkurrenten, aber wir hatten ein sehr kollegiales und von gegenseitigem Respekt getragenes Verhältnis zueinander“, so Weiss. Reuther schrieb bei Facebook: „Wir waren verbunden als Kollegen im Deutschen Bundestag, darüber hinaus kannte ich Rainer persönlich schon seit vielen Jahren vor unserer gemeinsamen Zeit in Berlin. In meinen Gedanken bin ich bei seiner Familie und seinen Freunden und wünsche für die kommende Zeit viel Kraft.“

Die gesamte CDU im Kreis Wesel drückte ebenfalls ihr aufrichtiges Beileid aus. „Die Nachricht, dass der Bundestagsabgeordnete Rainer Keller tot ist, hat mich zutiefst erschüttert und macht mich sehr traurig. Wir sind fassungslos über diesen viel zu frühen Tod“, sagte stellvertretend die Kreisvorsitzende Charlotte Quik. Landrat Ingo Brohl lobte den Einsatz Kellers als langjähriger Fachberater im Krisenstab und in der Flüchtlingskrise 2015. „Bereits vor seinem politischen Engagement hat er sich vorbildlich für das Wohl der Menschen im Kreis Wesel eingesetzt“, so Brohl.

Der SPD-Kreisvorsitzender René Schneider erklärte: „Wir verlieren mit Rainer Keller nicht nur einen engagierten Sozialdemokraten, sondern auch einen unermüdlichen und ehrbaren Streiter für das Wohl seiner Mitmenschen. Sein plötzlicher Tod erschüttert uns sehr und hinterlässt eine große Lücke in unseren Herzen.“

Keller, der in Hünxe-Drevenack aufgewachsen ist, hatte seinen Lebensmittelpunkt vor dem Einzug in den Bundestag in Wesel. Auch in der Hansestadt äußerten sich am Freitag viele langjährige Begleiter des Politikers. „Ich bin fassungslos und kann es nicht glauben. Mein besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie. Rainer Keller war ein Mensch, der sich für die Menschen in seiner Heimatstadt Wesel und in der Region immer eingesetzt hat“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp.

Rainer Keller: Schock bei der SPD in Wesel und Hünxe nach dem Tod

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Weseler Stadtrat, Ludger Hovest, zeigte sich ebenfalls tief betroffen. „Ich habe einen Freund und einen Weggefährten verloren. Rainer Keller war lebenslustig und voller Tatendrang und hatte politisch noch viel vor.“ Der Verlust sei menschlich nicht zu ersetzen und habe auch politisch weitreichende Folgen für Wesel und die SPD in der Hansestadt. Martin Wegner, Chef des SPD-Stadtverbandes, sagte: „Wir sind alle nur geschockt. Rainer Keller reißt eine riesige Lücke.“ Er habe sich der SPD in schwierigen Zeiten als Kandidat zur Verfügung gestellt, allein das habe hohe Anerkennung verdient.

Jan Scholte-Reh, Vorsitzender der SPD in Hünxe, schrieb in einem Beitrag: „Unfassbar. Ich bin total schockiert. Mein aufrichtiges Beileid seinen Hinterbliebenen und engen Weggefährten. Rainer war ein super Mensch, total engagiert, ein Macher mit klaren und klugen Worten, keiner Diskussion aus dem Weg gegangen, auch den ungemütlichen Themen nicht und das Herz am richtigen Fleck.“

Keller leitete vor Weggang nach Berlin den DRK-Ortsverband in Wesel und war auch danach bei Einsätzen dabei. „Wir verlieren mit Rainer einen wichtigen Ratgeber und Freund. Wir sind fassungslos und geschockt.“, schrieb der Verband. „Rainer war ein Mensch, der sich stets für seine Mitmenschen und die Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes eingesetzt hat.“ Auch die Umweltschutzorganisation Nabu ist erschüttert. „Rainer Keller war zuverlässig und liebenswert, wir waren im regelmäßigen Austausch“, sagte der Kreisvorsitzende Peter Malzbender. „Der komplette Vorstand ist geschockt.“

Tod von Rainer Keller: Viele Reaktionen im Bundestag

Auf politischer Ebene reagierten noch viele weitere Vertreterinnen und Vertreter auf die schreckliche Nachricht. So schrieb Christian Dürr, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag: „Der plötzliche Tod unseres Kollegen Rainer Keller aus der SPD-Fraktion bestürzt mich zutiefst. Ich wünsche seiner Familie und seinen Angehörigen in diesen schweren Stunden viel Kraft.“ Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, schrieb bei Twitter: „Sein Tod macht mich betroffen.“

Auch der Vorsitzende der SPD in Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, äußerte sich betroffen. „Mit Rainer Keller verlieren wir einen Sozialdemokraten, der in der Praxis des gesellschaftlichen und politischen Alltags dort engagiert anpackte, wenn Menschen in Not waren“, wird er in einer Mitteilung der Partei zitiert. „Rainer Keller wird fehlen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Keller wurde nur 56 Jahre alt. Er hinterlässt einen erwachsenen Sohn, auch seine langjährige Partnerin trauert um ihn. Zur Todesursache ist bisher offiziell nichts bekannt. Er wurde am Donnerstag von Mitarbeitern seines Büros tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wesel / Hamminkeln / Schermbeck

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER