Nahverkehr

Busse sollen bis 2030 im Kreis Wesel klimaneutral fahren

Der ÖPNV soll spätestens bis 2030 klimaneutral sein, fordern Grüne und CDU. Und er muss attraktiver werden.

Der ÖPNV soll spätestens bis 2030 klimaneutral sein, fordern Grüne und CDU. Und er muss attraktiver werden.

Foto: arkus Weissenfels / FFS

Kreis Wesel.  CDU und Grüne im Kreistag Wesel preschen mit einem Antrag vor: Die Busse sollen emissionsfreie Antriebe bekommen. Und attraktivere Takte fahren.

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Bis 2030 soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis Wesel klimaneutral sein. Und er soll schrittweise attraktiver werden. Mit diesem Antrag wollen Grüne und CDU im Kreistag vorpreschen und mehr Druck in das Thema bringen: Am 12. Dezember steht er zur Entscheidung an.

Zwar ziehen Grüne und CDU im Kreistag häufiger mal an einem Strang – auch in die gleiche Richtung. Beim Thema Bus und Bahn lagen sie aber weit auseinander, zuletzt bei der Verabschiedung des Nahverkehrsplans, der deutliche Abstriche im ÖPNV bedeutete.

Kreisverwaltung soll alternative Antriebskonzepte vorschlagen

„Der Kreis Wesel braucht eine Verkehrswende“, sagt Hubert Kück (Grüne), „und wir brauchen ein Konzept für den ÖPNV“. Beim Thema Klima wollen CDU und Grüne, dass die Kreisverwaltung zusammen mit Fachleuten und der NIAG alternative Antriebskonzepte für die Busse vorschlägt, und zwar bis Ostern 2020.

„Die Politik sieht sich nicht in der Rolle, eine Antriebsart vorzugeben. Ziel soll es aber sein, bis 2030 emissionsfrei zu fahren“, erläutert Udo Bovenkerk (CDU). Ob das nun E-Busse, Gas- oder ein anderer Antrieb sein soll, ist Sache der Experten.

Zwar steht eine Million Euro im Haushalt für einen umweltfreundlichen Antrieb – allein die NIAG und die anderen Unternehmen wüssten damit nichts anzufangen. Sie haben keine Konzepte. Andernorts funktioniert es dagegen: Gießen habe seine Busflotte seit März komplett auf Gas umgestellt, Mercedes liefere 93 Gasbusse in die Niederlande für den Raum Rotterdam und Den Haag.

Mit ein wenig Geschick kann Umweltschutz profitabel sein

Wenn Stadtwerke Wesel, Enni Moers und die Stadtwerke Dinslaken sowie der Asdonkshof, der auch Gas produziert, zusammenarbeiten, könnte sich das wirtschaftlich lohnen, erläutert Kück: vernetzen und wertschöpfen, so die Idee. Dass dafür Geld in die Hand genommen werden muss, räumt Udo Bovenkerk ein, „besser und billiger geht nicht. Wir müssen in Strecken investieren, in Schienen, Busfahrer und Lokführer. Wir wollen Tempo vorlegen.“

Umweltgerecht, aber unattraktiv – das soll es auch nicht sein. Zweites Standbein des gemeinsamen Antrags ist daher eine schrittweise Attraktivierung des Nahverkehrs. Dass die „Geisterbusse“ früherer Jahre nicht zurück kommen sollen, betonte Bovenkerk.

Er setzt auf „Modalsplit“: Car Sharing und andere Lösungen zur Mobilität. „Wir müssen unseren Einfluss beim VRR ausüben“, sagt er. Wie genau der ÖPNV attraktiver werden kann, auch dazu soll die Verwaltung Vorschläge erarbeiten.

Umdenken bei der CDU zum Thema Wirtschaftlichkeit des ÖPNV

Ist das eine Abkehr vom Credo, dass der ÖPNV wirtschaftlich arbeiten muss? „Wir denken um“ sagt Bovenkerk. Um einen besseren Nahverkehr hinzubekommen, müssten die Kommunen aber eng zusammenarbeiten.

Ziel sei es nicht, die Forderungen Einzelner nach besonderen Linien zu erfüllen, „der Kreis ist eine Solidargemeinschaft“, so Bovenkerk. Für Sonderwünsche könnten die Gemeinden selbst Busunternehmen beauftragen.

Arbeitskreis Mobililtätskonzept befasst sich mit verschiedenen Aspekten

Parallel zu diesem Antrag – teils überschneidend – gibt es den interfraktionellen Arbeitskreis mit einem Gutachter zum Mobilitätskonzept des Kreises Wesel.

Themen sind unter anderem Vernetzte Mobilität, E-Mobilität, on demand-Verkehre, Radverkehr, Fußverkehr, eine Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel und mehr.

Mit von der Partie sind die Verkehrsunternehmen, Gemeinden und externe Experten.

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