Kommentar

Das Bürgerbarometer zeigt: Es gibt noch Baustellen in Wesel

 Ein Kommentar von NRZ-Redakteurin Rita Meesters.

 Ein Kommentar von NRZ-Redakteurin Rita Meesters.

Der Öffentliche Nahverkehr schneidet beim Bürgerbarometer der NRZ schlecht ab. Das sollte die Politik als Arbeitsauftrag verstehen.

Zehn Themenkomplexe, 400 Bürgerinterviews – zum vierten Mal haben wir nach 2010, 2013 und 2016 beim NRZ-Bürgerbarometer die Meinung der Weseler zu ihrer Stadt erfragt. In vielen Bereichen kann man das Fazit ziehen, dass die Welt in Wesel eher in Ordnung ist: Die meisten Bürger leben gerne in der Stadt, schätzen die Natur, sind größtenteils mit dem Bildungsangebot zufrieden. Zwei Drittel der Menschen erledigen ihre Einkäufe bevorzugt in der Stadt. Das ist gut so.

Doch die Befragung zeigt auch, dass es Baustellen in der Stadt gibt: Am schlechtesten schneidet in der Umfrage der Öffentliche Nahverkehr ab. Diejenigen, die häufig mit dem Bus unterwegs sind, wundert es nicht. Dass nur 12 Prozent der Befragten den ÖPNV nutzen, zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion.

Berechtigte Unzufriedenheit mit dem ÖPNV in Wesel

Hier sollte sich die Politik an ihr 2019 beschlossenes Konzept der „klimagerechten Stadtentwicklung“ erinnern. Ganz nebenbei wäre es auch eine „bürgergerechte Stadtentwicklung“. Auch wenn der Nahverkehr Sache des Kreises ist, hat die Stadt die Möglichkeit, hier mit eigenen Mitteln nachzubessern. Die neue Marktlinie am Samstag kann da nur ein Anfang sein. Stadt und Politik sollten die berechtigte Unzufriedenheit der Bürger als Arbeitsauftrag verstehen.

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