Stadtentwicklung

Das sagt die Politik zum Aus für das Kombibad in Wesel

Das Heubergbad ist in die Jahre gekommen und soll ersetzt werden.

Foto: Gerd Hermann

Das Heubergbad ist in die Jahre gekommen und soll ersetzt werden. Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Während die einen begrüßen, dass der Standort Heubergpark wieder im Gespräch ist, kritisiert die FDP das „Versagen der großen Koalition“.

Die gescheiterte Planung für ein kombiniertes Frei- und Hallenbad im Anschluss an das Rheinbad bleibt auch am Tag nach dem Bekanntwerden in der Diskussion. Während die einen es begrüßen, dass nun der Heubergpark wieder als Standort für ein neues Hallenbad im Gespräch ist, schimpft beispielsweise Bernd Reuther von der FDP-Fraktion. Er spricht von einem „klaren Versagen der großen Koalition“, die sich von Anfang an nur für das Areal am Rhein ausgesprochen habe.

Nun seien zwei Jahre ins Land gezogen und dann das. Die FDP wiederum habe stets gefordert, mehrere Standorte ergebnisoffen zu prüfen, so etwa auch am Auesee. In Wesel gebe es genug Flächen, die für ein Kombibad in Frage kämen. Und statt nun weiter am Kombibad festzuhalten, hätten SPD und CDU sich während der Bäderbesichtigungstour am Dienstag offenbar geeinigt, dass besagtes Bad nun komplett vom Tisch ist und im Heubergpark ein neues Hallenbad gebaut werden soll. „Jetzt wird der Heubergpark geopfert“, wie Thomas Moll (Wir für Wesel) befürchtet und an der Stelle, wo heute das Bad steht, werden Parkplätze die Innenstadt verschönern. Laut FDP fänden nun auch betriebswirtschaftliche Aspekte keine Berücksichtigung mehr. Und: Das Rheinbad müsse in einigen Jahren ebenfalls saniert werden. „Was dann?“ fragt Reuther.

Erfreut über das Aus des Kombibades am Rhein äußerte sich Norbert Segerath. Den Vorsitzenden der Linksfraktion erreichte die Nachricht in seinem Urlaub. Von vornherein hätte man sich für den Standorterhalt des Heubergbades eingesetzt. Es liegt zentral und für jeden gut erreichbar.

Saunabereich möglichst erhalten

Die Überlegungen, das Innenstadtbad zu erhalten, sieht Segerath als Rückkehr zur Vernunft. Der Saunabereich könne erhalten bleiben und die Planung auf bereits Vorhandenem aufbauen. Darüber hinaus sei es nun möglich, die Haushaltsbelastung erträglich zu halten.

„Es ist schade, dass die Düsseldorfer Staatskanzlei dem Wunsch der Stadt Wesel, den Sonderstandort Hotel zum Sonderstandort Kombibad zu wandeln, nicht entspricht“, meint Ratsmitglied Manfred Schramm (Piraten). Jetzt müssten alle versuchen, die Ausfallzeiten für das Schwimmen so kurz wie möglich zu halten „oder besser: gar keine Ausfallzeiten zuzulassen“. Das sei möglich, wenn man im Heubergpark neben dem jetzigen ein neues Bad errichtet und nach Fertigstellung das alte Bad abreißt und wieder zu einem Park wandelt.

Westkamp: Anforderungen an Bad klären

Interessante Erkenntnisse habe die Weseler Delegation auf der Bäder-Besichtigungstour gewonnen, berichtet Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Diese würden in die weitere Planung einfließen. Auch aus städtischer Sicht sei es ein angestrebtes Ziel, dass zunächst ein neues Bad im Heubergpark gebaut wird, bevor das alte weichen muss. Theoretisch sei dies am Standort möglich.

Die Rathauschefin erklärte auf NRZ-Anfrage weiter, dass nun zunächst der Rat der Verwaltung den Auftrag erteilen müsse, ein Bäderkonzept zu erstellen. Darin sollen die Anforderungen an einen Badneubau geklärt werden. Die Vereine, die das Bad nutzen, sollen dabei beteiligt werden. Auch sei zu klären, ob die viel frequentierte Sauna erhalten und weiter genutzt werden kann. Aus Sicht der Bürgermeisterin wäre das „begrüßenswert“.

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