Freizeittipps

Das sollten Sie ausprobieren: Fünf Tipps aus dem Kreis Wesel

Die Urlaubshöhlen auf dem Campingplatz Dingdener Heide  in Hamminkeln.

Die Urlaubshöhlen auf dem Campingplatz Dingdener Heide in Hamminkeln.

Foto: Arnulf Stoffel / FFS

Kreis Wesel.  Übernachten im Urlaubsnest, ein Besuch in der Schillkasematte oder Eselreiten für Kinder – wir stellen Orte vor, die einen Besuch wert sind.

Die Geschichte elf erschossener Offiziere erforschen, mit Muskelkraft die Lippe überqueren, auf Eseln reiten, in der Dingdener Heide in einer Urlaubshöhle übernachten oder in Hünxe in die Luft gehen – wir haben fünf Tipps für sie gesammelt, die Sie einmal ausprobiert haben sollten.

Auf den Spuren der erschossenen Offiziere

Düster und kühl ist es in der Schillkasematte im Zitadellenhaupttorgebäude in Wesel. Die dicken, alten Mauern sorgen für eigenartige Stille. Kaum vorstellbar, was den elf Schill’schen Offiziere in den letzten Stunden ihres Lebens hier durch den Kopf gegangen sein mag.

1809 hatten die preußischen Offiziere zusammen mit anderen Freiwilligen unter Major Ferdinand von Schill den Aufstand gegen Napoleon versucht. In Stralsund gefangen genommen, ging es für sie in die Festung Wesel. In der Schillkasematte, wie sie heute heißt, verbrachten sie ihre letzten Tage bis zur Erschießung am 16. September auf den Lippewiesen. Ein Denkmal erinnert heute dort an sie, geschaffen vom preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel wurde es in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts aufgestellt.

Die Namen der Offiziere sind heute noch auf vielen Straßenschildern im Schillviertel verewigt. Gabain, von Keller, Flemming und Keffenbrink gehören dazu. Jeder der Soldaten erhält in dem kleinen städtischen Museu ein Gesicht. Nach der Urteilsverkündung ließ man ihnen hier eine Stunde, um Briefe zu schreiben und damit von ihren Familien Abschied zu nehmen - eine schreckliche Vorstellung.

1852 machte das Militär die Kasematte zur Gedenkstätte, später wurde die Stadt an dieser Stelle aktiv. Das Schicksal der Offiziere stand 1934 auch bei den Schillfestspielen vor der Zitadelle im Mittelpunkt, ein Spektakel, das 128.000 Zuschauer lockte. Auf der Bühne standen 300 Darsteller, wobei die meisten von ihnen Laien aus Wesel waren.

Schillkasematte, An der Zitadelle 6, geöffnet mittwochs bis sonntags von 11 bis 15 Uhr, Eintritt frei.

Der Quertreiber: Mit Muskelkraft über die Lippe

Wer gern mit dem Fahrrad unterwegs ist und die Natur liebt, sollte auf jeden Fall mal mit dem „Quertreiber“ über die Lippe in Wesel gefahren sein. Mindestens zu zweit muss die gelbe Gierseilfähre in Schwung gebracht werden, ideal wäre sogar eine Dreiercrew. Denn es ist durchaus ein bisschen Kraft nötig.

Mit einer Kette, die im Wasser liegt, gilt es, den Quertreiber an Land zu holen und dort so lange festzuhalten, bis alle Passagiere samt Rädern an Bord sind. Einer hält die Tür auf, einer schiebt die Fahrräder drauf, der andere wacht über die Edelstahlkette – das ist die Idealaufteilung auf dieser Fähre, die nach einem ganz einfachen Prinzip funktioniert.

Ein etwa 100 Meter langes Tragseil hält das Gefährt im Fluss, die beiden Ketten dienen zum Heranziehen der Fähre ans jeweils andere Ufer, per Ruder wird der Kurs gehalten.

Vor 13 Jahren gab es für das gelbe Gerät den Deutschen Fahrradpreis „best-for-bike“ in der Kategorie „Fahrradfreundlichste Entscheidung“. Dass es eine war, bestätigen die vielen Nutzer. An manchen Wochenenden sind es nach städtischen Angaben immerhin bis zu 750 Menschen, die hier die Lippe queren. Aber auch an Werktagen ist der Weg übers Wasser beliebt. Mancher fährt sogar mit Rad und Fähre zur Arbeit und zurück – reichlich frische Luft inbegriffen.

Lippefähre Quertreiber, RWE-Straße (direkt neben dem Umspannwerk)/Heikes Berg; Betrieb bis zum 26. Oktober während der hellen Tagesstunden. Platz finden bis zu sechs Personen mit Fahrrad, die Benutzung ist gratis.

Auf dem Rücken der Langohren reiten

In Schermbeck-Damm können Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren anderthalb Stunden die Natur auf dem Rücken eines Esels erleben. Dort bietet die Degis-Farm im Sommerhalbjahr den Mädchen und Jungen geführte Ausritte in die umliegenden Felder mit den liebenswerten Grautieren. Diese wollen auch gerne geputzt und beschmust werden. „Wir möchten den Kindern den besonderen Umgang mit Eseln näherbringen“, erläutert Andrea Terstegen von der Degis-Farm dieses tierische Erlebnis.

Vor dem Ausreiten müssen die Kinder zunächst zusammen mit den Eseln durch kleine Geschicklichkeitsübungen einen „Eselführerschein“ erwerben. Nach der „Schönheitspflege“ und vor dem Eselausritt geht es für die Reiter weiter auf den Parcours zum Kennenlernen. „Esel gehen schließlich nicht mit jedem mit. Sie brauchen Vertrauen, bevor sie mit ihrem Reiter durch dick und dünn gehen“, so die Eselbesitzerin.

Dieses unvergessliche Erlebnis läuft jeden Samstag und Sonntag jeweils um 11 Uhr sowie um 13 Uhr. Für die wartenden Eltern ist auch gesorgt: Sie können während der Ausritte gemütlich bei Kaffee relaxen. Terstegen ergänzt: „Esel sind hochintelligent und weder dumm noch stur. Sie strahlen eine enorme Ruhe aus. Dort, wo ein Pferd schnell kapituliert und sich seinem Schicksal fügt, zeigt der Esel ganz klar, dass er anderer Meinung ist.“

Kontakt: Degis-Farm, Dammer Weg 38, 46514 Schermbeck, , Mail: d-terstegen@t-online.de.

Übernachten im Urlaubsnest

Campen ist seit einigen Jahren wieder total modern. Ob im Wagen oder auf dem Zeltplatz – ein paar Tage in der Natur ohne den Alltags-Schnickschnack tun der Seele gut.

Wer sich aber nicht unbedingt die Mühe mit dem Zelt machen möchte oder mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte mal einen Blick in die Urlaubsnester in der Dingdener Heide in Hamminkeln werfen: Die kleinen sparsam eingerichteten Holzhütten sind komplett mit dunklen Fichtenschindeln bedeckt. Die Nester sind gerade einmal zehn Quadratmeter groß und bieten Bett und Sitzecke. Sanitäranlagen befinden sich auf dem Campingplatz, Handtücher, Bettwäsche und Schlafsack müssen mitgebracht werden – wie beim echten Camping.

Wer doch nicht auf das eigene Badezimmer und eine Kochnische verzichten möchte, dem seien die Urlaubshöhlen ans Herz gelegt. Auf 20 Quadratmetern gibt es Platz für bis zu vier Personen – Tiere sind aber nicht erlaubt. Die runden Hütten sind übrigens innen ganz hell. Die Dingdener Heide ist einer der ersten Standorte, an dem es diese Häuser in Deutschland gibt. Eigentlich kommen diese „Holziglus“ nämlich aus Skandinavien. Dort wird eine solche Hütte als Sauna genutzt.

Die Urlaubsnester gibt es ab 35 Euro pro Nacht bei mindestens zwei Nächten oder 45 Euro für eine Nacht. Die Höhlen kosten 95 Euro pro Nacht. Infos unter www.dingdener-heide.de

Die Heimat von oben betrachten

Einmal aus der Vogelperspektive die Heimat sehen und einen Blick auf den Rhein werfen. Wer diesen Traum schon immer hatte, der kann ihn an der Schwarzen Heide in Hünxe in die Tat umsetzen. Der Luftsportverein Dinslaken bietet Schnupperfliegen und Gastflüge an. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern und wollen Menschen für unseren Sport begeistern“, sagt Ralf Willuns, der Vorsitzende des Vereins. Genau dafür bietet der Verein die Flüge im Doppelsitzer-Segelflugzeug an. Für 25 Euro kann man sich als Fluggast mit dem Segelflieger in die Lüfte wagen.

Wer etwas mehr in den Luftsport hineinschnuppern möchte, kann auch gleich einen Monat lang auf Probe Mitglied im Verein werden. Für 100 Euro kann man in dieser Zeit gleich vier Mal als Fluggast von der Schwarzen Heide abheben. „Man muss nur das richtige Wetter abpassen“, erklärt Ralf Willuns. Denn die Segelflieger sind natürlich von der Thermik abhängig.

Fehlt die, so kann es sein, dass man schon nach knapp zehn Minuten wieder auf dem Boden steht. „Aber so ein Flug kann auch gerne mal 30 Minuten oder noch länger gehen“, sagt der Vorsitzende. Es gibt immer etwas zu sehen: „Bei gutem Wetter sogar das Schalker Stadion“, sagt Willuns.

Mehr Infos www. luftsportverein-dinslaken.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben