Brückenabbruch

Der zweite Pfeiler der Rheinbrücke Wesel verschwindet

Stück für Stück verschwindet der alte Brückenpfeiler.

Foto: Markus Joosten

Stück für Stück verschwindet der alte Brückenpfeiler. Foto: Markus Joosten

Wesel.   Der zweite Pfeiler der alten Brücke wird im Wasser abgebrochen. Das ist nicht ganz so aufwändig wie beim ersten – doch es gibt Herausforderungen.

Auch der zweite Strompfeiler der alten Rheinbrücke ist demnächst Geschichte – für das bloße Auge ist er, je nach Wasserstand, schon dieser Tage nicht mehr zu sehen. Der Abbruch ist nicht der gleiche Aufwand wie beim ersten Strompfeiler, denn dieser liegt nahe am Büdericher Ufer und behindert die Schifffahrt nicht. Trotzdem: Mal eben ist so ein massives Bauwerk, das auf dem Fundament der Vorgängerbrücke steht, nicht abgebaut.

Acht Meter fehlen noch

Diesmal gibt es keine Leitplanke, keine Spundwände hinter denen Arbeiter

trocken zu Werke gehen, keine verärgerten Binnenschiffer. Berthold Dünk vom Landesbetrieb Straßen NRW erläutert, wie der Pfeiler unter Wasser abgebrochen wird. Phase eins hat am 7. Mai begonnen und ist fast erledigt: Rund um den Sockel hatte der Rhein einen Hügel aufgeschwemmt. Bagger, die auf einem Ponton arbeiten, haben ihn abgetragen und zusätzlich eine Art Trichter um den Pfeiler in die Rheinsohle gegraben. In den vergangenen Tagen hat ein weiterer Bagger mit riesigen Kiefern die Betonkonstruktion abgebrochen und zermahlen.

Graben bis in die Fluss-Sohle

„Das Abbruchgut fällt in den Trichter“, erläutert Dünk, „auf diese Weise verhindern wir, dass es in den Rhein geschoben wird“. In einem zweiten Schritt kommt ein weiterer Bagger, um den Bauschutt aus dem Trichter zu heben und am Ufer zu lagern. Es wird dann zum Recycling abtransportiert.

Acht Meter Bauwerk, das für die Ewigkeit errichtet zu sein scheint, haben die Fachleute noch abzutragen, fünf davon liegen unter Wasser und knapp drei weitere in der Fluss-Sohle. Die letzten zweieinhalb Meter bleiben im Boden des Rheins zurück.

Doch auch dieser Pfeiler stellt die Ingenieure vor Herausforderungen: 1950

hat man ihn auf ein Fundament der zerstörten Rheinbabenbrücke gesetzt. „Der Senkkasten stammt aus dem Jahr 1917“, erläutert Dünk. Eine Spundwand, die nach dem Krieg tiefer in die Rheinsohle getrieben wurde, umgibt ihn. Und die muss raus. Bloß lässt sich Stahl nicht so leicht zerstören wie Beton. Speziell ausgebildete Taucher werden unter Wasser den Stahl mit Brennern zerlegen. Für diese anspruchsvolle Arbeit müssen sie vor der Strömung geschützt werden.

Niedrige Wasserstände erwünscht

Bauleiter Frank Pfeiffert von der ausführenden Firma Jaeger aus Bernburg wartet auf den richtigen Zeitpunkt. „Sobald wir die Spundwand erreicht haben, werde ich die Taucher anfordern.“ Alles hängt bei Arbeiten im Rhein vom Pegel ab. „Steigt das Wasser, hebt sich der Ponton mit ihm“, erläutert Berthold Dünk das Problem. Der Bagger auf dem Ponton schwimmt mit auf und hat dann einen zu kurzen Arm, er kann die Pfeilerreste nicht mehr erreichen. Ziel ist es, Ende September mit dem Pfeiler fertig zu werden – wenn der Rhein es denn zulässt.

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