Landwirte

Die Brüner Ortsbauernschaft setzt auf mehr Transparenz

Heinrich Buchmann, Jörg Grieb, Dieter Grütjen und Jens Buchmann.

Foto: Markus Weißenfels

Heinrich Buchmann, Jörg Grieb, Dieter Grütjen und Jens Buchmann.

Hamminkeln.   Landwirtschaft steht oft in der Kritik, zum Beispiel in Sachen Tierhaltung und Gülle. Brüner Bauern wollen für mehr Aufklärung sorgen.

Landwirtschaft ist ein komplexes Thema mit vielen Facetten, politischen Entscheidungen und starken bürokratischen Auflagen, wie die Landwirte der Ortsbauernschaft Brünen betonen. Mit einer Plakataktion hat die Vereinigung schon zum Jahreswechsel auf sich aufmerksam gemacht (wir berichteten). Unter dem Motto: „Wir machen verantwortungsvolle Landwirtschaft. Eure Bauern aus Brünen“, möchten die Landwirte ein positives Zeichen setzen und hoffen auf mehr Dialog.

Vor Ort die Landwirtschaft erklären

„Wir würden uns wünschen, dass mehr Schulen und interessierte Bürger sich bei uns die Landwirtschaft einmal vor Ort erklären lassen“, so Jens Buchmann, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Brünen. Etwa 250 Kühe befinden sich in den offenen Stallungen von Buchmann. Ausgeklügelte Technik sorgt dafür, dass die Flächen regelmäßig gereinigt werden. „Die Tierhaltung hat sich mit der Zeit positiv entwickelt. Früher gab es geschlossene Ställe, heute ist alles offen. Und die Entwicklung geht immer weiter voran. Das Geld, das die Landwirte in die Hand nehmen, dient dazu, die Tierhaltung immer weiter zu verbessern“, erklärt Buchmann.

In einem Punkt sind sich die Landwirte einig, die Abläufe in den Betrieben müssen erklärt werden, um sie zu verstehen. „Vor einiger Zeit hatte ich eine Gruppe zu Besuch, die beim Blick in die Stallung zunächst erschrocken war, da es dort einen Betonboden gibt und die Reinigungsschieber über den Boden laufen. Verständnis kam aber sofort auf, als meine Frau erklärte, dass sich die Kühe nicht den ganzen Tag dort aufhalten müssen und sich auch in einer Box hinlegen können“, so Buchmann. Eine Tatsache, die erst auf den zweiten Blick sichtbar werde. Auch Negativbeispiele in den Medien machten den Landwirten zu schaffen, da das gesamte Image der Branche darunter leide.

Diskussionen um Gülle

Auch das Thema Gülle ist oft Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Buchmann setzt hier ebenfalls auf Veranschaulichung. Dazu hat der Landwirt einen rechteckigen Kasten gebaut, der mit Erde befüllt ist. Darin sieht der Betrachter einen Messbecher mit zwei Litern Gülle und die darin enthaltenen Substanzen in Plastikbechern, die mit Zetteln beschriftet sind. „Wir möchten damit veranschaulichen, welche Mengen tatsächlich pro Quadratmeter ausgebracht werden. Derzeit werden etwa zwei Liter Gülle pro Quadratmeter benötigt, die aus 1,88 Litern Wasser, 6,5 g Stickstoff, 11,4 g Kalium, 3,8 g Phosphor sowie 2 g Magnesium bestehen“, erklärt der Landwirt. Es seien alles Stoffe, die von den Pflanzen benötigt würden und die Landwirtschaft erst ermöglichten. Zur Kontrolle würden regelmäßig Bodenproben zur Analyse entnommen.

Interesse? Die Ortsbauernschaft Brünen gibt Auskunft. Zudem gibt’s am 24. Juni die Tour de Flur in Hünxe-Drevenack: http://www.rlv.de/kreisbauernschaft/wesel

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