Mobilität

Die erste Mitfahrerbank von Wesel steht in Blumenkamp

Stellten begeistert die erste Wesler Mitfahrerbank an der Hamminkelner Landstraße am Ortseingang von Blumenkamp vor (von links): Klaus Rohler, Anne Oberdorfer, Gertrud Liman, Fee Kösters, Volker Burger, Herbert Ackermann und Friedrich Eifert

Stellten begeistert die erste Wesler Mitfahrerbank an der Hamminkelner Landstraße am Ortseingang von Blumenkamp vor (von links): Klaus Rohler, Anne Oberdorfer, Gertrud Liman, Fee Kösters, Volker Burger, Herbert Ackermann und Friedrich Eifert

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Die Blumenkamper haben eine Sitzbank an der Hamminkelner Landstraße „umgewidmet“. Dort kann man warten und darauf hoffen, mitgenommen zu werden.

Nein, in den ersten Minuten nach ihrer Vorstellung hielt zumindest noch kein Fahrzeug an der Hamminkelner Landstraße am Ortseingang von Blumenkamp an. Dabei hatten gleich mehrere Personen auf der ersten Weseler Mitfahrerbank Platz genommen, die ab sofort ein weiteres Mobilitäts-Angebot in der Hansestadt bietet. Wer dort sitzt, signalisiert: „Ich möchte gerne mitgenommen werden.“

Quasi Per-Anhalter-Fahren auf bequeme Art. Die Idee stammt von dem ehemaligen Weseler Ratsherrn Volker Burger, der schnell unter anderem mehrere Mitglieder des Vereins Blumenkamper Bürger, die Leitung des Mehrgenerationenhauses und auch Seniorenbereits-Vorsitzende Gertrud Liman dafür begeistern konnte.

Ein Feldversuch und Zusatzangebot für die Bürger

Enttäuscht waren die Initiatoren beim Ortstermin keineswegs, dass noch kein einziges Auto anhielt. Schließlich könnten die Fahrer ja auch noch gar nicht wissen, dass es den Mitfahr-Wunsch gibt, wenn man auf dieser Bank sitzt. „Es ist ja erst ein Anfang – ein Angebot für Leute, die nicht mehr so mobil sind. Das Ganze muss sich jetzt erstmal rumsprechen“, sagt Ideengeber Volker Burgers.

Der 75-Jährige ist schon ein wenig stolz, dass die Blumenkamper Vorreiter sind und die „Umwidmung“ einer schon länger dort stehenden Bank in Eigenregie durchgezogen haben.

„Das ist erstmal ein Feldversuch – ein Zusatzangebot für die Bürger“, ergänzt Friedrich Eifert, der den Standort einige Meter neben der Straße und halb verdeckt von einem grauen Kasten eines Telekommunikations-Unternehmens nicht ideal findet und sagt: „Die Leute können jetzt gerne Anregungen geben für andere Standorte.“ Denn die jetzt vorgestellte Bank soll nicht die einzige bleiben in Blumenkamp.

Beim Stadteilfest „Blumenkamper Sonntag“ präsentiert

Erstmals öffentlich machten die Unterstützer der Mitfahrerbänke in Blumenkamp ihre Mobilitäts-Idee beim Stadteilfest „Blumenkamper Sonntag“, als sie das Konzept präsentierten.

„Das ist schon eine tolle Sache. Vorher haben wir die Idee aber auch schon beim Projekt ,Energie fürs Quartier’ durchgesprochen“, ergänzt Anne Oberdorfer, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Fee Kösters, ebenfalls vom Mehrgenerationenhaus, fügt mit Blick auf die erste Weseler Mitfahrerbank hinzu: „Das ist erweiterte Nachbarschaftshilfe, der Zuspruch ist jedenfalls da.“

Herbert Ackermann, Vorsitzender der Blumenkamper Bürger, freut sich die Bank ebenso wie Gertrud Liman, die im Namen des Seniorenbereit das Projekt lobt: „So entsteht eine Möglichkeit für mehr Mobilität. Neben dem Anrufsammeltaxi gibt es jetzt ein weiteres alternatives Angebot.“

>>> DIE MITFAHRERBÄNKE EROBERN DEN NIEDERRHEIN:

Seit rund zwei Jahren kommen Mitfahrerbänke in Mode: Vor allem ältere Menschen ohne eigenes Auto haben es immer schwerer von A nach B zu kommen.

Ihren Ursprung hat diese alternative Mobilitäts-Idee im Sauerland und in der Eifel, vor über einem Jahr schwappte sie auch zum Niederrhein über.

Seit April 2017 gibt es bereits in Alpen, Menzelen-Ost und Menzelen-West die Möglichkeit, die Mitfahrerbank zu nutzen.

In Schermbeck hat der Seniorenbereit vor den Sommerferien ebenfalls mehrere Bänke in verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde auf den Weg bracht, in Voerde wurde Mitfahrerbänke vor einigen Monaten aufgestellt und auch in Kleve sind sie mittlerweile ein Thema.

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