Rausschmiss

Die Hamminkelner SPD-Fraktion wirft Martin Wente raus

Martin Wente, hier als frischgebackener König der Hamminkelner Männerschützen 2013, gehört der SPD-Fraktion nicht mehr an.

Foto: Peggy Mendel

Martin Wente, hier als frischgebackener König der Hamminkelner Männerschützen 2013, gehört der SPD-Fraktion nicht mehr an. Foto: Peggy Mendel

Hamminkeln.   Den Ausschluss waren lange Querelen vorausgegangen, sagen die Genossen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich.

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Die SPD hat ihren langjährigen Ratsherrn Martin Wente aus der Fraktion ausgeschlossen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, erklärte der Fraktionsvorsitzende Jörg Adams am Mittwoch Abend per Mail. Damit haben die Sozialdemokraten nur noch neun Sitze im Stadtrat.

Martin Wente ist in Hamminkeln keine unbekannte Person und fest im Gemeindeleben verwurzelt. Er war 2013 König beim Männerschützenverein, ist Vizevorsitzender beim Hamminkelner Sportverein und auch in anderen Vereinen aktiv. 2009 war er der führende Kopf im Widerstand gegen Ex-Fraktionschef Manfred Winter, nachdem die SPD im Kommunalwahlkampf gegen Bürgermeister Holger Schlierf keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hatte. Auch vor der letzten Bürgermeisterwahl war der Verwaltungsangestellte, der bei der Stadt Gelsenkirchen arbeit, ein möglicher Bürgermeisterkandidat. Allerdings setzte sich parteiintern Bernd Romanski gegen den heute 51-Jährigen durch.

Eine andere Auffassung von Fraktionsarbeit

Innerhalb der SPD-Fraktion gärte es schon länger. „Es haben mehrere Gespräche im kleinen und im großen Kreis stattgefunden. Das letzte vor drei Wochen“, so Jörg Adams. Ein Knackpunkt sei gewesen, dass Wente immer wieder bereits beschlossene Sachen kritisiert habe und eine andere Auffassung von Ratsarbeit habe, erklärte Adams gegenüber der NRZ.

Wente, so ein weiterer Vorwurf, habe mehrfach gegen die Fraktion gestimmt „Manche Entscheidungen, die mehrheitlich gefällt wurden, muss man akzeptieren“, so Adams. Das sei bei Martin Wente nicht der Fall gewesen. Deshalb habe die Fraktion nach ihren Statuten den Ausschluss mit neun zu eins Stimmen beschlossen.

„Es ist eine unschöne Sache“

„Es ist eine unschöne Sache“ kommentiert der Fraktionsvorsitzende den Vorgang. Aber da habe sich einfach zu viel aufgestaut, um es noch weiter miteinander zu versuchen.

Dem Vernehmen nach will Martin Wente sein Ratsmandat behalten. Während der Fraktionssitzung, zu der extra wegen des Ausschlussses schriftlich eingeladen worden war, kündigte Martin Wente bereits rechtliche Schritte an. Jörg Adams dazu: „Formal haben wir uns nichts vorzuwerfen.“ Post vom Anwalt hatte er bis gestern nicht erhalten.

Bisher saß Martin Wente für seine Partei im Bau- und im Schulausschuss.

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